Apr 30

Nachdem ich meine Reisepläne für den kommenden Monat aufgezählt habe, wurde mir familienseits deutlich signalisiert, dass eine Abwesenheit meinerseits am 10. Mai dem Familienfrieden, meinem Sexualleben sowie meiner allgemeinen Gesundheit (geistig wie körperlich) nicht zuträglich sein würde. Ich muss daher auf meinen geplanten Besuch in Darmstadt leider verzichten.

Ich bin mir derzeit noch nicht ganz sicher, ob ich stattdessen das nette Treffen in Mülheim Ende Mai ansteuern sollte. Auch das hängt ganz sicher davon ab, inwieweit dies bei den dafür zuständigen Hierarchien durchzusetzen ist.

Apr 29

Ryk E. Spoor, amerikanischer SF-Autor, in r.a.s.f.w.:

Aside from something on the order of being arrested for running a pre-schooler’s prostitution ring, there’s almost NO such thing as “bad publicity” for an author. The worst thing you can do to an author whose work you hate is never mention them or their works by name, and avoid anything that might increase their visibility.

Danke für die Erinnerung. Ich vergesse das manchmal.

Apr 28

“Tentakeltraum”, die Fortsetzung von “Tentakelschatten” wird in Kürze erscheinen und wie ich weiß, erfreute sich in Band 1 vor allem die Person des genialen Wissenschaftlers Dr. DeBurenberg großer Beliebtheit. Als kleines Schmankerl für die Freunde meiner Trilogie hier ein Ausschnitt aus dem Roman, in dem die besondere Freude, mit jemandem wie ihm zusammen arbeiten zu dürfen, gut offenbar wird:

„Capitaine, die Rechenleistung der Takamisakari ist ungenügend.“

Haark setzte sich und wechselte einen vielsagenden Blick mit Frazier, der ebenfalls im Raum war.

„Wir benötigen die vorhandenen Kapazitäten größtenteils zur Steuerung des SAL-Antriebes. Ich habe Ihnen zugeteilt, was möglich war.“

„Wären die von mir vorgeschlagenen Modifikationen umgesetzt worden, wäre es mehr.“

„Dafür war keine Zeit. Außerdem…“, Haark zögerte. „Außerdem hat außer Ihnen keiner verstanden, was Sie da eigentlich umbauen wollten.“

DeBurenberg nahm diese Erklärung mit einem Nicken zur Kenntnis. Dass die Welt um ihn herum aus Ignoranten bestand, war nichts Neues für ihn. Und Haark hatte sich mittlerweile daran gewöhnt, als ignorant angesehen zu werden. So wusste jeder, wo er stand, und man konnte gleich zum Wesentlichen übergehen.

„Capitaine, ich benötige die vollständige Rechnerkapazität und den Zugriff auf meine Invasionssoftware sogleich nach unserem Eintritt in das Ambius-System.“

„Aber ich dachte, Sie hätten die Software noch nicht fertiggestellt!“

„Wann habe ich das gesagt?“

„Vor drei Tagen.“

DeBurenberg starrte Haark als Antwort nur an. Dieser stutzte, dann seufzte er.

„Ich verstehe, Sie sind mittlerweile damit fertig geworden.“

„Ja. Es wäre schneller gegangen, wenn…“

„… Ihnen mehr Rechnerleistung zur Verfügung gestanden hätte“, vollendete Haark seinen Satz, eine Angewohnheit, die DeBurenberg gar nicht schätzte und auf die er meist gereizt reagierte. Doch obgleich Haark wusste, warum das Genie sich so und nicht anders verhielt, ging der Mann ihm regelmäßig auf den Geist und er konnte nicht anders, als ihn zumindest etwas zu triezen.

Zum Glück war DeBurenberg nicht nachtragend.

Er wusste nicht einmal, was das ist.

„Also vollen Zugang gleich nach Eintritt? Wir benötigen Kapazität zur Auswertung der Sensordaten!“

„Zeichnen Sie auf, werten Sie später aus. Sie werden sowieso die wesentlichen Sachen nicht erkennen. Ich brauche jede Minute, die wir haben, um die Daten der Computerkommunikation des Feindes aufzufangen und auszuwerten. Das ist nicht passiv, das ist aktiv, und Funk ist langsamer als das Licht. Ich brauche Zugang zum Netzwerk des Feindes.“

„Den kann ich Ihnen nicht versprechen. Vielleicht haben sie auch gar keines.“

DeBurenberg sah Haark wie einen kleinen Jungen an.

„Unsinn. Sie benötigen eines, sobald sie ihre Herrschaft etabliert haben. Alles andere wäre höchst unlogisch und unwahrscheinlich. Ich muss es nur finden und hinein kommen, ohne dass der Feind es bemerkt.“

„Wie Sie schon richtig bemerkt haben, sind Funkwellen langsamer als das Licht, und wir werden am Systemrand auftauchen. Ich kann Ihnen nicht versprechen…“

„Bringen Sie mich in die Nähe einer Station oder eines Schiffes“, forderte der Wissenschaftler.

„Das ist zu gefährlich. Unser Schiff ist langsam, schwerfällig und wird bei Eintritt in das System glitzern wie ein Weihnachtsbaum. Ich muss…“

„Ich brauche Daten.“

„Die brauchen wir alle.“

„Meine sind die wichtigsten. Sie müssen tun, was ich sage.“

Haark schluckte die Erwiderung runter, die ihm auf der Zunge gelegen hatte. Er sah Frazier an, der hintergründig lächelte. Verdammt, Tamara Lik grinste offen! Die beiden „Betreuer“, wie er die Begleiter DeBurenbergs insgeheim nannte, schienen sich prächtig zu amüsieren.

„Doktor, ich werde tun, was ich kann.“

„Mehr ist wohl nicht zu erwarten“, kommentierte DeBurenberg. Haark wusste, dass das Genie dies nicht einmal verächtlich meinte – für den Wissenschaftler war dies nicht mehr als eine simple Feststellung, mit der er sich mit der Inferiorität seiner Zeitgenossen abfand.

„Ist das alles, Doktor?“

„Ja, Sie können gehen.“

Apr 27

Nein, damit ist leider nicht das Manuskript von “Tentakelsturm” gemeint, bei dem es in letzter Zeit schwerfällig bis gar nicht vorangekommen ist (seufz), sondern die Übersetzung des Interviews mit Sharon Lee und Steve Miller, das ich für die kommende Ausgabe von “phantastisch!” geführt habe. Das Autorenehepaar der in Deutsch bei Heyne erscheinenden Liaden-Romane hat einiges in den letzten 40 Jahren in der US-SF-Szene mitgemacht und viele interessante Einblicke gewährt. Ich erlaube mir mal einen klitzekleinen Teaser zum Thema “Kleinverlage in der US-Szene”:

“Es ist von zentraler Bedeutung für einen Kleinverlag, ein Marktsegment gut abzudecken, sich um die eigene Kernleserschaft zu kümmern und Teil der Szene zu sein, nicht darüber zu stehen.”

Das vollständige Interview gibt es in der kommenden “phantastisch!”-Ausgabe. Bitte kaufen.

Apr 26

Die in Remscheid lebende Autorin Nicole Rensmann wird heute alt. Da es sich bei ihr um eine Dame handelt, darf ich nicht sagen, wie alt, nur, dass es ziemlich alt ist, sie aber nicht so aussieht, als wäre sie so alt. Damit will ich nicht gesagt haben, dass sie soo alt ist, nur, dass sie jünger aussieht, als sie ist. Da sie aber nicht soo alt ist, sieht sie noch jünger aus. Und am Montag wird sie in ihrem Blog über die Notwendigkeit von push-up-Büstenhaltern sprechen. Das ist, wie ich annehmen möchte, ein wichtiges Thema. Sie wird es aber nicht illustrieren, obgleich sie mit einem push-up sicher nicht alt ausehen würde. Das tut sie jetzt ja auch nicht. Aber Geburtstag hat sie trotzdem.

Herzlichen Glückwunsch.

Apr 24

Das lange Warten hat ein Ende: Wie mir der CEO des Atlantis-Verlages, Darth Guidious, mitgeteilt hat, werden nunmehr sowohl die noch einmal durchgesehene zweite Auflage von “Tentakelschatten” wie auch der Folgeband “Tentakeltraum” an die Druckerei gehen und damit in Kürze der erwartungsvollen Käuferschaft zur Verfügung stehen. Hier gleich mal zum Anfixen der Umschlag des Romans, der diesmal 230 Seiten umfassen wird (in 9,5 pt gesetzt, weil Darth Guidious meint, ich sei nicht Peter F. Hamilton. Hat der eine Ahnung!).

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Apr 23

Da fährt man nichtsahnend von Brüssel nach Hause und bekommt eine SMS, die aus der schlichten Mitteilung besteht, dass der PR-Autor und Ex-Exposéredakteur Ernst Vlcek verstorben ist. Mich hat schon beim Tode von Schriftstellern wie Clark Darlton, K.H. Scheer, Willi Voltz und zuletzt Werner Giesa die Wehmut ergriffen, sind all dies doch Namen, die eng mit meiner Sozialisation als SF-Fan verbunden waren und sind. Ernst Vlcek gehört sicher auch dazu, vor allem in Bezug auf seine Arbeit für “Mythor”. Er wird allgemein vermisst werden, nicht nur von mir.

Apr 19

Worum geht es?

Der Krieg gegen die Graken neigt sich seinem Ende zu und manche der Hintergründe werden klarer.

Wie sieht das Buch aus?

Die Gestaltung ist mit all den flammenden Sonnen bei allen drei Bänden dieser Trilogie ein wenig einfallslos.

Wie ist der Stil?

Spannend, eindringlich, manchmal ein wenig arg schwurbelig, wenn Brandhorst auf die großen kosmischen Zusammenhänge eingeht.

Was gefiel nicht so sehr?

Die arg konstruierte Hintergrundstory, die schon eine Menge grundlegende Toleranz für kosmologische Wolkenschlösser erwartet.

Was gefiel?

Der ganze Rest, vor allem die Handlungsebene um Nektar.

Zu empfehlen?

Der Kantaki-Zyklus gehört auch mit seiner zweiten Trilogie zu dem Besten, was die deutsche SF zur Zeit zu bieten hat.

Apr 18

Stimmt natürlich nicht, ich fand Bern recht schön, zumindest das, was ich davon gesehen habe. Aber die SF in den Bücherregalen der Buchhandlungen kam ausschließlich aus Deutschland und in den Regalen, die mit “Schweizer Autoren” betitelt waren, fand ich bloß Krimis und Problemliteratur. Bäh. Fast 9 Millionen Schweizer und keine SF-Autoren?

Damit dieser Eintrag nicht so langweilig ist, hier noch ein Foto. Ich widme es Oliver.

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Apr 14

Worum geht es?

Um Vampire, eine Seuche und die Tatsache, dass Martin mich für Welteroberungspläne missbraucht hat.

Wie sieht das Buch aus?

Ein gut aufgemachtes HC mit einem schönen Cover.

Wie ist der Stil?

Martin schreibt spannend, actionorientiert und mitreissend.

Was gefiel nicht so?

Dass man manchmal vor lauter Action kaum zur Ruhe gekommen ist.

Was gefiel?

Die historischen Rückblenden fand ich gut gelungen.

Zu empfehlen?

Die Vampir-Gothic-Reihe ist für alle Freunde rasanter Action-Phantastik nur zu empfehlen.

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