Jul 31

Ich sitze gerade wieder an “Tentakelsturm” und dachte mir, ich spendiere mal einen Ausblick auf den dritten Band meiner Trilogie:

Station Thetis war eine insgesamt 1800 Quadratmeter umfassende, vierstöckige Anlage, die, vom obersten Stockwerk abgesehen, in den Fels des Jupitermondes Ganymed eingelassen. Alle vier Stockwerke ruhten in einer halbkugelförmigen Schale aus einer speziellen Mischung aus Beton und Stahl, die gleichzeitig höchste Festigkeit wie auch Elastizität versprach. Die Wände der Halbkugel waren mit den Wänden des Gebäudes durch eine Vielzahl von Stickstoff-Stoßdämpfern verbunden, die Erschütterungen abfingen und selbst direkte Einschläge in die Anlage abfedern sollten. Das „Dach“ der Station bestand aus einer mehrschichtigen Panzerung von fast fünf Metern Dicke, die sich fugenlos über die gesamte Oberfläche hinzog. Mächtige Generatoren erzeugten einen der wenigen experimentellen Energieschirme, die in der Sphäre zum Einsatz kamen. Außerhalb der eigentlichen Station, ebenfalls halb in den Felsen eingelassen, standen achtzehn gepanzerte Geschütztürme, die mit Laserbatterien, Raketenwerfern, Gauss-Kanonen und Massenbeschleunigern ausgestattet waren. Sie ruhten auf gut abgesicherte Kraftwerken und Munitionslagern. Die Station hatte die Bewaffnung zweier Schlachtkreuzer aufzubieten. Sie war nach bestem Wissen und Gewissen und dem aktuellen Stand irdischer Technologie gegen Angriffe gewappnet.

Die Tatsache, dass die Erschütterung Fraziers Kaffeetasse vom Tisch schleuderte, war demnach kein gutes Zeichen.

Er verzichtete darauf, sie wieder aufzuheben. Da er in voller Kampfrüstung an seinem Tisch saß und nur der Helm neben ihm auf dem Boden lag, wäre diese Verrenkung auch eher anstrengend gewesen. Frazier verfügte im Gegensatz zu Marinesoldaten oder Infanteristen über keinerlei biologisch-mechanische Aufrüstung seiner Sehnen, Muskeln und Knochen, also musste er das Gewicht der Rüstung mit konventioneller Kraft bewegen, was sich als schweißtreibende Angelegenheit herausstellte, und das trotz unterstützender Elektromotoren in den Knie- und Ellenbogengelenken des Anzugs. Flottenangehörige trugen so was maximal einmal während der Grundausbildung und sahen danach nie wieder eine Kampfrüstung, wenn sie sich nicht für die Landeeinheiten meldeten. Ihre Rüstung war normalerweise ihr Raumschiff. Oder ihre Station, in Ermangelung eines Kreuzers.

Deswegen hatten sie auch mehr Angst, wenn es dieser erkennbar an den Kragen ging.

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Jul 30

In meinem heißen Büro sitze ich, und mein Rücken schmerzt nach gestriger Autofahrt, die mich von meiner Schwester über den Tempel zu St. Oliver in Zeven bis nach Saarbrücken geführt hat, nicht ganz, aber fast durch die ganze Republik. Der Besuch in der Waffenfabrik in Bohndorf - ich erinnere an die Steampunk-Waffen aus der Produktion meiner Schwester - hat dazu geführt, dass ich in einem Spielwarenladen einen echten Männerblaster gekauft habe, mit der Bitte an Britta, diesen doch stilgerecht zu überarbeiten. Sturmgewehr der kaiserlich-wilhelminischen Strandmeister in einer sehr alternativen Welt, das war mein Wunsch. Mal gucken, was daraus wird. Hier mal ein Foto des Objekts im Originalzustand - ich bin auf die Veränderungen gespannt!

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Den letzten Abend bei meiner Schwester habe ich mit dem zweiten Warhammer 40k-Tabletop meines Lebens verbracht, einer schönen Kommandomission, die ich ruhmreich gewonnen habe, was ich natürlich auch dokumentieren muss:

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Zu St. Oliver in Zeven wurden wir mit Swimming-Pools, Schuhgeschäften, Eisbechern und großbusigen RENO-Gehilfinnen traktiert, nichts, was dieses Blog (und Euch) etwas anginge. Fotos habe ich sowieso nicht. Nein, auch von der Gehilfin nicht.

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Jul 28

Naja, eigentlich nicht. Es geht mehr darum, wofür ich Geld ausgegeben habe: Nämlich für zwei weitere SF-Magazin-Abos. Das eine Abonnement kommt aus Australien: AUREALIS ist das dortige führende SF-Magazin und ich dachte mir, das sollte ich mal bestellen. Ich bin ein großer Magazin-Freund und daher immer bereit für Neues auf diesem Gebiet. Dann, etwas weniger weit entfernt, habe ich jetzt das irische SF-Magazin Albedo One abonniert. Darüber hatte ich im Nachgang des letzten EuroCons in Kopenhagen hier im Blog bereits berichtet. Damals habe ich mit den Jungs u. a. die Möglichkeit ventiliert, wie man die gegenseitige Übersetzung von Kurzgeschichten verbessern könnte. Dieses Gespräch hat nun Früchte getragen: Offenbar ist man zu der Übereinkunft gekommen, dass die Siegerstory des DSFP künftig übersetzt in Albedo One publiziert wird - in diesem Jahr erstmals die von Frank Haubold. Umgekehrt sollte dann eigentlich die Siegerstory des irischen AEON-Awards ebenfalls nach Deutschland kommen, zumindest hatten wir uns das so überlegt. Was aus diesem Teil des Geschäfts geworden ist, weiß ich aber nicht, trotz entsprechender Nachfragen in den einschlägigen Foren will mir das keiner sagen :(

Ansonsten verbringe ich gerade meinen letzten Tag in der Steampunk-Waffenfabrik meiner Schwester Britta, bis es morgen - nach einem kurzen Abstecher im Tempel zu St. Oliver im bekannten Wallfahrtsort Zeven - wieder nach Saarbrücken geht.

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Jul 27

… ins Kino gehen, denn es gibt einen neuen Pixar-Film. Denn schau ich mir auch an, denn es gibt Roboter und Raumschiffe. Meine Tochter scheint noch nicht so überzeugt zu sein…walle.jpg

Jul 26

Der dritte Sammelband in der SF-Serie “Rettungskreuzer Ikarus” wird in Kürze erhältlich sein. Er enthält die Romane 7-9 aus der Feder von Sylke Brandt, Irene Salzmann und meiner Wenigkeit und wird diese damit, als Einzelromane weitgehend vergriffen, wieder zugänglich machen. Ich werde mich auch demnächst mit den Vorlagen für den vierten Sammelband befassen, da wir diesmal nicht so viel Zeit verstreichen lassen wollen, bis der nächste erscheint. Für Leute, die bisher gezögert haben, in die mittlerweile ja rund 35 Romane umfassende Serie einzusteigen, bieten die Sammelbände eine einfache und kostengünstige Gelegenheit.

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Jul 25

Nachdem mir gestern jemand bescheinigt hat, dass mein gestriger Blog-Eintrag “süß” gewesen sei (ich werde die Identität dieses Menschen aber schützen, keine Angst), habe ich mir doch noch ein paar meiner alten Leihbücher vorgenommen (von denen ich hier wirklich Kartons rumliegen habe). Sehr schön fand ich den Titel “Der rettende Strahl”, das sind so literarische Anspielungen, die man besonders schätzt, wenn man vor dem Klo steht und Probleme beim Wasserlassen hat (Jay Grames, W. W. Shols und Wolf Detlev Rohr kann ich ja zuordnen, aber wer zum Geier ist Jonny Sivo?). Außerdem, und das muss auch noch erwähnt werden, hatten die Buchproduzenten von damals eine ziemlich klare Vorstellung vom bestmöglichen SF-Cover. Raumschiffe gab es jedenfalls fast überall :)

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Jul 24

Ich bin zur Zeit in Wilhelmshaven und sitze im ehemaligen Zimmer meiner Schwester Britta. Wie es immer so ist, wenn ich mein altes Elternhaus besuche, wird man von allerlei Erinnerungen förmlich überwältigt. Da habe ich auf dem Dachboden meine Sammlung alter Boje-Weltraumbücher wieder gefunden, die zu meiner frühen SF-Lektüre gehört haben (und die meinen Sohn nicht interessieren, schluchz…). Abgesehen natürlich von kartonweise Heftromanen, SF-Magazinen, Fanzines und vielen Raumschiffmodellen, die alle eigentlich abgestaubt und neu bemalt werden müssten. Aber ich habe für all das Material halt in Saarbrücken keinen Platz, und als Freiberufler ist das mit dem Immobilienkredit so eine Sache… Banken verstehen mich einfach nicht :)

Die beiden noch nie von mir in Ruhe ausgepackten Bananenkisten mit SF-Leihbüchern aus den 50ern, die mir mein Vater einmal vom Flohmarkt mitgebracht habe, werde ich wohl diese Tage auch nicht begutachten. Aber es ist beruhigend zu wissen, dass ich hier noch einen Lieferwagen mit Material füllen könnte, wenn ich endlich wüsste, wohin damit…

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Jul 23

Oliver Naujoks liest ihn schon, bei mir liegt er auf dem Stapel, der neue Roman “Saturn’s children” des britischen Tausendsassas Charlie Stross. Ich habe diesen Roman, als er noch nicht erschienen war, in diesem Blog bereits einmal erwähnt, und bin froh, dass ich ihn nun in Händen halten darf. Besonders froh bin ich, weil ich damit meine beliebte Serie um das perfekte SF-Buchcover fortsetzen darf. Die Gründe dafür dürften eindeutig sein, nicht wahr, Till?
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Jul 22

Derzeit wird man auf vielen Websites in der Szene ein Werbebanner für das Strategiespiel “Lost Empire Immortals” finden, das in der gleichen Liga wie das von mir hier kürzlich besprochene “Sins of a Solar Empire” spielt. Ich habe es mir natürlich zugelegt, ein Spiel gestartet, gucke so, wie man das am Anfang als Neuling macht, durch die ganzen Menus… und dann fällt mir die Kinnlade runter. Dass die Übersetzung manchmal nicht weiß, was sie will, ist bei Computerspielen leider eher die Regel als die Ausnahme… aber das ist schlicht eines: Schlamperei!!!

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Jul 21

Martin Kay hat ebenfalls einige Fotos vom GrillCon in sein Blog gestellt, die u.a. beweisen, dass ich auch tatsächlich da gewesen bin.

In der Newsgroup de.rec.sf.misc habe ich drei Exemplare von “Tentakeltraum” verschenkt. Die glücklichen Gewinner sind Jürgen Lerch, Andreas Fonforek und Hilko Müller, die Büchersendungen gehen heute in die Post.

Den Deutschen Science Fiction Preis hat dieses Mal sowohl in der Roman- wie auch in der Kurzgeschichtenkategorie Frank Haubold gewonnen. Da ich zu den Besitzern eines der numerierten Exemplare seines prämierten Romans gehöre, werde ich mich von der Rechtmäßigkeit dieser Würdigung selbst überzeugen, sobald mein Lesestapel ausreichend abgeschmolzen ist.

Für den Rest des Monats wird dieses Blog hier eher spärlich aktualisiert, da ich meine Mami in Wilhelmshaven, meine Schwester in Bohndorf und meinen Olli in Zeven besuchen werde. Zwischendurch werde ich aber mal Mucks geben, bin ja irgendwie immer online :)

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