Apr 30

Yes!!!

Lassen wir die Erinnerung schweifen: Vor rund 30 Jahren saß Klein-Dirk in einem Kino in Wilhelmshaven, der Stadt, in der er aufgewachsen ist. Es war noch ein richtiges Kino, mit einem sehr großen Saal, knarrenden Holzklappsesseln und Theater-Interieur, keines dieser rosanen Plüschkuschelkinos, in die man sich heute quält. Und das Kino war voll: Alle Sessel waren besetzt, so dass Klein-Dirk und viele andere Kiddies auf den Treppenstufen Platz nehmen mussten, denn dem Kinobetreiber war das damals egal gewesen. Er verdiente ohnehin Geld ohne Ende an Klein-Dirk und seinen Kumpels, denn es war die Zeit der japanischen und italienischen Gassenhauer wie “U 4000″ - mit der schönsten Gehirntransplantation aller Zeiten - oder “Sternenkrieg im Weltall” oder oder… oder eben “Super-Inframan”, der erste Superhelden-Film, den ich je gesehen habe und ein Heuler sondergleichen, von dem ich noch Wochen geschwärmt habe. Bis heute bin ich der festen Überzeugung, dass Infra mit diesen ganzen Ami-Luschen wie Super, Bat und Spider jederzeit kurzen Prozess machen würde - einmal die Donnerhandschuhe ins Zahnpastalächeln und gut is!

infra_bearbeitet-3.jpg

Nun habe ich mir den Film am Wochenende wieder angesehen - als VCD auf Chinesisch mit englischen Untertiteln. Er gehörte zu einer Packung, in der auch zwei extrem knuffige Inframan- und Skelettmensch-Figuren drin waren. Die haben jetzt in meiner Vitrine einen Ehrenplatz neben dem Predator und einem McDonalds-Stormtrooper. Sich den Film noch einmal anzuschauen - die böse Prinzessin Elzebub (in der deutschen Synchro “Dämona”, naja), die Süße mit den Hypno-Augen in den Handflächen (jaja!), den aufrechten Professor und Danny Lee (ja, DER Danny Lee) als Super Inframan (im Original “Chinese Superman”), das war eine Reise zurück in die Zeit. Und obgleich z. B. die absolut köstlich geschriebene und mithin korrekte Besprechung des Films auf badmovies.de nicht zu widerlegen ist, weiß ich ziemlich genau, warum dieser Streifen - wie alle japanischen SF-, Monster- und Superheldenfilme jener Zeit - bei mir so gut funktioniert hat: Weil sie einen Scheiß auf Logik, Exposition, Dramaturgie usw. gegeben haben, dafür aber schlicht der Watz abging, es keine ruhige Minute gab, immer irgendwer eins auf die Nüsse bekam oder etwas explodierte oder jemand durch die Luft flog oder alles gleichzeitig. So muss das auch. Ich habe ihn mir gerne wieder angesehen und die Fassung mit der deutschen Synchro bestellt, damit mein Sohn ihn auch sehen kann. Das muss er nämlich, ob er will oder nicht.

Infra, ich liebe Dich! Du machst sie alle fertig!!

Apr 28

Worum geht es?

Louise Meagher, eine untote nichtlizensierte Privatdetektivin, bekommt von einem nanotechnisch aufgerüsteten Hund den Auftrag, ein Androidenkind zu finden, während ein riesiger Asteroid auf ihre Heimatwelt abzustürzen droht.

Wie sieht das Buch aus?

Ein solides Trade-Paperback mit einem grauslichen Cover.

Wie ist der Stil?

Bedford schreibt sehr spannend, der Roman hat über weite Strecken Pageturnerqualitäten.

Was gefiel?

Die Charakterisierung der Hauptperson, die schnelle, interessante Handlung.

Was gefiel nicht so?

Diese pseudospirituelle, an den Haaren herbeigezogene Auflösung, die vorne und hinten keinen Sinn macht.

Ist der Roman zu empfehlen?

Ja - bis auf die letzten 20 Seiten, die schmerzen.

Apr 27

Es gibt Dinge, die hängen einem ein Leben lang nach. Diejenigen unter Euch, die verheiratet oder in festen Beziehungen mit weiblichen Wesen sind, werden wissen, was ich meine: Man hat einmal einen wichtigen Festtag vergessen und einmal etwas nicht bemerkt, was man hätte bemerken müssen, und man bekommt es noch auf dem Totenbett aufs Brot geschmiert. Ich fühle mich zur Zeit ein wenig so, obgleich ich mit Nicole Rensmann nicht verheiratet bin, denn sie hatte gestern Geburtstag und ich habe das völlig vergessen. Nun weiß ich, dass meine männlichen Bekanntschaften darüber nonchalant und mit einem aufrichtigen Lächeln hinweg gehen würden, ein Bier auf dem nächsten Con und wir können uns wieder wichtigen Dingen zuwenden, wie z. B. Cup-Größen oder den effektivsten Wummen für insterstellare Schlachtschiffe. Leider sind dies zum einen Themen, die Nicole nicht so interessieren, zum anderen ist sie eine Frau, und da ist Vorsicht angebracht. Selbst die moderne, aufgeschlossene, emanzipierte, aufstrebende und völlig gegendermainstreamte Frau von heute… nun ja, ich weiß nicht. Sowas vergisst man einfach nicht.

Also bleiben nur zwei mögliche Reaktionen. Einen auf betont männlich machen und, wie wir das ja so gerne tun, locker über die Sache hinweggehen, was natürlich beim betroffenen weiblichen Wesen zu jahrelangen Traumata, aufgestauten Aggressionen, hormonellen Schwankungen etc. führt - was mir selbst in diesem Falle nichts ausmacht, aber Nicoles Ehemann heißt auch Dirk und ich fühle hier ein gewisses Maß an Geschlechtersolidarität. Er muss ja meine Fehler nicht ausbaden. Die andere Möglichkeit ist, ausreichend devotes Entschuldigungsverhalten an den Tag zu legen, die eigene Unwürdigkeit zu betonen und mit kugelrunden Bernhardineraugen auf Absolution hoffen. Das wirkt meistens, so sind eben Frauen, die reagieren auf sowas.

Also, Nicky, es tut mir leid. Es kommt nicht wieder vor. Ich bin unwürdig. Hab Mitleid und verzeih mir ein letztes Mal.

Und herzlichen Glückwunsch nachträglich!

Apr 25

Heute bekam ich das mehr oder weniger endgültige Programm des MarburgCons am 19. Mai in die Hände. Meine Lesung aus “Tentakelschatten” ist für 17.00 h vorgesehen. Ich bitte um zahlreiches Erscheinen. Entschuldigungen werden nicht akzeptiert. Ich werde bereits am Vormittag den Atlantis-Stand aufbauen und hoffe auch hier auf zahlreichen Zuspruch, da ich keine Lust habe, den ganzen Krempel wieder mit nach Hause zu tragen. Außerdem hat mir Verlagschef Latz eine Quote vorgeschrieben, wenn ich die nicht erfülle, erscheint der “Tentakeltraum” erst 2017. Das wollen wir doch alle nicht. Also seid brav.

Apr 24

Ich bin kein großer und kundiger Filmkritiker wie mein alter Kumpel Oliver Naujoks, und ich gehe auch selten - im Grunde viel zu selten - ins Kino, aber “Sunshine” musste sein. Weniger, weil mich die Vorberichte so begeistert haben, sondern mehr, weil so erschreckend wenige Genrefilme ins Kino kommen, so dass ich mir den Streifen schon aus Prinzip ansehen musste.

Was mir gefiel:

Schöne Bilder, vor allem der Vorbeizug des Merkur vor der Sonnenscheibe war grandios. Eine gut gemachte Atmosphäre. Die Charakterisierung der Crew war für mich zum Teil arg derangiert, aber es waren gute Schauspieler. Die Bezüge zu zwei Filmen waren für mich sehr deutlich: “Starfire”, das drängte sich schon durch die teilweise japanische Mannschaft auf, und “Event Horizon”.

Was mir nicht so gefiel:

Die letzten ca. 30 Minuten mit den völlig sinnlosen Slasher-Einlagen. Aus einem interessant beginnenden SF-Film wurde ein 08/15-Horrorstreifen mit den üblichen Einstellungen und Schnitten. Natürlich starb einer nach dem anderen - trotz eines selbstironischen Hinweises darauf, dass es keine gute Idee sei, sich aufzuteilen - und am Ende, naja, Bumm halt. Ein enttäuschendes Ende für einen Film, der sehr stark anfing.

Ich werde ihn mir sicher auf DVD holen, für’s Archiv, aber als ich das Kino verließ, habe ich mehr über den sehr schönen “Transformers”-Trailer nachgedacht als über “Sunshine”. Schade.

Apr 23

Worum geht es?

Es handelt sich um den ersten Band des Ethshar-Zyklus des amerikanischen SF/F-Autors, in dem ein Scout aus Versehen in den höchst zweifelhaften Genuss eines nicht hundertprozentig akkurat verzauberten Schwerts kommt.

Wie sieht das Buch aus?

Mir liegt die Nachauflage des amerikanischen Kleinverlages Wildside vor, nicht die Erstausgabe von Tor. Das übliche pod-Paperbackformat, allerdings mit einem Coverdesign, von dem ich beinahe Augenkrebs bekommen hätte.

Wie ist der Stil?

Spannend, angenehm, flüssig, sehr lesbar.

Was gefiel?

Vor allem die Charakterisierung der Hauptperson und die interessanten, atmosphärisch dichten Beschreibungen.

Was gefiel nicht so?

Eigentlich gar nichts.

Ist das Buch zu empfehlen?

Aber ja.

Apr 22

In den letzten Tagen wurde dieses Blog etwas unregelmäßig gefüllt - was nicht zuletzt an allerlei SF-fernen Verpflichtungen gelegen hat -, aber ich bemühe mich weiterhin. An diesem wunderschönen Sonntagmorgen daher ein paar warme Worte quer durch die Landschaft.

Da wäre natürlich zuerst die wichtige Frage: Wo bleibt “Tentakelschatten”? Ist in der Druckerei. Es kann sich also nur noch um Stunden handeln.

Ein Korrigendum zur Erwähnung des ersten Bandes des Liaden-Zyklus muss ich auch noch anfügen: Mitnichten sind alle Romane kostenlos zum Download erhältlich. Vielmehr sind alle Romane zum preiswerten, aber durchaus kostenpflichtigen Download bei den Webscriptions von Baen zu bekommen. Der aktuelle Liaden-Roman wird aber in Fortsetzungen kostenlos ins Netz gestellt, allerdings wird das jeweils folgende Kapitel nur geschrieben, wenn eine gewisse Menge an Spenden eingetroffen ist, also in etwa das gleiche Prinzip, dass Lawrence Watt-Evans mit seinen neuen Etsthar-Romanen verfolgt. Scheint zu funktionieren. Was wollt Ihr für den nächsten Teil von “Eine Galaxis für die Liebe” zahlen?

Jaja, ich schweig ja schon.

Morgen Abend gehe ich (hoffentlich) in “Sunshine”, da ist noch eine Kinoeinladung zu meinem mittlerweile verjährten 40. Geburtstag offen. Ich werde Euch meine Eindrücke kurz und knapp mitteilen, schließlich heiße ich nicht Naujoks.

Ansonsten freut es mich mitzuteilen, dass es sowohl an “Tentakeltraum” wie auch an anderen schriftstellerischen Projekten in diesen Tagen wieder gut voran ging. Niemand freut sich mehr darüber als ich.

Apr 20

Worum geht es?

Es ist der erste Band des Liaden-Zyklus, eine weitgespannte Geschichte um einen interstellaren Händlerclan. Obgleich der Zyklus komplett online für nix zum Download als eBooks vorliegt, habe ich mir mal scherzeshalber die deutsche Übersetzung gegönnt.

Wie sieht das Buch aus?

Schönes Raumschiffcover.

Wie ist der Stil?

Spannend, manchmal etwas arg einfach, oft sehr witzig.

Was gefiel?

Die Darstellung einer persönlichen Lebensgeschichte.

Was gefiel nicht so?

Manches etwas arg strapaziertes Klischee.

Zu empfehlen?

Auf jeden Fall, sehr unterhaltsam.

Apr 17

Trotz meines kleinen ergebenen faux pas - ich habe darüber berichtet -, hat sich Carsten Kuhr nicht davon abhalten lassen, “Die Verschlossene Stadt” von Michales Warwick Joy zu besprechen (und den Roman erwartungsgemäß gut zu finden). Die Rezi ist bei Phantastik News online. Wie ich mittlerweile vom Autor gehört habe, schreibt er an einer Fortsetzung, was ich für eine sehr gute Idee halte: Schon der erste Band ist eine wohltuende Abwechslung vom Fantasy-Einheitsbrei und besticht vor allem durch seine originellen Charaktere und die spannende Handlungsführung. Fantasy-Fans sollten an diesem Roman wirklich nicht vorbei gehen!

In other news: Meine eigenen Schreibarbeiten haben ja in den letzten Wochen etwas gestockt. Ich hatte und habe beruflich recht viel um die Ohren, dann kam noch die Erstkommunion meines Sohnes dazwischen, und zwei Interviews inklusive Übersetzungen, die ich schnell fertig machen wollte (am Scalzi sitze ich noch). Ich hoffe, dass sich diese Situation bald ändern wird, wenngleich neue Herausforderungen an mein Zeitbudget bereits am Horizont dräuen. Dennoch bleibt es bei meinem Zeitplan, “Tentakeltraum” so fertigzustellen, dass der Roman pünktlich im Frühjahr 2008 erscheinen kann. Ich denke, das ist auf jeden Fall zu schaffen.

tentakel-banner1.jpg
Apr 16

In den letzten Tagen habe ich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheit und Gelegenheit, wieder ein paar DVDs schauen können. Darunter waren die ersten Folgen von Red Dwarf sowie ein Klassiker der internationalen Science Fiction. Red Dwarf war sehr witzig, und obgleich ich nie vorher eine Episode gesehen hatte, kam es mir seltsam vertraut vor. Das lag sicher vornehmlich daran, dass meine Kinder alte “Robot Wars”-Fans sind, und der Kommentator dieser britischen Fernsehshow der Hauptdarsteller des Dave Lester in der Serie ist, nämlich Craig Charles. Nachdem ich diese gewollt komischen Episoden genossen hatte, holte ich eine alte Videokassette aus dem Archiv und sah mir noch einen ungewollt komischen Film an: “Hydra - verschollen in Galaxis 4″, in dem es um ein Raumschiff geht, das eigentlich Astra heißt und Galaxis 4 nicht mal nahe kommt (wo auch immer dieser mysteriöse Ort auch sein mag). Ich könnte viel über diesen Meilenstein der SF-Filmproduktion sagen, aber jemand anders hat alles wichtige schon vor mir gesagt, nämlich der Rezensent bei badmovies.de, daher hier zum Schluss nur ein Link.

« Previous Entries