Mai 28

So etwa zweimal im Jahr fahre ich in die Stadt, in der ich dereinst gut 11 Jahre gelebt habe: Die westfälische Hauptstadt Münster. Da ich dort noch eine Lehrverpflichtung habe, die ich wohl zeit meines Lebens nicht mehr loswerde, treibt es mich immer wieder in meine alte Heimat zurück. Aus diesem Grunde wird dieses Blog auch wahrscheinlich bis zum Wochenende nicht mehr aktualisiert, ich werde too busy sein. Vor allem auch damit, “Rettungskreuzer Ikarus”-Miterfinder Thorsten Pankau zu besuchen, der sich kürzlich fortgepflanzt hat. Das Ergebnis dieses Experiments in praktischer Genetik möchte ich mir dann doch auch aus der Nähe ansehen.

Mai 27

Zwei weitere Besprechungen zu “Tentakelschatten” überschritten den Ereignishorizont meiner Aufmerksamkeit: Thomas Harbach schrieb eine laaaange Besprechung für das SF-Radio (und überinterpretiert meiner Ansicht nach etwas, letztlich wollte ich doch nicht mehr, als einen knackigen Reißer schreiben) und Harald Maedl verfasste eine Besprechung in der relevanten Newsgroup de.rec.sf.misc, auf die ich nicht verlinken werde, weil ich Googlegroups für eine Katastrophe halte. Sein Fazit:

“Tentakelschatten ist erfrischend geschrieben. Dennoch kommen langjährigen SF-Lesern viele Dinge sattsam bekannt vor, so als ob diverse Schablonen für eine Space Opera schnell mal zusammengefügt wurden. Dennoch stört das im Grunde nicht, da immer wieder bizarre Einfälle oder zynisch, ironische Kommentare die Story vorantreiben. Insgesamt eine nette Nachmittagslektüre, daher 4 von 6 Mädls”

tentakel-banner1.jpg
Mai 26

Worum geht es?

Im zweiten Band des ersten Commonwealth-Zyklus spitzt sich der Krieg gegen die Primes zu, und allerlei Geheimnisse werden aufgedeckt.

Wie sieht das Buch aus?

Unspektakuläres MM-Paperback.

Wie ist der Stil?

Hamilton kann sehr spannend und knackig schreiben - aber manchmal gerät er ins Schwafeln und walzt Szenen unnötig aus. Das führt zum Drang, einiges zu überblättern.

Was gefiel?

Der Aufbau der Handlung, die Charakterisierung der Aliens, die Überraschungen.

Was gefiel nicht so?

Die Weitschweifigkeit mancher Handlungsebene.

Zu empfehlen?

Im August kommt der erste Band des zweiten Commonwealth-Zyklus. Den kauf ich auch.

tentakel-banner1.jpg
Mai 25

Das ging ja fix, und dann auch noch so ausführlich: Oliver Naujoks hat eine laaaange Besprechung zu “Tentakelschatten” geschrieben. Und ich kann ihm eigentlich nicht widersprechen, übrigens auch nicht bei den durchaus detaillierten kritischen Anmerkungen.

tentakel-banner1.jpg
Mai 21

Wie angekündigt habe ich nun nach dem MarburgCon das dritte Kapitel von “Tentakelschatten” auf der Website zur Trilogie kostenlos zum download als pdf-Datei online gestellt. Ihr findet alle drei Kapitel unter der Rubrik “Specials”.

tentakel-banner1.jpg
Mai 21

Und hier noch ein paar Impressionen vom Con - in absteigender Reihenfolge: Die Bar als allseits beliebter Treffpunkt, Oliver Naujoks im ernsten Gespräch mit Falko Löffler, Oliver Naujoks furchtbar seriös und schließlich Erfolgsautor Martin Kay (rechts, neben einem notorischen Linealdieb) in einem Hemd, das von der Haager Kriegsordnung nicht abgedeckt wird. Zum Schluss noch Bernd Rothe und Armin Rößler am Wurdack-Stand, die sahen ganz schön alt aus.

bar.jpg
naujoksloeffler.jpg
naujoks.jpg
kaysascha.jpg
roessler.jpg
Mai 20

Fotos gibt es erst morgen, die sind noch auf meiner DigiCam.

Der MarburgCon war wie immer ein sehr schönes Familientreffen. Thomas Vaterrodt und das Team des MVP schaffen es auf einmalige Art und Weise, ein Gefühl der Gastfreundschaft herzustellen, der Service und der freundliche Umgang mit den Besuchern ist einmalig. Meinen herzlichen Dank an das Team, an alle Beteiligten, und ich werde natürlich nächstes Jahr wieder dabei sein, wenn es sich nur irgendwie einrichten lässt.

Das Programm war sehr literaturlastig, mit vielen Lesungen, inklusive meiner. Ich habe ganz gut “Tentakelschatten” verkauft, und viele interessierte Leser kennengelernt. Schwierig zu beantwortende Fragen wie z. B., ob der Roman frauentauglich sei, stellten mich natürlich vor Herausforderungen, andererseits wird sich diese Frage in Kürze von selbst beantworten…

Es war eine Freude, Gestalten wie Oliver Naujoks, Norbert Seufert, Martin Kay und Thomas Folgmann wieder zu treffen, mir von Walter Appel mehrfach einen einschenken zu lassen und auch sonst viel Spaß zu haben. Ich habe sogar Peter Dobrovka die Hand gegeben. Good vibrations allenthalben.

Ein schöner Con. Feine Sache. Besten Dank!

Mai 18

… muss ich diesmal nicht, denn ich habe in weiser Voraussicht die Kästen vom Starport Darmstadt nicht einmal ausgepackt. Jetzt nur noch Tentakel dazu sowie die neue Ausgabe von “Rettungskreuzer Ikarus” und ich kann morgen früh losdüsen… nach Zweibrücken, wo neben Manfred Weinland seit kurzem nun auch Wilfried Hary wohnt, den ich aufgabeln und mitnehmen werde. In Marburg gedenke ich dann Oliver Naujoks, Martin Kay, Thomas Folgmann und weitere illustre Gestalten aus meinem Bekanntenkreis zu treffen - und sie natürlich zum Erwerb von “Tentakelschatten” zwangszuverpflichten. So muss das.

Ich melde mich demnach Sonntag wieder. Hoffentlich zickt meine Digicam diesmal nicht rum.

tentakel-banner1.jpg
Mai 17

Nun sind auch bei mir die Belege von “Tentakelschatten” angekommen und es ist schön, das Buch in Händen zu halten. Die Klappbroschur sieht gut aus, der Druck ist ausgezeichnet gelungen. Einige Leute werden sich möglicherweise etwas über den Satzspiegel beschweren: Anders als manche andere Vertreter in der phantastischen Verlagsszene hält Atlantis nicht allzu viel davon, Bücher aufzublähen, indem sie in Blindenschrift gesetzt werden. Ich halte die Schriftgröße für lesbar, und durch sie wird ein Text, der andernorts auf 250-280 Seiten gepasst hätte, eben auf 210 Seiten kondensiert. Angesichts der Tatsache, dass der zweite Band - “Tentakeltraum” - bei gleichem Satzspiegel sicher 250 Seiten haben wird, zeigt dies aber auch, dass diese kleine Sparmaßnahme dem Verlag nur einen sehr kurzfristigen Vorteil bietet… und nein, auch “Tentakeltraum” wird nicht mehr kosten als Band 1. Im Ernst.

Amazon.de hat “Tentakelschatten” noch zum Preis von 13,95 € gelistet. Bitte nicht ernst nehmen und auch nicht von der Bestellung abhalten lassen: Bekanntermaßen tut sich der Buchriese schwer, seine Datenbank auf dem aktuellen Stand zu halten. Das Buch kostet 12,90 € und das wird man auch in Rechnung gestellt bekommen, spätestens wenn in diesen Tagen die Exemplare bei den Grossisten eintreffen, wird man hoffentlich auch bei Amazon die Angaben auf der Website aktualisieren.

“Tentakeltraum” macht derweil gute Fortschritte. Ich habe noch acht Kapitel vor mir und habe die Grenze von 450.000 Zeichen erreicht, es bleibt noch einiges an Handlung übrig. Sollte ich meine Schreibgeschwindigkeit so in etwa einhalten, wird das Rohmanuskript wie erwartet Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Dann wird es durch die Mangel, ähm, ins Lektorat gehen und ich hoffe dann, die Endfassung Ende des Jahres an den Verlag geben zu können. Zentrale Unwägbarkeit bei dieser Zeitplanung ist meine anderweitige berufliche Beschäftigung, die mich nach aktuellem Stand in diesem Jahr noch nach Äthiopien und in die Mongolei führen wird - und dabei ist das zeitaufwändige nicht die eigentliche Reise (obgleich ich in Ulaanbaatr und Umgebung gute drei Wochen verweilen werde), sondern die daraus resultierenden Berichtspflichten. Aber die jeweils gut zwanzig Stunden Business Class hin und zurück kann man ja auch mit was anderem verbringen als Schampus schlürfen und Stewardessen auf den Hintern gucken. Ich könnte ja mal ausnahmsweise produktiv sein :)

tentakel-banner1.jpg
Mai 16

Ich habe mir ja lange überlegt, ob ich was zu diesem Thema schreiben soll, aber nachdem ich nochmal eine Nacht drüber geschlafen habe, bin ich zu der Auffassung gekommen, dass ich ja versuchen könnte, es auf eine zivilisierte Art und Weise zu formulieren. Mal schauen, ob mir dies gelingen wird.

Einmal die Woche, wenn ich nichts besseres zu tun weiß, gehe ich durch die Foren jener hoffnungsvollen Nachwuchsautoren, in denen ich selbst nicht aktiv bin (d.h. im Grunde fast alle). Mich interessiert, was dort wie diskutiert wird und manchmal ist sogar auch ein nützlicher Hinweis dabei. Das Gejammere und Gequengele blende ich dabei meist aus, man muss ja nicht mit Gewalt die negativen Vibrations anderer aufnehmen :) Was mir seit geraumer Zeit aber auffällt, seit Jahren eigentlich, ist die blinde Gier vieler Autorinnen und Autoren auf Ausschreibungen, d.h. öffentliche Aufrufe zu Anthologien und Wettbewerben, zu denen man seine eigenen Geschichten einreichen kann. Das ist generell natürlich nichts ehrenrühriges, mache ich selbst so alle zwei Jahre doch auch so etwas wie eine Ausschreibung, wenn ich zu Beiträgen für eine neue Ikarus-Anthologie aufrufe.

Dennoch bekomme ich jedesmal ein eher ungutes Gefühl, wenn ich die Reaktionen zu geposteten Ausschreibungstexten lese. Da ich als Juror des Marburg-Award selbst immer auch ein Opfer solcher Angebote bin und feststellen muss, dass Theodore Sturgeons 90-%-Regel sich in aller Regel bewahrheitet, frage ich mich natürlich schon, was jemanden dazu veranlasst, eine objektiv grausige Story an einen Verlag oder einen Wettbewerb zu schicken. Ich bekomme den Eindruck, als sei das so eine Art Sport: Ich schicke mal zu jeder Ausschreibung meine Story, irgendwann werde ich schon Glück haben. Die Masse macht’s. Dass dieses Glück dann oftmals in einer zweitklassigen Veröffentlichung besteht, will ich hier außen vor lassen, dafür habe ich Verständnis und nicht alle können immer nur die Sahnehäubchen vom Mokka schlecken.

Ich finde diese Tendenz, so sie denn stimmt, sehr bedauerlich. Sie enthüllt nämlich bei jenen, die gierig jeder noch so abwegigen Ausschreibung nachgeifern, einen erheblichen Mangel an Selbstwertgefühl. Ein Bekannter von mir, mit dem ich mich einmal über das Thema unterhalten habe, hat es in dem Begriff “literarische Prostitution” zusammen gefasst, die umso schlimmer wird, je weniger objektive Auswahlkriterien die Ausschreibenden bei der Auswahl der Texte an den Tag legen. Muss man sich als Person, die in sich das Bedürfnis und die Fähigkeit zu schriftstellerischer Arbeit sieht, derlei wirklich antun? Kann nicht ein weitaus selektiveres Vorgehen, das höhere Ansprüche an einen selbst und an andere stellt - vor allem an jene, die “ausschreiben” - sinnvoller sein? Fragen über Fragen.

Wie gut, dass ich (fast) keine Kurzgeschichten schreibe.

tentakel-banner1.jpg

« Previous Entries