Sep 30

Bis zum 18. Oktober wird dieses Blog nun mindestens Pause machen - denn ich fliege morgen in die schöne Mongolei. Und da ich dort gar viel zu tun haben werde, wird sich mein Bedürfnis, hier zu bloggen, auch eher in Grenzen halten. Seid also geduldig und viel Spaß auf dem BuchmesseCon. Dort werde ich übrigens irgendwie doch anwesend sein. Lasst Euch überraschen.

All jene, die noch kein Exemplar von “Tentakelschatten” haben, sollten sich dort schnellstmöglich eindecken und wer dem Wahlspruch “Kauft Ikarus!” folgt, macht sicher auch keinen Fehler :)

Sep 28

Zu einem Con gehören natürlich dann auch immer jene Ereignisse, Bonmots, Begegnungen und Zufälligkeiten, die den Charme eines solchen Treffens ausmachen. Ich will da gar nicht viel erzählen, sondern lieber meine letzten Fotos sprechen lassen: Mit diesem fünften Teil meiner EuroCon-Impressionen endet meine kleine Vernissage der europäischen SF-Szene. Ich habe bereits andernorts gesagt, dass mir der Con Spaß gemacht hat und ich auch künftig die Absicht habe, wieder EuroCons zu besuchen, noch viel wichtiger fände ich es aber, wenn es auch die deutsche SF-Szene mal wieder schaffen könnte, einen Bid für einen EuroCon erfolgreich über die Bühne zu bekommen - jetzt ist es ja doch schon eine Weile her seit dem letzten Mal und ich meine, es ist wieder an der Zeit. Auf dem Con selbst habe ich mit Arno Behrend vom DortCon-Team darüber diskutiert, der zumindest nur eher verhaltene Begeisterung gezeigt, diese Perspektive jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen hat. Es bleibt also viel zu tun :)

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Zwar hat auch Lord Vader kurz vorbei geschaut, aber…
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… es besteht kein Zweifel daran, dass das Imperium arg verweichlicht ist.
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Manche Dinge lassen sich auf EuroCons nicht vermeiden
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Nein, (leider) keine Playboy-Bunnies, sondern…
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… Teilnehmerinnen am Kostümwettbewerb
Sep 27

Natürlich ist kein gescheiter internationaler Con was wert ohne die Stars, die dort eingeladen sind. Neben den offiziellen Ehrengästen fanden sich derlei einige in Kopenhagen, und das war zumindest schon deswegen interessant, weil auf einem letztlich dann doch eher familiären Treffen wie diesem Berührungsängste, falls überhaupt vorhanden, schnell abgebaut wurden. Ich selbst hatte das Vergnügen, mit David Hardy während des Banketts am gleichen Tisch zu sitzen. Ansonsten war aber vor allem das längere Gespräch mit Ruth Nestvold von Interesse für mich. Die amerikanische Autorin lebt seit vielen Jahren in Stuttgart (ist mit einem Deutschen verheiratet) und hat schon viele Kurzgeschichten in renommierten anglophonen Magazinen veröffentlicht. In der aktuellen Best-of-Anthologie von Garnder Dozois ist sie ebenfalls vertreten. Auf dem Con hat sie mir dann berichtet, dass sie nun ihr erstes Romanmanuskript verkauft habe. Da sie in Englisch schreibt, war es von besonderer Überraschung, dass nach all den vergeblichen Bemühungen auf dem amerikanischen Markt nun ein deutscher Verlag zugeschlagen hat. Ruth ist übrigens “normalerweise” von Beruf Übersetzerin, und sie hat auch meine Story für die EuroCon-Anthologie einem notwendigen copy editing unterzogen. Man sollte seine eigenen Fähigkeiten ja realistisch einschätzen…

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Anne McCaffrey bei ihrer Signierstunde

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Auch irgendwie Prominenz: Der ESFS-Vorstand (mit Bart David Lally, der Vorsitzende)

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David Hardy mit Ehefrau beim Bankett

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Ehrengäste bei der Eröffnungszeremonie: ganz links Harry Harrison, zweiter von links Stephen Baxter

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Das Autorenpanel mit (v.l.n.r.): Bruce Holland Rogers, Barbara Kerner, Ruth Nestvold und Marc van Schlegell

Sep 26

Hochinteressant war das Panel mit europäischen Kleinverlagen - von denen dann aber nur zwei vertreten waren, nämlich die Albedo One-Macher aus Irland sowie Roelof Goudriaan, der in Belgien lebt und vor allem die niederländische SF-Szene seit langem begleitet und als Verleger tätig ist. Da das Publikum aber klein war, war es mehr eine Roundtable-Diskussion als ein Panel, so dass auch andere Fans, die mit Kleinverlagen verbandelt sind, die Gelegenheit hatten, ihre Ansichten zu äußern. Es war faszinierend zu sehen, wie sich manche Dinge gleichen: Sowohl die Iren, allen voran Bob Neilson und David Murphy, wie auch Roelof waren der Ansicht, dass es die Aufgabe der Kleinverlage sei “cutting edge” zu veröffentlichen - also all das “Neue und Frische”, an das sich große Verlage schon lange nicht mehr herantrauen würden. Gleichzeitig stimmten sie jedoch meinem Einwand zu, dass die Reputation der small presses darunter leide, dass mit Ankunft der digitalen Druckverfahren viele “junk presses” aufgetaucht seien, die irgendwelchen Mist publizieren und bei denen im Grunde Marktmechanismen nicht mehr wirken würden, da die Investitionskosten mittlerweile im Vergleich zu früher verschwindend gering seien. Die Iren vertraten vor allem die Auffassung, dass die SF derzeit ohnehin zunehmend in die Nische der Kleinverlage abgedrängt werde, da die großen Häuser nur noch Interesse an Fantasy hätten und kaum noch bereit seien, umfangreicher in die SF zu investieren. Man sei sozusagen nach den guten 80er Jahren derzeit wieder in einem abwärts verlaufenden Zyklus gefangen, und müsse jetzt überwintern, bis es wieder besser werde. Interessant ist auch, dass beide Verlagsvertreter vorwiegend Kurzgeschichten publizieren - die Iren in ihren Anthologien sowie in dem durchaus renommierten Magazin “Albedo One”, sie loben sogar jährlich den mit 1000 € dotierten Aeon-Award für die beste Kurzgeschichte aus, Roelof in vor allem gut aufgemachten HC-Anthologien - und kaum Romane, was nur zum Teil auch der Tendenz in der deutschen Kleinverlagsszene entspricht. Novellen, so meinen sie, seien auch eher schwierig.

Nach dem Panel hatte ich dann noch ein längeres Gespräch mit dem belgischen Autoren Alain de Bussy, der zwar Belgier ist, aber vorwiegend in französischen Verlagen publiziert, weil diese zumindest den wallonischen Markt in Belgien dominieren würden. Er erklärte mir, dass nach seiner Einschätzung der größten belgische Genreverlag sich glücklich schätzen würde, wenn er von einem Buch 500 Exemplare verkauft bekäme und das größte französische SF-Magazin auch nicht mehr als 1000 Exemplare verkaufe. Es wird also überall nur mit Wasser gekocht.

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Das irische SF-Magazin “Albedo One”

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Bob Neilson (links) und David Murphy (rechts) aus Irland

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Eine eigene Art von Kleinverlag: Hubbard-Devotionalien en masse

Sep 25

Dänemark ist ein kleines Land, und daher erscheint auch dort deutlich weniger an Nischenliteratur. Da ich nun einmal dort war, lag es nahe, mich etwas mit der dänischen Szene zu befassen. Von zentraler Bedeutung ist dort der Science Fiction Cirklen, eine Mischung aus Verein und Verlag, der neben regelmäßigen Treffen auch Bücher dänischer und ausländischer Autoren veröffentlicht - zur Riege der Übersetzungen gehören etwa Greg Egan, Bruce Sterling, Stephen Baxter und andere. Das ist auch notwendig, denn die Gesamtzahl der SF-Veröffentlichungen in Dänemark wäre ohne die Arbeit des Cirklen sehr gering. Er scheint fast die einzige Möglichkeit auch für dänische Autoren zu sein, professionell zu veröffentlichen. Der Cirklen schreibt auch Nachwuchswettbewerbe aus, und die Gewinner werden mit einer Romanveröffentlichung geehrt. Ansonsten dreht sich alles um das SF-Magazin “Proxima”, dessen aktuellste Ausgabe ich auf dem Con erstanden habe. Niels Delgaard - Fan-GoH auf dem Con und das dänische Äquivalent zu Hermann Urbanek - zählt dort die komplette Bibliographie von in Dänemark im Jahre 2005 erschienener SF auf. Er kommt im primärliterarischen Bereich auf eine Gesamtzahl von 128 Veröffentlichungen - Übersetzungen und jede einzelne Kurzgeschichte mitgezählt. Ebenfalls vom Cirklen herausgegeben ist die offizielle EuroCon-Anthologie mit Kurzgeschichten aus zwölf europäischen Ländern. Die Ehre, Deutschland zu vertreten, wurde dabei mir zuteil.

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Das dänische SF-Magazin “Proxima”
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Die EuroCon-Anthologie
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Die dänischen Dealer haben gut verkauft (auch an mich)
Sep 24

Ich bin zurück aus dem schönen Kopenhagen und möchte in dieser Woche ein paar Eindrücke mit Euch teilen. Der allererste Eindruck, den ich bekommen habe, war der eines Empfanges im Kopenhagener Rathaus, für den der dänische Steuerzahler dann auch durchaus tief in die Tasche gegriffen hat, denn es gab ein recht beeindruckendes Buffet. Die Rede des Ratsmitgliedes war jedoch dermaßen offensichtlich von grundlegender Unkenntnis über das Publikum und den Zweck eines EuroCons gekennzeichnet, dass es einem schon fast ein wenig leid tat. Aber Kopenhagen freute sich, dass wir da waren, und wer bin ich, dass ich dem widerspreche?

Das Congebäude selbst hatte den Charme vergleichbarer Bürgerzentren auch in Deutschland und wirkte daher nur in Grenzen gemütlich. Immerhin war der Con recht gut besucht und das konnte einen auch über die Programmplanung hinweg sehen lassen, die streckenweise acht parallele Schienen vorsah - das war vielleicht dann doch etwas zuviel des Guten.

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Eurofans warten vor dem Kopenhagener Rathaus auf Einlass.

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Der dänische Steuerzahler hat sich nicht lumpen lassen.

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Fans vor dem Congebäude, dem Kulturhaus im Stadtteil Valby

Sep 18

Bis nächste Woche bleibt hier die Küche kalt, denn ich mache mich morgen früh - nach einem kleinen Umweg - auf den Weg nach Kopenhagen, um dort am diesjährigen EuroCon teilzunehmen. Zum Bankett am Samstagabend sowie zum Empfang im Kopenhagener Rathaus habe ich mich auch schon angemeldet. Da ich am Sonntagmorgen leider schon wieder abfliegen muss, soll man mitnehmen, was man kriegen kann. Ich kann mich hoffentlich gleich am Montag mit ein paar Impressionen und Bildern wieder melden.

Sep 17

Worum geht es?

Im letzten Band der Belgariade gibt es für den bösen Gott Torak eins auf die Mütze und am Ende heiraten alle. Echt. Alle.

Wie sieht das Buch aus?

Das beste der Cover bisher, ich mag halt Segelschiffe.

Wie ist der Stil?

Ein schöner und runder Abschluss, mit allerlei gut beschriebenem Schlachtengetümmel und der notwendigen Portion Tragik, wenngleich diese bei einer der Hauptpersonen - Schmied Durnik - aufgrund der recht klaren Prophezeiung leider nicht so funktioniert.

Was gefiel?

Die Zusammenführung der Handlungsfäden und der schnörkellose und konsequente Höhepunkt.

Was gefiel nicht so?

Das mit dem Rundherum-Heiraten am Ende wirkte dann doch irgendwann etwas ermüdend.

Zu empfehlen?

Der Belgariad-Zyklus hat mir gut gefallen. Ich werde jedoch bis zur Lektüre des Folgezyklus jetzt etwas Zeit vergehen lassen, auf die Dauer sind die ganzen “thee” und “thy” und “thou” doch etwas anstrengend :)

Sep 16

Das Manuskript von “Kaiserkrieger” ist dieses Wochenende über die Marke von 600.000 Zeichen geklettert. Damit habe ich etwas mehr als die Hälfte des Romans abgeschlossen. Ich bin mir zwar immer noch recht sicher, den Roman nicht bis Ende des Jahres abgeschlossen zu haben, andererseits habe ich beschlossen, in jedem Falle, wenngleich mit geringerer Kadenz, weiter zu schreiben, obgleich ich Anfang 2008 auch mit “Tentakelsturm” beginnen möchte und noch Serienarbeit ansteht. Das Schreiben von “Kaiserkrieger” ist derzeit ein recht intensives Erlebnis, und ich hoffe, einiges davon auch in die langen und kalten Wochenenden in Ulan Bator mitnehmen zu können, wenn ich Anfang Oktober für einige Wochen in die Mongolei entschwinde.

Sep 14

Worum geht es?

Jung Garion wird endlich König und auch mit der süßen Zicke verlobt, die ihn sogar zu feministischen Maßnahmen treibt. Ein Trauerspiel. Dann aber geht’s in Richtung Endgegner, und die Odyssee setzt sich fort.

Wie sieht das Buch aus?

Dieses Cover funktioniert sogar ausnahmsweise mal.

Wie ist der Stil?

Ich hatte das Gefühl, dass Band 4 der Belgariade etwas einknickt. Nicht, dass es schmerzhaft wird, aber ganz leicht.

Was gefiel?

Die schönen, wenngleich etwas holzschnittartig gezeichneten Charaktere lassen einen immer mal wieder warm ums Herz werden.

Was gefiel nicht so?

Kann mal bitte jemand diese Prinzessin über’s Knie legen? (Ich melde mich freiwillig!)

Zu empfehlen?

Der ganze Zyklus macht mir immer noch großen Spaß.

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