Jul 30

Autoren schreiben ja auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Es gibt welche, die sehr methodisch vorgehen und einem genau formulierten Plan folgen, sich eine feste Zeichenzahl pro Tag setzen und mit eiserner Disziplin vorankommen. Andere schreiben in plötzlichen Schüben, so als würde sich Energie über einen längeren Zeitraum ansammeln, um dann in einem Ausbruch zu Papier gebracht zu werden. Manche schreiben rein explorativ, gehen von einer eher vagen Idee aus, und lassen dann das Buch und dessen Charaktere sozusagen selbst entscheiden, wohin die Reise geht.

Bei mir ist es von allem ein bißchen. Ich schreibe gerne explorativ, habe aber im Regelfalle mehr als nur eine vage Idee, zumindest eine Art Grobplanung. Ich schreibe gerne methodisch und diszipliniert, überwinde meinen inneren Schweinehund aber dann oft nicht, was manchmal zu mehrwöchigen Schreibpausen führt. Und es gibt diese “Ausbrüche”, die leider viel zu selten sind. Am letzten Wochenende hatte ich einen, das Ergebnis waren immerhin runde 40.000 Zeichen für mein aktuell in Arbeit befindliches Romanwerk “Kaiserkrieger“. Bald habe ich rund ein Viertel des Romans geschafft, oder wahrscheinlich eher ein Fünftel, denn ich glaube nicht, dass ich mit 1.000.000 Zeichen auskommen werde. Nein, eher nicht…

Jul 28

Worum geht es?

Im sechsten Band seiner “Saga of seven suns” greift Anderson nochmal in die Vollen: Die Klikiss kehren zurück, der Vorsitzende der Hansa dreht endgültig ab und ein derangierter Illdirianer taucht in neuer Inkarnation wieder auf. Meine Herren.

Wie sieht das Buch aus?

Ich habe hier die sehr schöne Trade-Paperback-Ausgabe aus Großbritannien vorliegen, an der ist kein Makel.

Wie ist der Stil?

Anderson schreibt abwechslungsreich und obgleich das Buch recht umfangreich ist, kommt er ganz und gar ohne Infodumps und Geschwurbel aus. So muss das.

Was gefiel?

Die rasant fortschreitende Handlung mit ihren interessanten Wendungen und lebendigen Charakteren.

Was gefiel nicht so?

Die etwas zu zahlreichen Handlungsebenen - obgleich sie zum Schluss durch den Sensenmann reduziert werden - und dieser etwas komische Mystizismus in Andersons Worldbuilding.

Zu empfehlen?

Mir macht die Saga weiterhin großen Spaß, egal, was Anderson anderswo für einen Schmonzes zu schreiben scheint.

Jul 26

Auf fictionfantasy.de findet sich diese Besprechung von Rupert Schwarz.

Jul 26

Worum geht es?

Der Omnibus-Band enthält die beiden ersten Abenteuer von Pournelles MilSF-Helden Falkenberg, wie er sich als Offizier des auseinanderbrechenden CoDominium und als Söldnerkommandant durchschlägt.

Wie sieht das Buch aus?

Nichtssagend.

Wie ist der Stil?

Pournelles Schreibe ist präzise und fesselnd, er hält sich nicht mit viel Geschwurbel auf und kommt schnell zum Punkt.

Was gefiel?

Die gut und nachvollziehbar beschriebenen taktischen Entwicklungen während der beschriebenen Kampfhandlungen.

Was gefiel nicht so?

Pournelle hat die leichte Tendenz, seine politischen Ansichten stark in die Handlung einzubringen, überschreitet dabei aber glücklicherweise nicht die John-Ringo-Grenze der Unerträglichkeit.

Empfehlenswert?

Pournelles Falkenberg-Romane gehören zum Urgestein der MilSF und man sollte sie allein schon aus Gründen der Komplettizität gelesen haben.

Jul 25

Viel Zeit hatte ich leider nicht, um mich persönlichen Hobbys hinzugeben - letztendlich handelte es sich ja um einen Familienbesuch. Die regelmäßigen Treffen der Londoner SF-Fans fanden in dem Zeitraum leider auch nicht statt, und auf den großen Potter-Con wollte ich auch nicht - der Vorcon auf den regennassen Straßen vor den Buchläden hatte mir schon gereicht. Also beschränkte ich mich auf einen Besuch des “Fantasy Centre” in der Holloway Road, glücklicherweise gleich um die Ecke meines temporären Wohnortes. Das “Fantasy Centre” ist ein Second-Hand-Buchladen, der viele, viele Regale voller SF-, Horror- und Fantasyromane, vornehmlich aus den USA und UK enthält.

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Ich habe dort geraume Zeit zugebracht und viel mitgenommen, bis ich irgendwann an meine Gepäckobergrenze denken musste. Dadurch habe ich z. B. endlich den Janissaries-Zyklus von Jerry Pournelle komplett und den Colonization-Zyklus von Turtledove in einem guten Zustand abgegriffen. Auch sonst habe ich einige Klassiker eingepackt, und ich hätte noch viel mehr mitnehmen können - in den endlosen Regalreihen habe ich mich komplett verloren. Ein schöner Laden, von dem ich hoffe, dass er niemals eine Zweigstelle in Saarbrücken aufmacht, denn das würde fatale Auswirkungen auf meine finanzielle Situation haben…

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Jul 23

Worum geht es?

Der erste Roman um den gewitzten und trinkfreudigen Fantasy-Privatdetektiv im Kampf gegen frömmelnde Kirchenvertreter, finstere Orkmagier und politische Intriganten.

Wie sieht das Buch aus?

Ein bemerkenswert schlecht aufgemachtes Paperback mit einem grottigen Cover.

Wie ist der Stil?

So, wie Martin Kay ihn mit Leidenschaft hassen würde: Ich-Perspektive und im Präsens. Letzteres mag ich normalerweise auch nicht, hier hat es aber ganz gut funktioniert.

Was gefiel?

Die rasche Handlung, der sympathische Humor und die interessanten Wendungen der Kriminalgeschichte.

Was gefiel nicht so?

Irgendwas hat mir gefehlt. Alles in allem war das Buch inhaltlich zu dünn, es fehlte etwas Fleisch am Knochen.

Empfehlenswert?

Schön für die Lektüre zwischendurch, ich habe für das relativ dünne Taschenbuch kaum drei Stunden gebraucht.

Jul 22

Bald bin ich wieder in Deutschland, und ich werde dann auch ein wenig ausführlicher über meinen Besuch im - charakteristisch - regnerischen London berichten. Jedenfalls wurde ich hier auf besondere Weise mit der Pottermania konfrontiert, da ich am Betreten eines Buchladens beinahe dadurch behindert wurde, mich durch eine endlose Schlange an campenden Potterista kämpfen zu müssen, die z. T. zwei Tage vor Erscheinungstermin im Regen hockten, um ihr Buch zu erstehen. Mich ließ das, als jemand, der von Band 1 keine 30 Seiten gelesen hat, recht kalt. Ich war dann woanders einkaufen :)

Ansonsten hat es sich ausgeträumt: “Tentakeltraum” ist fertig. Natürlich muss das Manuskript noch über- und bearbeitet werden, aber es ist trotzdem ein gutes Gefühl. 250 Seiten wird der Roman sicher umfassen, ein gutes Viertel mehr als der erste Band - und damit hoffentlich auch jenen entgegen kommen, denen Band 1 schlicht zu knapp geraten war. Und nein, die Tatsache, dass das Manuskript abgeschlossen ist, heißt nicht, dass der Roman eher als geplant erscheinen wird - ihr werdet noch bis zum kommenden Frühjahr warten müssen.

Jul 18

Ursula K. LeGuin, der man nun wirklich nicht vorwerfen kann, so abgeschmacktes Zeugs zu schreiben wie ich, hat eine wunderschöne Polemik verfasst, die gut zu der weitgehend sinnbefreiten und auch im neuen Heyne SF-Jahr runtergebeteten Diskussion um das Ende der SF und derlei passt. Schaut selbst.

Jul 18

Ich habe fast ausgeträumt: Bei “Tentakeltraum” sitze ich im letzten Kapitel, und das habe ich zur Hälfte fertig. Der Roman ist so gut wie geschrieben und, wie ich zufrieden feststellen darf, einigermaßen in meinem persönlichen Zeitplan. Fertig wird er aber diese Woche trotzdem nicht, denn morgen düse ich mit der Familie nach London. Dementsprechend herrscht ab sofort bis kommende Woche Eiszeit in meinem Blog, aber ich bin mir sicher, Ihr werdet es verkraften.

Jul 16

… ist ein keinesfalls unbekanntes Zitat aus dem ersten Star-Wars-Film, das ich in Email-Konversationen mit Martin Kay des öfteren benutze, wenn ich mich dem Ende eines Romanmanuskriptes nähere. Und in der Tat, gestern habe ich mit dem zweitletzten Kapitel von “Tentakeltraum” begonnen. Nachdem ich vorher eine Hauptperson des Romans eklig habe verenden lassen, räume ich jetzt die Scherben ein wenig auf, um direkt auf den dritten und abschließenden Band überleiten zu können. Wie ich aber schon sagte, ist dann nicht nur eine längere Be- und Überarbeitungsphase notwendig, nein, ich will auch erstmal eine kleine Tentakelpause einlegen: Es ist durchaus eine gute Idee, etwas Abstand zum Werk zu bekommen, ehe man im gleichen Universum weiterarbeitet. Sonst wird man irgendwann lustlos, und das Ergebnis kann man dann nicht mehr lesen, ein Schicksal, das viele nur von einem Autoren geschriebene Serien und Endloszyklen betrifft.

Außerdem habe ich diese Woche das erste Mal seit fast 20 Jahren so etwas wie Urlaub: Ich werde mit meiner Familie eine knappe Woche nach London reisen, in erster Linie, um Verwandte zu besuchen, in zweiter Linie, damit ich einige der einschlägigen Buchläden in London aufsuchen kann. Man empfahl mir das “Fantasy Centre” in der Holloway Road als die beste Anlaufstelle für gebrauchte Bücher und, was mich besonders interessiert, aktuelle Neuerscheinungen der UK-Kleinverlage. Jedenfalls wird dieser Trip dazu führen, dass ich mich in den kommenden Tagen eher nicht in diesem Blog verewigen werde. Ich hoffe auf allseitiges Verständnis :)

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