Feb 27

Wie auch in den letzten Jahren beginnt die diesjährige Verleihung des Deutschen Phantastik Preises ab sofort mit der Nominierungsrunde.

Während dieser Nominierungsrunde kann jeder in den vorgegebenen Kategorien Vorschläge abgeben. Jeder darf nur einmal nominieren. Diese Nominierungsrunde läuft bis zum 31. Mai. Anschließend folgt die Endrunde, in der die Favoriten der Nominierungsrunde, d.h. die die am meisten nominiert wurden, zur Endrunde antreten. Die Endrunde läuft bis zum 30. August, die Verleihung findet auf dem BuchmesseCon am 13. Oktober statt. Aufgrund der guten Erfahrung aus dem letzten Vorjahr, bleiben wir für beide Phasen bei dem eingerichteten System, das eine Bestätigung der Teilnahme durch Reaktion auf eine automatisch versandte Email notwendig macht.

Abgestimmt wird über Veröffentlichungen aus dem Kalenderjahr 2006.

Das Abstimmungsformular findet sich hier.

Feb 27

Da hat mein Lieblingsverlag kürzlich bekannt gegeben, dass er John Normans “Gor”-Zyklus - das Wort “Serie” beschreibt es wohl besser - wieder nach D holen wird (in Kooperation mit Basilisk). Für all jene, die sich nur noch schwach erinnern: Diese Fantasy-Reihe erschien einstmals, zum Teil heftigst gekürzt, bei Heyne, die Bände 26 und 27 sind nicht in Deutschland erschienen, und Band 22 wurde indiziert. Indizierungswürdiges finden auch nach der o. g. Ankündigung wieder einige Wahrer der Heiligen Deutschen Phantastikszene, denn einige waren sich nicht zu schade, in heftiges Geschrei auszubrechen und den Untergang des Abendlandes zu zelebrieren. Mal ganz abgesehen davon, dass so manches, was in den 70er und 80er Jahren noch Moralhüter und Berufsempörte auf den Plan gebracht hat, heute nur ein müdes Achselzucken auslösen wird (obgleich die aktuelle Diskussion um sog. “Killerspiele” zeigt, wie moralinsauer und jenseits von Fakten die Diskussion gerade in Deutschland noch sein kann, wenn aufrechte Streiter für das Wahre und Schöne entdecken, dass die Zeiten sich ändern), gehört “Gor” ohne Zweifel zu den klassischen amerikanischen Fantasy-Epen, ob man das nun gut findet oder auch nicht. Wer mit dem in der Reihe postulierten Frauenbild nicht einverstanden ist, möge die Finger davon lassen. Ich selbst halte die Wiederveröffentlichung dieser Romane für überfällig, vor allem, da von vielen, die man antiquarisch bekommt, faktisch nur eine verstümmelte deutsche Fassung vorliegt. Ganz nebenbei, und dafür liebe ich die Empörungsbeauftragten der deutschen Szene dann wieder heiß und innig, ist es ein genialer Marketingtrick der beiden Verlage, zu dem ich Guido Latz und Patrick Grieser nur herzlich beglückwünschen kann. Ich bin sicher, 50 % der entsetzten Gralshüter beißen sich bloß in den eigenen Hintern, weil sie nicht selber auf die Idee gekommen sind.

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Dementsprechend sehe ich mit Freude der Diskussion beim Erscheinen von “Tentakelschatten” entgegen. Hier gibt es folgende Neuigkeiten: Es wird kein Hardcover geben. Das liegt nicht am Verlag, das liegt an einer Druckvereinbarung, die nicht eingehalten werden konnte, was eine Nachkalkulation erforderlich machte, die den Druck des HCs unrentabel machte. Dennoch wird der Roman aller Wahrscheinlichkeit nach kein normales Atlantis-Paperback werden, derzeit ist Klappbroschur in Hochglanz geplant, also irgendwo dazwischen :)

Ich halte Euch auf dem Laufenden. Der Band wird aber leider wahrscheinlich nicht rechtzeitig zum DortCon vorliegen. Vorlesen werde ich daraus aber trotzdem, nämlich am Sonntag Nachmittag.

Feb 26

… aber das ist nun wirklich nichts verwunderliches: Nicht nur, dass es kaum richtige Buchläden gibt, die einheimische Buchproduktion wird von dem Verlegen von Schulbüchern sowie religiöser Erweckungsliteratur dominiert. Ich war während meines Aufenthaltes in Accra selbst Zeuge eines der klassischen Vermarktungsinstrumente des einheimischen Verlagswesens, eines sog. “book launch”, zu dem viele Leute eingeladen werden, die dann nach Lesung und Autorenvorstellung die Bücher erwerben. Was in Deutschland natürlich auch bei Lesungen passiert, in Ghana aber ein zentrales Verkaufsinstrument ist, da ein lokaler Buchhandel oder ein Verlagsgrosso nicht oder eben nur rudimentär existieren. Oft ist es für einen Autor von Belletristik nur möglich, ein Buch zu veröffentlichen, wenn er sich an einen guten Zweck anhängen kann und die neuen Bücher dann an allerlei Zelebritäteten versteigert werden, um das Extrageld einem Projekt oder Programm zukommen zu lassen.

Ein weiterer Grund für “zero points” ist natürlich die Tatsache, dass SF ein Literaturgenre der Reichen ist. Es gibt so gut wie keine afrikanische SF, von der Republik Südafrika einmal abgesehen, deren bekannteste SF-Autoren - wie David Freer zum Beispiel - aber im Regelfalle auch nur im anglophonen Ausland publiziert werden. Bis es eine genuine afrikanische SF geben wird, dürfen wir noch etwas warten. Es sind Länder wie Ägypten (wo es schon die einen oder anderen Ansätze gibt), Südafrika und Nigeria, aus denen derlei am ehesten zu erwarten sein wird. Ich halte die Augen offen :)

Dafür ein schönes Bild vom Internationalen Pressezentrum in Accra, wo ich die Woche gearbeitet habe.

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Feb 14

Januar und Februar sind für mich diesmal ausgesprochen anstrengende Monate - gerade aus dem schönen Griechenland zurück, geht es morgen schon wieder zum Flughafen, diesmal fliege ich nach Accra, der Hauptstadt des ebenfalls schönen Ghana. Ich werde also dieses Blog bis zum 26.2. wieder ruhen lassen müssen (weniger, weil es dort etwa keinen Internet-Zugang gäbe, sondern mehr, weil ich very busy sein werde). Dazu passend noch ein schönes Foto von mir, dem Meer und der Sonne. Ja, ich habe in Griechenland gearbeitet, das war kein Urlaub. Nein, das heißt nicht, dass man sich nicht auch mal entspannen kann :)

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Feb 13

Eigentlich würde ich ja auch hier gerne über meine spannenden Erfahrungen in griechischen Buchläden berichten. Leider wird dieser Bericht dann doch etwas mager, denn mein Besuch in einem recht gut sortierten Laden - inkl. Nerd-Ecke - hat dann zwar griechische Stephen-King-Ausgaben zum Vorschein gebracht, wovon ich eine für Madame Nicky erworben habe, aber meine Frage nach griechischer SF wurde mit großem Stirnrunzeln beantwortet. Schließlich drückte man mir zwei Bücher in die Hand, die erkennbar in Richtung Fantasy gingen, und das wollte ich nicht. Also keine Cover griechischer SF in diesem Blog. Ich entschädige Euch dafür mit einem Foto eines alten griechischen Tempels auf der Insel Ägina, den ich sogleich nutzte, um einige Jungfrauen zu opfern - man weiß ja nie, wofür es einmal gut ist.

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Feb 6

Bevor ich morgen gen Athen entschwinde und bis zum Wochenende incommunicado sein werde, wollte ich Euch gaaanz exklusiv das neue Layout der “Rettungskreuzer Ikarus”-Serie nicht vorenthalten. Hier also mal das Cover der # 31. Für Cover wie für das neue Logo ist der vielseitig talentierte Ernst Wurdack verantwortlich, der bekanntlich nebenbei auch noch seinen eigenen Verlag betreibt. Und es sieht wirklich gut aus.

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Feb 5

Am vorgestrigen Samstag war bei mir eine kleine Geburtstagsfeier, nachträglich. Zu Gast waren neben meinem Beinahe-Nachbarn Wilfried Hary auch aus fernen Gestaden angereiste Prominenz, nämlich Martin Kay und Guido Latz. Guido hatte allerlei Infos mitgebracht, gute und weniger gute. Zu den weniger guten gehörte die Ankündigung, dass “Tentakelschatten” aufgrund von Druckereiproblemen sich noch etwas verzögern werde. Ich halte Euch auf dem Laufenden. Die gute Nachricht wiederum darf ich hier gar nicht erzählen, ehe nicht die Verträge alle unterzeichnet sind. Aber soviel dann doch: Es sieht so aus, als würde eine große amerikanische Fantasy-Reihe nach Deutschland zurückkehren. Für alle weiteren Infos verweise ich auf p-n.de oder die Atlantis-Website, wenn es soweit ist…

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Die Party wurde von Martin Kay und Guido Latz genutzt, um hinter meinem Rücken wieder irgendwas auszuklüngeln.
Feb 4

Klaus G. Schimanski, einer meiner Nachfolger als Fanzine-Redakteur beim Fandom Observer, hat mangels Masse einige nette Worte zu diesem Blog in der Fanzine-Sparte des neuen FO 212 gefunden, den man sich als pdf hier ansehen kann. Da danke ich doch für!

Gestern gab es eine große Feier zu Ehren meines 40. Geburtstages. Der war zwar schon im Dezember, aber die Party war jetzt. Ich werde mal sehen, ob eines der Fotos was geworden ist, denn es war natürlich auch Prominenz anwesend. Ich werde meine Kamera morgen entleeren…

In totally unrelated news: Am Freitag hat mein Manuskript zum zweiten Band der Tentakelkrieg-Trilogie - “Tentakelsturm” - ganz exakt 300.000 Zeichen erreicht. Auf den Punkt. Da war ich baff erstaunt. Damit habe ich etwas mehr als die Hälfte des Romans fertig gestellt. Nach meinen derzeitigen Planungen wird “Tentakelsturm” einen kleinen Tacken umfangreicher als “Tentakelschatten”, ich denke mal so 20.000 bis 30.000 Anschläge mehr. Sobald “Tentakelschatten” raus ist, werde ich mal ein Kapitelchen aus dem Folgeband hier online stellen.

Feb 2

Oliver Naujoks, der bekanntlich zur Zeit noch an seinem Fantasy-Roman “Krak, der Barbar” arbeitet, mailte mir kürzlich diesen Sachstandsbericht:

“Ansonsten nicht viel Neues. Mit meinem Roman komme ich mal wieder nicht voran, weil der irgendwie nicht so interessant ist und mir jetzt der Biss fehlt, den zu beenden. Bei sowas greife ich dann bekanntlich lieber auf Zeitschriften oder Sachbücher zum ausweichen zurück für eine Weile.”

Das ist schade. Wie ich weiß, arbeitet Oliver parallel an einem rechtswissenschaftlichen Werk zum Thema südtamilisches Steuerrecht unter besonderer Berücksichtigung von Filmtantiemen, aber ich denke doch, dass er das nicht als Vorwand nehmen sollte, um seine literarischen Ambitionen zu vernachlässigen.

Oliver, halte durch!! 

Feb 1

Worum geht es?

Ensign Kris Longknife, Tochter des Premierministers von Wardhaven, hat gegen den Willen ihrer Eltern eine militärische Karriere eingeschlagen und muss sich gegen allerlei Herausforderungen bewähren, zum Schluss sogar eine Meuterei anführen.

Wie sieht das Buch aus?

Sehr schönes Taschenbuch mit einem Coverdesign, das sich sehen lassen kann.

Wie ist der Stil?

Mike Shepherd alias Mike Moscoe ist für seine knackigen Action-SF-Abenteuer wohlbekannt (u.a. auch im Battletech-Universum), und so legt er seinen Honor-Harrington-Klon auch an: Spannend und eindringlich geschrieben, so dass man auch das eine oder andere Klischee gerne übersieht.

Was gefiel?

Spaßige Military-SF, interessante Charaktere, schöne Setups.

Was gefiel nicht so?

Musste es wirklich sein, dass sie am Ende eine Prinzessin wird?

Ist das Buch zu empfehlen?

Ich habe mir gleich blind alle vier bisher erschienenen Bände der Reihe gekauft und ich denke nicht, dass ich es bereuen werde: Honor Harrington, wie es wäre, wenn David Weber nicht zuviel Schwurbelwasser getrunken hätte.