Da hat mein Lieblingsverlag kürzlich bekannt gegeben, dass er John Normans “Gor”-Zyklus - das Wort “Serie” beschreibt es wohl besser - wieder nach D holen wird (in Kooperation mit Basilisk). Für all jene, die sich nur noch schwach erinnern: Diese Fantasy-Reihe erschien einstmals, zum Teil heftigst gekürzt, bei Heyne, die Bände 26 und 27 sind nicht in Deutschland erschienen, und Band 22 wurde indiziert. Indizierungswürdiges finden auch nach der o. g. Ankündigung wieder einige Wahrer der Heiligen Deutschen Phantastikszene, denn einige waren sich nicht zu schade, in heftiges Geschrei auszubrechen und den Untergang des Abendlandes zu zelebrieren. Mal ganz abgesehen davon, dass so manches, was in den 70er und 80er Jahren noch Moralhüter und Berufsempörte auf den Plan gebracht hat, heute nur ein müdes Achselzucken auslösen wird (obgleich die aktuelle Diskussion um sog. “Killerspiele” zeigt, wie moralinsauer und jenseits von Fakten die Diskussion gerade in Deutschland noch sein kann, wenn aufrechte Streiter für das Wahre und Schöne entdecken, dass die Zeiten sich ändern), gehört “Gor” ohne Zweifel zu den klassischen amerikanischen Fantasy-Epen, ob man das nun gut findet oder auch nicht. Wer mit dem in der Reihe postulierten Frauenbild nicht einverstanden ist, möge die Finger davon lassen. Ich selbst halte die Wiederveröffentlichung dieser Romane für überfällig, vor allem, da von vielen, die man antiquarisch bekommt, faktisch nur eine verstümmelte deutsche Fassung vorliegt. Ganz nebenbei, und dafür liebe ich die Empörungsbeauftragten der deutschen Szene dann wieder heiß und innig, ist es ein genialer Marketingtrick der beiden Verlage, zu dem ich Guido Latz und Patrick Grieser nur herzlich beglückwünschen kann. Ich bin sicher, 50 % der entsetzten Gralshüter beißen sich bloß in den eigenen Hintern, weil sie nicht selber auf die Idee gekommen sind.

Dementsprechend sehe ich mit Freude der Diskussion beim Erscheinen von “Tentakelschatten” entgegen. Hier gibt es folgende Neuigkeiten: Es wird kein Hardcover geben. Das liegt nicht am Verlag, das liegt an einer Druckvereinbarung, die nicht eingehalten werden konnte, was eine Nachkalkulation erforderlich machte, die den Druck des HCs unrentabel machte. Dennoch wird der Roman aller Wahrscheinlichkeit nach kein normales Atlantis-Paperback werden, derzeit ist Klappbroschur in Hochglanz geplant, also irgendwo dazwischen
Ich halte Euch auf dem Laufenden. Der Band wird aber leider wahrscheinlich nicht rechtzeitig zum DortCon vorliegen. Vorlesen werde ich daraus aber trotzdem, nämlich am Sonntag Nachmittag.