Nov 29

Im vierten Teil meiner Asylum-Werkschau haben wir es mit einem ganz besonderen Werk zu tun, denn mit “Allan Quatermain and the Temple of Skulls” greift Asylum gleich zwei, äh, Traditionslinien auf: zum einen zielt der Film, der seltsamerweise zum gleichen Zeitpunkt wie “Indiana Jones IV” herausgekommen ist, natürlich auf all jene strunzdummen Blödbolzen ab, die beim Griff ins Videoregal nicht verstehen, dass ein Film, der gerade in den Kinos läuft, noch gar nicht auf DVD raus sein kann. Zum anderen aber ist es keinesfalls Asylums Idee, die Indy-Filme durch Surrogate nachzumachen, in der Hoffnung, damit Geld zu verdienen: Es gab ja schon zu Indy-Hochzeiten zwei Quatermain-Verfilmungen mit Richard Chamberlain in der Hauptrolle. Diese waren, wenn ich mich recht entsinne, jedoch budgetär gar nicht so schlecht ausgestattet und auch leidlich unterhaltsam. Das vorliegende Meisterwerk ist weder das eine noch das andere. Ach, dieser Film wäre die absolute Supergrütze, wenn da nicht eine Schauspielerin wäre: Wittley Jourdan. Die heißt hier im Vorspann übrigens “Wittly”. Im Nachspann zu “AvH”, wo sie ja auch auftauchte, heißt sie übrigens “Whittley”. Nun einigt Euch mal.

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Das Bild muss jetzt sein: Wittley spielt die Haushälterin von Indy, äh, Allan, die sich nachher als Zulukönigin entpuppt. Kein Scheiß.

Also, worum geht es hier? Zwei bärtige Gesellen, die schnell sterben, finden bei einem Skelett eine Schatzkarte, die zu König Salomons Schatzhöhle führen soll, die im Film mal ein Tempel, mal eine Mine ist und mal bloß eine Höhle. Die Karte wird in zwei Teile gerissen. Eine Hälfte gerät in die Hände von Allan Quatermain, der ein Geldproblem hat und diese an den hiesigen Repräsentanten der südafrikanischen Nationalpartei verkaufen möchte. Der will aber die ganze Karte, so dass der Deal platzt. Bruder und Schwester eines englischen Adligen, der unlängst mit der anderen Hälfte der Karte im südlichen Afrika verschollen ist, bekommen davon Wind und heuern Quartermain an, ihnen bei der Suche nach dem Verschollenen zu helfen und bei der Gelegenheit natürlich die Schatzhöhle zu finden. Der Nationalparteifunktionär ist darüber nicht erbaut. In den ersten 45 Minuten versucht er, die Leute am Aufbruch zu hindern, was sich endlos hinzieht, weil die Actionszenen eher, naja, hausbacken sind. Das Ganze spielt auf einem alten Zug und in Quatermains Haus. Statisten waren übrigens zu teuer, also ist das alles eine sehr einsame Sache (außer Quatermain und der Schwester, Lady Soundso, gibt es in dem ganzen Zug KEINEN weiteren Passagier!).

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Soviel zum Thema Action: Allan (links) schießt auf den Kreisvorsitzenden der NP (rechts). Und schießt daneben. Das muss man sich echt mal reinziehen. Der steht da dick in der Landschaft, der Zug fährt keine 30 km/h und unser Held ballert gnadenlos daneben. Ich musste dringend eine Bierflasche öffnen.

Schließlich aber bricht man auf: Allan, Sir Bruder, Lady Schwester und Wittley, die Haushälterin, die raunt: “I can help you, Sir!” Womit sie nicht Unrecht hat. Das massiv niedrige Asylum-Budget erweist sich erneut als Ursache für haarsträubende Unlogik. Sir Bruder lockt Allan mit dem Hinweis, dass er als Spross eines Adelshauses über unbegrenzte Geldmittel verfüge. Brauchen wir ein Flugzeug? Ein Auto? Kein Problem, sagt Sir Bruder, musst nur Bescheid sagen! Quatermain winkt ab. Er findet offenbar, die beste Fortbewegungsmethode ist…

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… zu Fuß. Nein, die Bösen haben denen nicht die Pferde geklaut. Die laufen zu Fuß los, um halb Afrika nach der Schatzhöhle zu durchmessen. Shit, schaut Euch die Schotterstraße an: Da gibt es Autos! Und die gehen zu Fuß! Ich habe dringend noch ein Bier benötigt!

Man begegnet dem Angriff eines wütenden Hornissenschwarms, dann landet man bei einem wilden Stamm Zulus, die im Bunde mit dem NP-Funktionär sind (selten dämlich). Man wird gefangen genommen, und einer der Gefangennehmer wird vom König unter fadenscheinigen Gründen zum Tode verurteilt, damit eine magische Mordwaffe eingeführt werden kann: Der Kopfabreißer.

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Schnapp: Einmal ergriffen, dann abgerissen. Kopfamputation mal anders. 

Die Gefangenen entkommen dadurch, dass sich Wittley, die Haushälterin, als verkappte Zulu-Prinzessin entpuppt, die zusammen mit einer alten Mama den Aufstand gegen den König plant und damit Allan und Sir Bruder die Flucht ermöglicht. Der Parteifunktionär hat sich leider Lady Schwester geschnappt, also bleibt nur eines: Showdown in König Salomons Hütte. Ach so: Den verschollenen Bruder hat man auch in Gewahrsam der Zulus entdeckt. Eine große, glückliche Familie.

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Ach, ach, wenn da die Jungs von Asylum mal hätten einsammeln können: König Salomons Schatz in der Höhle, viele Golddublonen. Was hätte man damit für einen schönen Film inszenieren können!

In dem Tempel (der eine große Tropfsteinhöhle ist, zumindest von innen) kommt es zum großen Endkampf: Der NP-Kreisvorsitzende stößt wüste Drohungen aus, Allan greift an und man balgt sich. Das ist dann der große Endkampf, glaube ich. Ich bin beinahe eingeschlafen. Es war zu erwarten, wie er endet: Die mitgeführte Kopfabreißklaue kommt zum Einsatz und unser NP-Vorsitzender wird sich für keine Landesliste mehr aufstellen lassen.

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Da balgen sie sich im Sand. Gähn.

Natürlich passiert, was passieren muss: Nachdem der blöde Tempel Jahrhunderte völlig stabil und im Einklang mit allen Bauvorschriften da in Afrika rumstand, fällt er nun zusammen, so dass man ihm hektisch enteilen muss. Oh, bitte! Bitte! Muss das denn sein?

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Blick zurück im Zorn: Nochmal zum Mitschreiben - dieser Tempel sieht von INNEN aus wie eine Tropfsteinhöhle und ist gerade EINGESTÜRZT. Gut, ich muss nicht alles verstehen.

Auf dem Rückweg kommt man im Zuludorf vorbei, wo sich alle nochmal vor Wittley verbeugen dürfen, was ich für völlig angemessen halte. Die Endszene ist echt die Krönung: Geschlagene fünf Minuten steht die versammelte Mannschaft vor der hoheitsvoll lächelnden Wittley und grinst sich und die Königin abwechselnd an. Und grins, und grins, und grins. Ich bin fast verrückt geworden. Kein Wort fällt. Die grinsen sich nur einen ab. Shit, so kann man auch einen Film füllen.

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Wittley Jourdan, Königin der Herzen. Und vor ihr grinsen alle.

Was bleibt also zu diesem Film zu sagen? Erst einmal: er ist gar nicht wirklich schlecht. Der Hauptdarsteller, Sean Cameron Michael, macht sogar einen recht passablen Indy-Verschnitt ab, hat ein paar trockene Sprüche parat und passt eigentlich ganz gut. Auch die anderen Schauspieler sind nicht so übel, obgleich unser Parteifunktionär völlig einer Overacting-Infektion erlegen ist. Aber der gesamte Film ist vom Tempo so wie die bedauernswert kläglich langsame Eisenbahnfahrt zu Beginn: Es zieht sich alles endlos in die Länge, es ist furchtbar langweilig, unerheblich, wie ein Kaugummi. Der Film hat keine echten Höhepunkte (außer Wittley) und schafft es nicht, auch nur andeutungsweise so etwas wie einen Spannungsbogen aufzubauen. Er plätschert so vor sich hin und ist dabei nicht einmal erbärmlich genug, so dass man sich ärgern würde. Er ist schlicht nur eines: abgrundtief langweilig. Bis auf Wittley.

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Sie ist und bleibt eine Süße.

Fazit: 4 von 10 Boompunkten. Zwei davon für Schnucki, zwei davon dafür, dass der Film eben nicht erbärmlich, sondern “nur” langweilig war. Auf eine genaue Laufzeitangabe verzichten wir heute, um Oliver zu ärgern.

Nov 28

Liebe Geschworenen, der dritte Teil meiner Asylum-Werkschau ist ein Plädoyer gegen die Verweichlichung der bundesdeutschen Filmkritik. So gibt es, das wird die folgende Darstellung zeigen, immer noch Filmkritiker, die nach Auslösung gewisser Primärreize nicht mehr in der Lage sind, klar zu denken. Die eine Stunde, 25 Minuten und 14 Sekunden des vorliegenden Streifens namens “100 Million BC” wurden vom bekannten “Reich-Ranicki” der bundesdeutschen SF-Szene, Oliver Thaddäus Naujoks, in seinem Blog bereits besprochen. Herr Naujoks’ Besprechung kann nur - ich bitte für die Wortwahl um Verzeihung, Euer Ehren - als “schwanzgesteuert” bezeichnet werden, denn wie er dazu kommt, einer Megagrütze wie diesem Heuler 6 von 10 Punkten zu geben, entzieht sich der Kenntnis eines jeden rationalen, intellektuell gebildeten und filmwissenschaftlich interessierten Rezensenten wie mir. Wobei, das soll zur Ehrenrettung von Herrn Naujoks gesagt werden, “schwanzgesteuert” sich bei ihm auf die Hinterteile aufrecht gehender Reptilien bezieht: Sobald in einem Film ein Dino auftaucht, der Autos zertritt und Zivilisten nascht, schalten sich bei dem Angeklagten sämtliche Sicherungen selbständig in den Standby-Modus und der bibbrige Fanboy kommt zum Vorschein. Das ist, liebe Geschworene, unwürdig, unwürdig, unwürdig.

Worum geht es also? “100 Million BC” ist natürlich auch ein Mockbuster und wurde zur gleichen Zeit auf den Markt geworfen, wie Roland Emmerichs höchst belangloses Steinzeitabenteuer “10000 BC” in die Kinos kam, um einen schnellen Dollar zu machen. Hervorzuheben ist diesmal, dass es Asylum gelang, einige Schauspieler zu engagieren, die man auch schon mal in Filmen außerhalb der Asylum-Produktion erblickt hat (hier sei als wuscheliger Altwissenschaftler Michael Gross hervorgehoben, der erkennbar schon mal bessere Zeiten gesehen hat und die ganze Zeit den Kopf so hält, als schaue er über den Rand seiner Brille - auch, wenn er diese gar nicht trägt). Wie bei allen Asylum-Filmen, die ich bisher besprochen habe, beginnt auch dieser halbwegs ordentlich, da will man hoffen. Aber dann, aber dann…

Eine Truppe harter Marines wird zusammengerufen, um mit dem ultrageheimen Projekt “Rainbow” konfrontiert zu werden. Ihr Auftrag, falls sie ihn annehmen, lautet: Zurück in die prähistorischen Zeiten reisen und eine bereits 1949 in die Vergangenheit entsandte Expedition zu retten, die damals das mit dem Rückflug nicht hinbekommen hat. Die Megaharten zögern nicht lange und reisen mit dem Oberwissenschaftler sofortemente zurück in die Dinozeit. Spätestens ab hier floss Herrn Naujoks’ Speichel ungehemmt auf den Schlabberlatz und er hat sein Gehirn abgeschaltet. Aber ich nicht. Oh nein.

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Willkommen im Star Gate Center… ah… Shit, nein, anderer Film. Projekt Rainbow heißt das, und wie bei allen ultrageheimen Regierungsprojekten ist die Einrichtung eher schäbig ausgefallen. Wenn es nur das wäre…

In der Dinozeit angekommen, geht das erwartete Spielchen los: Nach und nach schlecken die diversen Kreaturen, die man mangels Budget meist nur in schlecht gemachten Wackeleinstellungen erahnt, die Marines weg, bis der Rest die letzten vier Überlebenden der alten Truppe entdeckt, die mittlerweile schicke Fellkostüme tragen und mit Speeren fuchteln. Glücklicherweise sagen sie nicht nur “Ugha! Ugha!”, sondern freuen sich über die Rettungsmission. Auf dem Rückweg zum Abholpunkt, von dem der Dimensionsbrecher… nee, schon wieder falsch… das Rainbow-Dingens sie wieder in die Gegenwart holen soll, sterben weitere Marines, einer recht lustig geschnappt von einem Pterodactylus (das’n Flugsaurier), eine der wenigen Szenen des Films, in denen ich nicht hektisch eine weitere Bierflasche öffnen musste.

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“Guck mal, da fliegt was!” Nützt auch nix mehr, gleich ist Essenszeit.

Bei der Rückreise geht was schief. Nicht nur, dass unser Wissenschaftler in der Vergangenheit bleiben muss, um das Warpgate nachher wieder schließen zu können, ehe es die Erde auffrisst und sich daher nobel opfert, nein, ein großer, fieser Saurier schlüpft auch durch das Gate und in die Gegenwart. Ich darf an dieser Stelle hervorheben, dass das Warum und Wie in diesem Film nicht einmal andeutungsweise erklärt wird. Es ist nur so: Erst liegt die einzig bemerkenswerte Schauspielerin des Films dekorativ neben dem Gate am Boden und erholt sich…

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Gut, wenn Herr Naujoks seine sechs Punkte mit diesen beiden, äh, Argumenten begründet hätte, aber nein, aber nein.

… dann kommt der böse Dino hervor und beginnt sofort, wahllos Leute zu fressen. Bis hierhin habe ich den Film einigermaßen ertragen: Er war schlecht, aber irgendwie auch lustig. Ab diesem Zeitpunkt aber geht es rapide abwärts. Denn die folgende Filmhälfte ist in ihrer Absurdität und Dummheit grenzenlos unerträglich. Ich will Euch die Gründe dafür nicht vorenthalten.

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Das ist sogar tricktechnisch gar nicht so schlecht gemacht: Godzilla besucht die Gegenwart und freut sich über einen Imbiss.

Das hochgeheime Rainbowprojekt liegt nämlich in einer alten Lagerhalle mitten in einer pulsierenden amerikanischen Großstadt. Dauernd werden uns Bilder von nächtlichen Autoschlangen und wildem Nachtleben gezeigt, doch der Dino, der durch die Gegend stolziert und maximal ein paar verirrte Müllarbeiter erschreckt (gut, er frisst sie, aber Ihr versteht schon), läuft durch ansonsten menschenleere Straßen. Das begrenzte Asylum-Budget zeigt sich darin, dass es in dem Film exakt EINEN Polizeiwagen gibt, der immer wieder aus verschiedenen Perspektiven gezeigt wird, EIN Zivilfahrzeug, nämlich den exakt immer gleichen Arnold-Hummer, und offenbar auch nur EINE Straße, die wir von allen Seiten sehen dürfen. Ich erspare Euch die Schilderung einer völlig schwachsinnigen Hubschrauberverfolgung, die trick- und bautentechnisch dermaßen erbärmlich ist, das einem vom bloßen Zusehen nur noch gruselt.
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Der Dino läuft durch die einzige Straße. Wenn er auftritt, zittert übrigens die Kamera. Ich weiß, das soll zeigen, dass der Boden zittert, aber Shit: Es ist die Kamera. Er frisst Müllmänner (es gibt ja sonst in dieser verwixten Stadt nichts Gescheites), und die Heldin von oben mit den beiden Argumenten rennt dekorativ kreischend davon.

Es wird jetzt völlig abwegig: Dino will unsere Helden verspeisen - er hat ja auch mächtig Kohldampf -, dann taucht aus der Vergangenheit, nämlich 1950, die jugendliche Version unseres Wissenschaftlers auf, der sich von dort, nachdem er vergeblich in die Vergangenheit gereist war, um seine damals entsandte Truppe zu retten, in die Zukunft reist, um sich den Leuten gegen die Dinos zu helfen, obgleich sein älteres Ich ja eigentlich in der Vergangenheit verschollen war, während aber… gut. Ich muss nicht alles verstehen. Der Dino wird jedenfalls von Wissenschaftler junior in die ferne Vergangenheit zurückgeschickt, um dann selbst nach 1950 zurückzukehren. Die beiden Argumente begleiten ihn übrigens, zumindest einer, für den der Film gut ausging.

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Dino kehrt, immer noch hungrig, in seine Zeit zurück.

Dann ist der Film vorbei. Ich saß mit geöffnetem Mund vor dem Bildschirm und habe mich gefragt, ob ich mir das jetzt nur eingebildet habe oder wirklich gesehen - ich bin mir darüber bis heute nicht im Klaren. Gut, diesen Film hätte wirklich nur noch Wittley Jourdan retten können, ansonsten fällt mir dazu nichts mehr ein. Die erste Hälfte lasse ich noch gelten, aber der Rest nach Rückkehr in die Gegenwart war ein dermaßen konfuser und alberner Mist, dem können nur Leute etwas abgewinnen, die a) entweder schon immer lobotomisiert waren oder b) beim Anblick eines müllmännerfressenden Dinos total gaga werden.

Euer Ehren, I rest my case. Maximal 2 von 10 Boompunkten, und das auch nur wegen der ersten Hälfte und den beiden Argumenten. Mein nächster Asylum-Film muss besser werden!!!

Nov 25

Während ich mich beim “Tentakelsturm” langsam aber sicher der Marke von 500.000 Zeichen nähere, ist mein Ziel, das Manuskript noch in diesem Monat abzuschließen, wohl nicht zu erreichen - dafür hat die letzte Woche mit allerlei familiären Erkrankungen zu viel Zeit & Körperflüssigkeiten gekostet. Aber ich werde diese Zielvorgabe hoffentlich nur knapp verfehlen. Fertig gestellt habe ich dafür den Entwurf einer Übersetzung, durch den ich jetzt vor dem Fremdlektorat noch einmal selbst durchgehen muss. Ich darf immer noch nicht sagen, worum es sich handelt, dafür werde ich dann im Dezember auch gleich mit der nächsten Übersetzung (für den Verlag Peter Hopf) beginnen dürfen. So bleibt man immer schön geschmeidig und in der Übung, was will man mehr?

Gesehen habe ich mittlerweile den Film “100 Billion BC” aus der Asylum-Schmiede, die Besprechung wird am kommenden Freitag online gehen, denn morgen und übermorgen bin ich beruflich unterwegs und dann bleibt hier die Küche kalt. Ich kann nur soviel sagen, dass dieser Film in vielerlei Hinsicht dem Ruf der Filmproduktion von Asylum gerecht geworden ist. Aber habt noch ein wenig Geduld, dann gibt es alle schmutzigen Details.

Nov 23

Herzlich willkommen, liebe Gemeinde, zum zweiten Teil meiner “The Asylum”-Werkschau, wo grandiose Bilder sich mit grandiosen Spezialeffekten und ausgewählt ausgesuchten Schauspielern zu filmischen Gesamtkunstwerken hoher Qualität verbinden. Da kann Oliver Naujoks noch so oft dänisch-südbulgarische Experimentalfilme besprechen, in denen abgehärmte Darsteller drei Stunden lang einem tropfenden Wasserhahn zugucken; es ist in den Filmen dieser US-amerikanischen Filmschmiede, in denen sich wahre Filmkunst zeigt. Zumindest für mich :)

Der hier nun zu besprechende Film heißt “Alien vs. Hunter” und erschien als Mockbuster zu, na, was wohl? Richtig, “Alien vs. Predator”. Bevor wir zum Film und den darin enthaltenen Schauwerten kommen, erheben wir uns alle erneut zum Oliver-Naujoks-Gedächtnismoment, denn ich gebe, nur für ihn, die genaue Laufzeit bekannt: Exakt eine Stunde und 25 Minuten. Und jede Sekunde davon ein wahrer Genuss.

Worum geht es also? Eine amerikanische Zwergstadt irgendwo in, äh, Amerika. Möchtegernschriftsteller und Journalist Dingens joggt während des Vorspanns durch die Gegend, um seine zahlreichen Ablehnungsschreiben großer Verlage zu vergessen (kein Scheiß, als sich das im Verlauf des Films herausstellte, fand ich den Charakter sofort sehr sympathisch). Wie auch “Transmorphers” fängt “AvH” sehr vielversprechend an und bietet auch ein paar recht professionell gemachte Bilder, da will man gar nicht glauben, wie grützig danach so manches wird.

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Während also ein deutlich gealterter Dirk van den Boom die Straße entlang joggt, stürzt hinten ein Raumschiff ab. Ja, das sieht auch im Film gut aus. Ehrlich. Zu Wittley kommen wir noch.

Jedenfalls stürzt also ein Raumschiff ab. EINES. Das ist wichtig, denn sowohl das arachnide Alienwesen wie auch der “Hunter” sind beide an Bord gewesen, was die Sache dann doch etwas verwirrend macht. Jedenfalls investigieren Dirk und der Sheriff die Absturzstelle, was u. a. dazu führt, dass der Sheriff leider vom Alien gefressen wird. Dazu sieht man etwas Ketchup und alles wackelt und zittert. Obgleich Dirk böse die Miene verzieht, habe ich irgendwie keine Angst bekommen, aber bevor ich mich ärgern konnte, erschien das Highlight des Films, das mich dazu bewogen hat, den Streifen tatsächlich bis zum Ende zu sehen.

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Dirk (gealtert) sieht hinter einem Wohnmobil das abgestürzte Raumschiff. Ja, das sieht auch im Film recht gut aus. Ehrlich.

Die erste Überlebende gesellt sich jedenfalls zu Dirk (gealtert), und die ist eine ganz Süße. Dafür habe ich extra nochmal den Nachspann angeworfen (der ist endlos) und herausgefunden, dass die Gute Wittley Jourdan heißt. Nie gehört. Aber eine Süße. Man wird Zeuge eines weiteren Alienangriffes und alle werden hysterisch. Jedenfalls flieht man in die nahe Siedlung und trommelt die Bürgerschaft zusammen. Natürlich sind alle Telefone ausgefallen, also kann man die Seals nicht holen. Die übrigen Kleinstadteinwohner (etwa ein halbes Dutzend) sind über die Entwicklung nicht erfreut und schließlich kommt man auf die Idee, sich durch die Abwassertunnel abzusetzen, zur Klause eines schießwütigen Einsiedlers, der für den Besitz eines Funkgerätes im ganzen Landstrich berüchtigt ist.

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Dirk (gealtert, ohne Brille) und Wittley (die im Film irgendeinen anderen Namen hat, Tammy oder so). Ein Schnuffi!

Abwasserkanäle - ist klar, was kommen muss: Natürlich wird dann erstmal stundenlang durch dunkle Kanäle gewatet, was unweigerlich zum Alienangriff inkl. dem Tode eines Kleinstadtbewohners führt. Der Funkgerätbesitzer lässt sich zur Hilfeleistung überreden und anstatt die Marines zu rufen (für die war das Budget zu klein), telefoniert er seine Kumpels vom Survivalclub herbei, die alle fett mit Wummen, Raketenwerfern und Gesichtsschminke ausgestattet sind und das alles für eine lustige Jagd halten. Ha! Ihr werdet Euch noch wundern!

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Eine der Szenen, in der die gruselige CGI tatsächlich mal nicht so gruselig aussieht: Alien schubst Auto um, immerhin, ein Beitrag zur Stärkung der amerikanischen Autoindustrie, die haben es ja nötig.

Jedenfalls eilt man dann den Rest des Filmes über durch den Wald und weiß gar nicht, gegen wen man jetzt eigentlich kämpfen soll. Denn sowohl der “Hunter” - so eine Art Blechmann aus “Zauberer von Oz”, nur in Schwarz - wie auch das Alien sind beide echt mies drauf und finden, dass die Menschlinge a) entweder stören oder b) lecker sind, was in beiden Fällen zu heftigen Abwehrreaktionen führt. Von der lustigen Jagdgruppe bleiben dann bald nicht mehr so viele übrig. Ich habe natürlich die ganze Zeit Angst, dass es Tammy erwischt, das wäre echt schade.

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Das ist der Hunter. Der trägt einen lustigen Hut.

Am Ende lockt man das Alien wohin (auf ein “freies Feld”, sagt einer der überlebenden Söldner, seltsamerweise stehen da überall Bäume - aber gut, ich muss nicht alles verstehen), um auch dem Hunter ein freies Schussfeld zu ermöglichen. Derweil haben einige unserer Überlebenden das Raumschiff betreten, das ziemlich gammelig aussieht, und dort aufgeschnibbelte Reste weiterer Aliens gefunden. Brrr.

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Das sieht nicht gut aus. Im Raumschiff des Hunters gucken alle etwas entsetzt, Wittley kann das besonders dekorativ. Eine Schnecki!

Also, das Alien geht über die Wupper und der Hunter geht in sein Raumschiff, nimmt den Helm ab, holt eine Bierdose hervor (!), zündet sich eine Fluppe an (!) und erklärt seiner Zentrale über Funk, hier könne man künftig auch mal öfters Jagden abhalten, dieser Planet sei lustig. Kein Scheiß. Echt. Genau so. Ich bin beinahe vom Sofa gefallen. Original.
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Wittley/Tammy ist am Ende auch glücklich, weil das Alien tot ist. Eine Süße ist das.

Fazit: “AvH” ist eigentlich ein ziemlich schlimmer Film, und die Hälfte der Schauspieler ist erkennbar nicht daran interessiert gewesen, auch nur ein Mindestmaß an Enthusiasmus an den Tag zu legen. Während man aus den schlechten CGI dann doch noch das Beste gemacht hat, spottet die Hunter-Gurke jeder Beschreibung, inklusive des recht absurden Endes. William Katt sieht man eine lange C-Film-Karriere an, er schafft es tatsächlich, so etwas wie schauspielerische Erfahrung zu projizieren und, naja, am Ende bleibt einem vor allem Tammy in Erinnerung. Ein Schatzi, das.

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Ich muss einfach nochmal. Lecker.

Während Oliver diesem Film sicher gnadenlos 0 von 10 Punkten geben würde, bin ich als Vertreter des Visualprekariats bereit, 4 von 10 Punkten springen zu lassen, zwei davon aufgrund der bloßen Existenz von Wittley Jourdan, die ich auch toll fände, wenn sie drei Stunden lang einem tropfenden Wasserhahn zuschauen würde.
Im nächsten Teil meiner “Asylum”-Werkschau werde ich mir entweder “100 Million BC” oder “War of the Worlds” angucken, je nachdem, welcher zuerst bei mir eintrifft. Damit werde ich übrigens auch beweisen, dass ich mehr von Filmen verstehe als Naujoks, der hat die beiden Streifen nämlich in seinem Blog bereits besprochen. Aber lest auch hier nach, hier werdet Ihr die Wahrheit erfahren!

Nov 22

Nachdem ich diese Woche eine kurze Blogpause zwecks Kotzeritis gemacht habe, bin ich jetzt wieder im Besitz eines Großteils meiner Sinne. Voller Freude durfte ich nicht nur feststellen, dass mittlerweile der von mir bereits angekündigte vierte Ikarus-Sammelband erschienen ist, was jeden von Euch zu sofortigen, hektischen Bestellaktivitäten animieren sollte. Morgen wird in diesem Blog eine Besprechung zu “Alien vs. Hunter” online gehen, einem weiteren Meisterwerk aus der Asylum-Produktion, das ich… äh… genossen habe. Aber Ihr könnt Euch dann selbst ein Bild machen, ich werde nichts verheimlichen! Alles wird offengelegt! Alles!

Ansonsten hat die Internationale Raumstation ISS diese Tage ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. In amerikanischen Medien wurde die Frage gestellt, ob man ihr nicht einfach mal einen Namen geben sollte! Dazu kamen dann in diversen Foren hochsinnige Vorschläge wie “Babylon 1″ (ein Schenkelklopfer, immer wieder gerne genommen) oder irgendwelche Blödschwurbler meinten, philosophische Namenskreationen aus Japanisch und Cherokee-Sprache ventilieren zu müssen, die was mit Friede, Einheit und positiven Schwingungen zu tun haben. Bleiben wir doch bei ISS, ich finde, das klingt auch cool genug: “ISS, ISS, hier Shuttle Endeavour. Räumen Sie den Andockring, wir haben die Bremstriebwerke verloren!” Doch, das geht in Ordnung so.

Nov 21

Hier hat er es geworfen.

Gebunden oder Taschenbuch?

Gebunden. Ich habe gerade die guten Zeiten des billigen Dollars in diesem Jahr dafür genutzt, um kräftig diesbezüglich in den USA einzukaufen. Und ich bereue es nicht! An dieser Stelle meine herzliche Bitte: Beteiligt Euch an der Online-Kampagne für die Tentakelkrieg-Gesamtausgabe im Hardcover! Schreibt an den Atlantis-Verlag!

Amazon oder Buchhandel?

Amazon. Im Gegensatz zu Olivers fragwürdigen Behauptungen bin ICH Lieblingskunde und werde persönlich vom Geschäftsführer auf alle Partys, Empfänge und sonstigen Veranstaltungen eingeladen, von einem Chaffeur mit dicker Limousine abgeholt und mit zahlreichen Hostessen vergnügt. Buchhandlungen würde ich nur regelmäßig besuchen, wenn es sich um SF/F-Fachbuchhandlungen handeln würde, sowas gibt es in meinem Städele aber leider nicht.

Lesezeichen oder Eselsohr?

Lesezeichen. Jedwelche auch nur andeutungsweise Beschädigung eines Buches wird mit sofortiger Exekution des Schuldigen nach Durchführung ausgesprochen erlesener Folterungen geahndet.

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?

Völlig ungeordnet. Das Genie überblickt das Chaos.

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?

Behalten. Meins ist meins ist meins. Auch, wenn es Grütze ist.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?

Schutzumschlag wegwerfen ist wie Eselsohr und gehört zu den Todsünden.

Kurzgeschichte oder Roman?

Roman. Kurzgeschichten sind meistens bäh.

Harry Potter oder Lemony Snicket?

Kenn ich beides nicht, will ich beides nicht.

Aufhören, wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zuende ist?

Das hängt von der Qualität der Lektüre ab.

Kaufen oder leihen?

Kaufen. Meins ist meins ist meins.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?

Manchmal Rezension, selten Empfehlung, meist gezielte Recherche nach Autoren.

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?

Beides. Ich mag Serien, daher mag ich auch Cliffhanger.

Morgens, mittags oder nachts lesen?

Nachts schlafe ich.

Einzelband oder Serie?

Beides.

Lieblingsserie?

Hm. Schwer. Ich müsste jetzt eigentlich “Rettungskreuzer Ikarus” sagen, oder? Ich denke, wenn wir die Definition “Serie” großzügig fassen, dann würde ich die Kris-Longknife-Romane von Mike Shepherd nennen.

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand etwas gehört hat?

Das gibt es sicher nicht.

Buch, das Dich am meisten beeinflusst hat?

Gibt es nicht, oder, um es anders zu sagen: Das wechselt sich immer wieder ab. Ich möchte aber den Starfire-Zyklus von David Weber und Steve White erwähnen, der mich vor vielen Jahren für die Military-SF angefixt hat.

Welches Buch liest Du gegenwärtig?

“Matter” von Iain M. Banks sowie “Aksum. An African Civilisation of Late Antiquity” von Stuart Munro-Hay.

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?

Absoluter Lieblingszyklus aller Zeiten: Die Belisarius-Romane von Eric Flint & David Drake.

Lieblingsautoren?

Eric Flint, Mike Shepherd, John Campbell, Dan Abnett, David Weber, David Eddings, Walter Jon Williams. Und Oliver Naujoks, sobald sein Fantasy-Roman raus ist.

Nov 18

Eine Frage, die mir vor kurzem einmal gestellt wurde, ist, ob Blogger die anderen Blogs, zu denen sie verlinken, überhaupt selbst regelmäßig lesen oder ob sie das nur tun, um sich mit wichtigen oder weniger wichtigen Namen schmücken zu können oder vorzugeben, Teil einer “Community” zu sein, mit der sie aber im Grunde gar nichts zu tun haben oder die gar nicht existiert. Ich darf an dieser Stelle für meine Linksammlung verraten, dass ich nur jene Webseiten und Blogs in die Liste aufnehme, in die ich tatsächlich in regelmäßigen Abständen hereinschaue - Kriterium 1 - und die ich gerne lese, weil sie deutlichen Bezug zu den Dingen haben, die ich schätze oder selbst schreibe - Kriterium 2 - und die regelmäßig auf sinnvolle Art und Weise aktualisiert werden - Kriterium 3. Ich werde jedes Jahr, mit dem Wechsel des Bloglayouts, auch kritisch durch die Linkliste gehen und sehen, ob alle dort verlinkten Seiten auch noch den drei Kriterien gleichermaßen entsprechen (es gibt, das darf ich sagen, derzeit zwei Wackelkandidaten). Ansonsten halte ich nichts von künstlich aufgeplusterten Blogrolls: In diesem Blog geht es um mich, also kann ich auch nur sinnvollerweise mit anderen Seiten oder Blogs verlinken, zu denen ich eine wie auch immer geartete, aber zumindest nachvollziehbare persönliche Affinität habe. Sonst wird es albern.

Nov 17

Ich habe es Euch ja versprochen: Es beginnt meine Gesamtschau des SF-Filmschaffens der US-amerikanischen C-Schmiede “The Asylum”. Als Erstes habe ich mir den Film “Transmorphers” vorgenommen, der, oh welch ein Zufall, exakt dann in den Videotheken auftauchte, als ein gewisser Blockbuster namens “Transformers” in den Kinos startete. In beiden Filmen geht es um Roboter, aber damit enden die Ähnlichkeiten auch schon. Der von Leigh Scott produzierte, geschriebene und dirigierte Film hat übrigens - bitte alle einmal aufstehen für den Oliver-Naujoks-Moment - eine Laufzeit von einer Stunde, 26 Minuten und 28 Sekunden.

Worum geht es? Die Welt in ferner Zukunft: Alienbots von einem Sonnensystem “viele Millionen Lichtjahre entfernt” (naja) haben die Erde erobert. Die Menschheit lebt in einer unterirdischen Stadt und bekämpft die Bots seit vielen Jahrhunderten, ohne dass es einen eindeutigen Sieger zu geben scheint.

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Das ist die unterirdische Stadt der Menschen. Da fallen die schlechten CGI nicht auf, das sieht noch sehr ordentlich aus.

Das Militär versucht nun, eine neue Waffe gegen die Robots einzusetzen: Man will die Kraftzelle eines Robbis mit einem Virus infiltrieren, der soll in das HQ der Robbies eingeschleust werden und alle einfach ausschalten. Nachdem aber ein erster Versuch gescheitert ist, bleibt nur noch eines: Der obercoole Ex-Captain Warren Mitchell wird aus dem 100jährigen Tiefschlaf aufgeweckt, in den er wegen Hochverrats geschickt wurde, um die Sache zu schaukeln.

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Das ist eine Szene aus der Zeit, als die Robbies in Wabenraumschiffen zur Erde flogen. Sieht auch noch sehr ordentlich aus. Am Anfang könnte man fast denken, das ist ein recht cooler SF-Streifen. So mit richtigem Budget und so.

Also schart Warren, der fünf Jahre eingefroren war, eine Gruppe mieser Gestalten und Tunichtgute aus dem Militär um sich, um die Sache zu wuppen. Es erleichtert ihm die Sache nicht gerade, dass er erfahren muss, dass seine damalige Freundin mittlerweile die Oberbefehlshaberin der Streitkräfte geheiratet hat. Damit hat sie, äh, sozusagen in mehrfacher Hinsicht die Seite gewechselt. Ich fand die Idee witzig, Daumen hoch dafür!

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Da der Film nach Quellen im Netz ein Gesamtbudget von 250.000 USD hatte (!), konzentriert sich die Handlung anfangs u. a. auf Zickenstress. Die Dame mit dem Silberblick ist übrigens eine ganz toughe Marines-Kommandantin, die hier gerade einer Susi, die sich nicht freiwillig gemeldet hat, mal kurz klarmacht, was sie von Weicheiern hält. Recht so.

Es geht also los: Man erbeutet eine Kraftzelle und bastelt an ihr rum. Dabei geschieht allerlei Unbill, und man merkt, dass der Plan so nicht durchführbar ist: Der erbeutete Robbi ist nämlich a) in Wirklichkeit ein Cyborg mit allerlei Glibber drin und b) tot. Man benötigt einen neuen Roboter, um den Virus einzuschleusen. Dr. Eierkopf, ständig begleitet von einer selbst konstruierten Lustandroidin, enthüllt schließlich, dass der Held Warren selbst ein Roboter ist, ein Prototyp des perfekten Soldaten (kam wirklich überraschend, das war lustig). Heidewitzka! Die Freude ist groß, denn der Prototyp hat ja Gefühle, war mal Hochverräter, hat seine Frau an seine Chefin verloren und fühlt sich naturgemäß etwas verarscht. Aber er ist nun einmal ein Held: Wenn er schon nicht wie ein Mensch geboren wurde, so “will er wie einer sterben”, sagt er. Indem er einen Virus in den Mainframe des Robbie-HQs einschleust, was er nur kann, weil er ein Roboter ist. Gut, ich muss nicht alles verstehen.

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Dr. Egghead erklärt den Plan. Ich habe nicht genau zugehört, denn ich habe nur seine süße Androidin in dem Silberdress angeguckt. Generell gab es viele Babes in Lederklamotten in dem Film, das werte ich als Pluspunkt, das gehört sich so.

Die große Offensive beginnt und die Bodentruppen beharken die Roboter, die sich wehren. Natürlich dringt unser Held zu seinem Ziel vor und es gelingt am Ende, alles abzuschalten, wobei auch unser Roboterheld den Geist aufgibt (alle fallen übrigens einfach um, für Explosionen war wohl kein Geld mehr da).

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Ein Roboter mit erkennbar schlechter Laune, weil die Menschlinge ihm an die Wäsche wollen. Oder, weil es dauernd regnet: Der ganze Film ist dunkel und nass, weil das die Roboter nach Eroberung sofort entsprechend veranlasst haben. Ihr werdet Euch nicht wundern, dass nach erfolgtem Triumph…

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… sofort die Sonne aufgeht.

Was bleibt also? Ich liebe diesen Film. Die erkennbar unterbezahlten Schauspieler (ziemlich viele) haben sichtlichen Spaß an diesem Reißer, der sich für nix zu schade ist. Angesichts des riesigen Teams, das in einem endlosen Abspann zelebriert ist, frage ich mich, wie die angeblichen 250.000 USD wohl aufgeteilt worden sind. Wahrscheinlich arbeitet die Hälfte der Asylum-Crew ehrenamtlich, um SF-Fans aus reiner Großzügigkeit Filme präsentieren zu können, damit sie sich nicht langweilen. Ein edles Werk, das ich ausdrücklich würdigen möchte. Ja, die Tricks sind recht erbarmungswürdig und manche der Dialoge bzw. die Art und Weise, wie die Schauspieler diese abspulen, sind nahe an der Schmerzgrenze. Aber hin und wieder gibt es richtig gute Momente, und wenn man mal für eine Sekunde seinen “sense of disbelief” durch Zuführung ausreichender Mengen Gerstensaftes ausschaltet, dann hat der Film definitiv seine amüsanten Momente. Ernsthaft. Jedenfalls ein guter Einstieg in meine Asylum-Filmreihe, das war keine Zeitverschwendung, mein primitiver Geist fühlte sich ausreichend gekitzelt.

Natürlich versuchte der Regisseur, bei dem mageren Budget auch Sachen zu machen, die derzeit schick sind (und kein Geld kosten), z. B. diese Splitscreen-Marotte. Die macht Sinn, wenn man auf der einen Seite eine Szene zeigt, in der über etwas geredet wird, das dem Zuschauer in der anderen Szene dann vorgeführt wird. Das macht der Regisseur auch ein paarmal ganz richtig und da will man ihm diese Mode gerne zugestehen. Überhaupt keinen Sinn macht es aber, wenn der Splitscreen die gleiche Gruppe von Leuten im gleichen Raum, die sich über das gleiche Thema unterhalten, nur aus verschiedenen Perspektiven zeigt. Das macht der Regisseur leider auch, hier mal so ein Bleistift:

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Rumgezicke: Die Uschis hier sind alle im gleichen Raum und streiten sich darüber, ob man den Ex von der Uschi links (mittlerweile Ehefrau der Oberbefehlshaberin) auftauen soll oder nicht. Was der blöde Splitscreen hier soll, wissen wir nicht, vor allem ist es so unverständlich, weil der Regisseur ihn später im Film dramaturgisch korrekt einsetzt. Vielleicht wollte er nur ausprobieren, ob die Software auch richtig funktioniert…

Mein Fazit: Go, Asylum, go! Ich will mehr davon!!!! Der Film bekommt zwar maximal 3 von 10 Naujokspunkten, aber lockere 5 von 10 Boompunkten.

Als Nächstes habe ich mir für meine Asylum-Werkschau “Alien vs. Hunter” vorgenommen. Stay tuned!

Nov 15

Heute habe ich einige wichtige Entscheidungen getroffen.

Zum einen nähert sich ja das Ende des Jahres und auch diesmal werde ich zum Jahreswechsel das Layout dieses Blogs verändern. Immer das Gleiche ist ja langweilig, daher muss das sein. Ich habe mir dafür mehrere Alternativen angeschaut und mich heute für eine entschieden. Genaueres erblickt Ihr am 1.1.2009, wenn ich aufs Knöpfchen drücken werde.

Zum anderen habe ich jetzt, da sich mein Manuskript von “Tentakelsturm” dem Ende nähert, eine Entscheidung über das letzte Kapitel getroffen. Ich hatte mehrere Szenarien zur Auswahl und heute habe ich mich für eines entschieden. Ich hoffe, es war die richtige Wahl.

Zum dritten habe ich mich dafür entschieden, nach dem Abschluss von “Tentakelsturm” sofort mit der Fortsetzung von “Kaiserkrieger” zu beginnen, anstatt mich allzu sehr in anderen Projekten zu verlieren. Angesichts der Tatsache, dass auch der Folgeband sicher über eine Million Zeichen umfassen soll, werde ich 2009 damit wohl beschäftigt sein. Und nein, ich habe für Band 1 noch keinen Verlag gefunden. Aber das wird schon noch :)

Nov 14

… wenn Leute sich die Arbeit machen, für die ich zu faul wäre. Neulich fand ich den Lichtgeschwindigkeits-Entfernungskalkulator, und jetzt das hier: Eine dreidimensionale Sternenkarte der 32 unserem Sonnensystem am nächsten liegenden Sterne. Very nice indeed. Eine schöne Sache für den nächsten Hard-SF-Roman. Wann immer ich den auch schreiben werde. Und ob überhaupt. Also teile ich meine Entdeckung mit Euch :)

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