Dez 31

Heute endet 2008 und das wäre mir ziemlich wurscht, wenn nicht heute um Mitternacht wieder Ausgetickte eine Weltraumschlacht vor meinem Schlafzimmer veranstalten würden. Aber auch das wird vorüber gehen. Immerhin habe ich zum Ende dieses Jahres meinen Vorsatz eingehalten, mit dem Abfassen der Fortsetzung meiner “Kaiserkrieger” zu beginnen, das war gestern. Dieses Manuskript wird mich jetzt sicher den Großteil des kommenden Jahres begleiten, es soll etwa den gleichen Umfang wie Band 1 bekommen und 1,1 Mio. Zeichen schüttel ich nicht mal eben aus dem Handgelenk. Aber es hat begonnen, der erste Schritt ist getan und ich bin froh darüber.

Ansonsten gibt es am heutigen Silvestertage nichts besonderes zu berichten. Ich wünsche Euch allen den traditionellen guten Rutsch, meine das aber sicher nicht wörtlich :)

Dez 28

Am Ende des Jahres suchen viele nach der richtigen Vorgehensweise, um in das neue Jahr zu kommen. Einige geben sich die Kanne, bis der Arzt kommt, andere gehen lieber ins Bett. Wer aber das neue Jahr mit einem Kunstgenuß besonderer Qualität beginnen möchte, der hat jetzt die Möglichkeit, das Restgeld von Weihnachten zusammenzukratzen oder dem lieben Verwandten materielle Abbitte für das gräßliche Geschenk zu leisten, das man vor ein paar Tagen überreicht hat. Ich meine das erste Album meiner Schwester Britta, hier unter dem Künstlernamen Shei, das nun gegen Ende diesen Jahres auf dem Markt ist und bei ihr bestellt werden kann. Shei ist in der LARP- und Mittelalter-Szene mit ihren Lieder bereits seit geraumer Zeit bekannt (was sich v. a. durch umfassendes Klauen ohne Quellenangabe ausdrückt) und hat sich nun entschlossen, Lieder in einer schönen gepressten Sammlung herauszugeben. Die CD enthält 11 Lieder: Das schwarze Moor / Der verzauberte Wald / Feenjagd / Dreizehn Flüsse / Das Mädchen aus Stein / Mittwinter / Nuzzles Schlaflied / Sebald / Die Schwanenprinzessin / Der Tanz an der Mühle / Siren. Wie man den Titeln schon entnehmen kann, handelt es sich um eher märchenhafte Klänge, von Britta selbst am Instrument begleitet. Wer mehr über ihre Sangeskünste erfahren oder am besten gleich bestellen möchte, schaue auf ihre Website. Dort kann man übrigens auch in einige ihrer Lieder reinhören, die zum Download bereit stehen. Die CD kostet nur 13 Europäische Währungseinheiten.

Jeder von Euch, der auch nur einen Funken Legolas im Leibe hat, sollte sich dieses akustische Erlebnis nicht entgehen lassen.

cover groesser.jpg

Dez 26

Wie auch im letzten Dezember, möchte ich zum Ende diesen Jahres hin meinen kleinen, persönlichen Jahresrückblick verfassen. Ich unterteile ihn nach verschiedenen Gesichtspunkten, in der Hoffnung, dass damit für jeden etwas dabei ist.

Dirk, der Leser

Ich habe in diesem Jahr damit begonnen, eine rein deutschsprachige Romanlektüre zu absolvieren, ein Plan, den ich nach wenigen Monaten aufgegeben habe. Ich kann es nicht ändern: Aber die von mir gelesenen zumeist US-amerikanischen Romane sind schlicht besser als das, was ich von deutschsprachigen Autoren goutieren durfte. Einige angefangene Romane - deren Namen ich hier nicht alle genannt habe, da ich nicht dazu neige, nochmal unnötig nachzutreten  - habe ich ungelesen in die Ecke geworfen, weil ich schlicht keinen Zugang gefunden habe. Es erscheinen ohnehin nicht viele serienunabhängige deutschsprachige SF-Romane - das gilt leider auch für die Kleinverlage. Die Welle der Kurzgeschichten schwappt an mir völlig vorbei (mir ist dieser Hype auch weitgehend unverständlich) und viele Romane, die unter dem Label SF erscheinen, enthalten nur langweiliges, oft pseudo-intellektuelles Gewäsch mit Themen, die dermaßen gewollt erscheinen, dass man sich schon fragen muss, ob die Verlage diese Bücher eigentlich überhaupt verkaufen wollen oder nur einen auf schick machen. Fazit: 2009 habe ich auf meiner Leseliste exakt einen klassischen deutschsprachigen SF-Roman, nämlich Armin Rößlers “Argona”, zu dem ich noch nicht vorgedrungen bin.
Das beste Leseerlebnis 2008 war die Eisenhorn-Trilogie von Dan Abnett. Die positivste Entdeckung war “Majestrum” von Matt Hughes, den ich sehr faszinierend fand. Eher enttäuscht war ich vom letzten Band der “Seven Suns”-Serie von Kevin J. Anderson, das war eher so etwas wie ein Anti-Höhepunkt.
Für 2009 liegen sehr viele Bücher auf meinem SUB. Ich habe in diesem Jahr mächtig eingekauft und muss jetzt vieles abarbeiten. Ich werde daher meine Neukäufe im ersten Halbjahr auf das Notwendigste begrenzen, womit vornehmlich Bücher von laufenden Zyklen gemeint sind, die ich weiter sammeln werde, ohne etwas Neues anzufangen. Immerhin, und das ist das quantitative Fazit: Ich habe 2008 42 Romane gelesen, das ist eine Steigerung um drei Bücher gegenüber den 39 des Jahres 2007. Ich hatte aber auch schon mal bessere Zahlen vorzuweisen und hoffe daher, nächstes Jahr noch eins drauflegen zu können.

Dirk, der Autor

Das ist doch eine wunderschöne Überleitung zu diesem Thema. Ob die von mir verfassten Werke auch unter o. g. Kriterien fallen, vermag ich selbst nur begrenzt zu bewerten, daher will ich das auch gar nicht versuchen. 2008 war ein karges Jahr für mich, wie auch schon 2007. Es erschien mit “Tentakeltraum” der zweite Teil meiner MilSF-Trilogie, Band 3 wird in wenigen Monaten publiziert, dann bin ich damit fertig. Ein Ikarus-Roman von mir erschien 2008 nicht, erst Anfang 2009 ist wieder einer an der Reihe. Sonst: Ein paar Beiträge für “phantastisch!” sind noch zu erwähnen, das war es dann auch schon. Ich habe einen recht umfangreichen Roman - Arbeitstitel “Kaiserkrieger” - fertiggestellt, für den ich aber noch keinen Verlag gefunden habe. Ich habe zwei Übersetzungen angefertigt und mit einer dritten begonnen, aber so richtig zählt das nicht, der kreative Anteil daran war doch eher begrenzt. Trotzdem bin ich alles in allem mit mir zufrieden und sehe hoffnungsvoll in das Jahr 2009. Neben einem “Rex Corda”-Romanteil für die Fortsetzung der Serie bei Mohlberg werde ich mit dem zweiten Teil von “Kaiserkrieger” beginnen, und es ist mir völlig egal, ob ich dafür schon einen Verlag habe oder nicht. Das Buch will geschrieben werden.

Dirk, der Filmgucker

Ich habe in diesem Jahr ein paar Filme durchaus bewusster gesehen, allen voran einige aus der US-amerikanischen Schmiede “The Asylum”. Diese zu besprechen, hat mir fast noch mehr Spaß gemacht, als sie auch zu sehen. Der beste Film des Jahres 2008 ist für mich “The Mutant Chronicles”, ansonsten fand ich die vierte Staffel von “SG: Atlantis” recht amüsant, die ich mir peu-a-peu reingezogen habe. Mal schauen, was ich 2009 so goutieren werde. “Avatar” und der neue ST-Film werden mich möglicherweise sogar von meinem Sofa reißen und ins Kino bewegen.

Dirk, der Fan

Meine beruflichen Aktivitäten haben auch in diesem Jahr meine Präsenz auf Cons deutlich eingeschränkt. Letztlich habe ich nur den BuchmesseCon besuchen können, was mich selbst etwas wurmt, aber leider nicht zu vermeiden gewesen ist. Wenn die Pflicht ruft und das Konto gefüllt werden muss, bleibt einem halt nichts anderes übrig. Das wird sich auch 2009 nicht ändern: Bereits jetzt steht meine Teilnahme am DortCon aufgrund beruflicher Verpflichtungen auf der Kippe. Da ich keine Absicht habe, mich von Rezessionsgerede aus der Ruhe bringen zu lassen und auch 2009 gut verdienen möchte, muss ich auch hier künftig leider Opfer bringen. Aber soo schön bin ich ja auch nicht, dass Ihr auf meinen Anblick nicht würdet verzichten können… Ansonsten war ich auch 2008 vornehmlich in diversen Foren unterwegs, vor allem dem sf-netzwerk, aber auch im Forum von sf-fan.de, wo es einen Lesezirkel zu “Tentakeltraum” gegeben hat. Daran wird sich auch im kommenden Jahr nichts ändern, zumindest online werde ich die meiste Zeit ja sein :)

Jahresendgrüße

Ich grüße an dieser Stelle - und verbinde dies natürlich mit den besten Wünschen für das neue Jahr - einige Menschen, die grüßenswert sind.

Guido Latz, einen der erfolgreichste Phantastik-Kleinverleger der Bundesrepublik Deutschland. Obgleich er manchmal auch Grütze veröffentlicht, hat er doch meist den richtigen Riecher für interessante Romane, meine eigenen natürlich eingeschlossen. Ich wünsche ihm für 2009 steigende Profite und damit auch Prozente für mich :)

Oliver Naujoks, den bekannten Film- und Buchrezensenten, der nicht nur eines der faszinierendsten Blogs der deutschen Szene pflegt, sondern im kommenden Jahr nun endgültig sein lange erwartetes Fantasy-Roman-Manuskript abschließen möchte (oder was glaubt Ihr, warum er plötzlich in der Linkliste im Blog des Atlantis-Verlages auftaucht?).

Gerd Rottenecker, von dem man in einem fünfminütigen Gespräch mehr lernt als von anderen in fünf Jahren.

Martin Kay, einer der fleißigsten und konstantesten deutschen Phantastik-Autoren, der derzeit an einem Thriller-Projekt arbeitet, das seine Karriere auf nie geahnte Höhen führen wird. Ihr werdet schon sehen. Read my lips.

Armin Rößler, den ich auch 2008 für einen der besten deutschsprachigen SF-Autoren halte - einer der wenigen, die nicht entweder wahnsinnig witzig und sprachlich avantgardistisch sein möchten oder auch nicht der Ansicht ist, dass immer alles einen tieferen Sinn haben muss - sondern der einfach nur gute Sachen schreibt, die man gerne lesen möchte, ohne dabei auf alberne Tentakel zurückgreifen zu müssen. Davon gibt es in Deutschland leider viel zu wenige. Leider schreibt er zuviele Kurzgeschichten, die lese ich nicht. Bis auf eine. Hoffentlich.

Meine Schwester Britta aka Sylke Brandt, die dermaßen viele Talente hat, dass es ihr schon zu den Ohren herausquillt, aber wirklich noch ein paar Tritte in den Hintern benötigt. Achtung, hier kommt einer: Schreib endlich den verdammten Steampunk-Roman zuende, Pennsuse!!!

Das Team von “Rettungskreuzer Ikarus”, namentlich Irene Salzmann, Achim Hiltrop, Thomas Folgmann, Sylke Brandt, sowie die Gastautoren Nicole Rensmann und Erik Schreiber, für die gute Zusammenarbeit im letztren Jahr, und notabene Ernst Wurdack und Mario Moritz für geile Cover. Ich liebe Euch alle!

Das Moderationsteam von sf-netzwerk.de sowie dem Forum von sf-fan.de für Eure unermüdliche Arbeit.

Mir selbst dafür, dass dieser Eintrag jetzt ein Ende findet.

Schönes neues Jahr und alles Gute!!!

Dez 25

Es ist Weihnachten und ich habe Geschenke ausgepackt. Zuvorderst aber eine Warnung: Bitte nicht in “1 1/2 Ritter” gehen, die neue Komödie von Herrn Schweiger. Die ist nämlich zu lang, das zieht sich wie Kaugummi. Ich habe die am Geburtstag meines Sohnes vorgestern auch nur gesehen, weil ein halbes Dutzend pubertierende Jungs das alles wahnsinnig witzig fanden, während ich es eher zäh fand. Da sollte man für den “Director’s cut” vielleicht auf DVD nachher rund 20 Minuten kürzen, das täte dem Streifen sicher sehr gut.

Meine Schwester Britta hat mir was ganz, ganz Tolles geschenkt: Eine richtig dicke Steampunk-Wumme! Ihre Waffenmanufaktur ist ja seit geraumer Zeit tätig und dies ist meine eigene, ganz eigene, nur für mich. Meine. Ein Einzelstück. Mächtig cool. Hier, schaut mal, den Metallflicken finde ich besonders geil, der sieht absolut echt aus:

wumme.jpg

Valgard aus dem SF-Netzwerk.de hat sich auch meiner erbarmt. In einem Thread zu Uwe Post ihm sein neuen Roman “Symbiose”, der aus mir weitgehend unerfindlichen Gründen vom Atlantis-Verlag aufgekauft worden ist, hat er eine schöne Grafik eingestellt, die wesentliche Elemente guter SF enthält (wer alle findet, bekommt ein Bussi):

xmas01.jpg

Seine wunderbare Grafikgalerie findet sich übrigens hier. Guido, guck mal rein, vielleicht ist da auch noch ein künftiges Atlantis-Cover dabei. Valgard ist Saarländer, der kann immer Geld gebrauchen.

So, jetzt entlasse ich Euch wieder in die Feiertage.

Dez 19

… und ein bissel Weihnachtsstreß steht mir auch bevor. Ich werde daher wahrscheinlich bis zum großen Fest dieses Blog nicht mehr aktualisieren, weil vor allem die Familie jetzt berechtigte Ansprüche an mich stellt. Morgen ist erstmal Weihnachtskonzert, wo mein Töchterchen Blockflöte zum Besten geben wird. Und dann geht es so weiter…

Daher an dieser Stelle schon einmal allen ein schönes Fest.

Xmas-Sonja.jpg

Diese schöne Ikarus-Weihnachtssonja ist von Klaus G. Schimanski

Dez 18

Im fünften Teil meiner Asylum-Retrospektive stehe ich vor einer interessanten Herausforderung: Obgleich auch dieser Film sich an einen großen Kassenknaller rangehängt hat - nämlich an der Tom-Cruise-Version des gleichen Stoffes -, war er nicht der einzige, der damals um die Zuschauergunst buhlte. Es gab noch eine dritte Version, nämlich die von Timothy Hines, die ich kürzlich auch gesehen habe, hier jedoch nicht weiter besprechen werde, da sie halt keine Asylum-Produktion ist. Der hier vorliegende, 1 Stunde, 33 Minuten und acht Sekunden lange Streifen ist für mich deswegen besonders interessant, weil ich der Auffassung bin, dass es bis jetzt keine adäquate Verfilmung des Stoffes von H. G. Wells gibt. Es gibt eine gute Vertonung - darauf muss ich wohl nicht extra hinweisen -, aber keiner der bisher produzierten vier Spielfilme kommt dem, was ich sehen will, allzu nahe. Trotzdem, oder gerade deswegen, habe ich diesem Asylum-Film gewisse Vorschusslorbeeren gegeben, einfach, weil ich den Stoff gut finde.

Worum geht es also? Wie auch die 50er Jahre Fassung sowie der Tom-Cruise-Film, verlegt auch Latt die Handlung von WOTW in die Gegenwart. Ich finde das Scheiße, aber mich fragt ja keiner. Hauptdarsteller Dingens, gespielt von C. Thomas Howell (der eine alles in allem durchaus akzeptable Leistung abgibt, für das Drehbuch kann er ja nichts), ist ein Astronom, der sich nach erfolgter marsianischer Invasion auf den Weg nach Washington D. C. begibt, um dort nach seiner Familie zu suchen. Der Film fängt gut an: Nämlich mit der extrem süßen und schnuckeligen Ehefrau in der Dusche. Muss ich jetzt mal zeigen, sieht man gerne:

wotwschnecki.jpg

Die gute Dame heißt Tinarie van Wyk-Loots und ist schon in einigen US-Fernsehserien und Fernsehfilmen aufgetreten. Ich darf es gleich vorwegschicken: Der eklatanteste Mangel dieses Films ist die Tatsache, dass die Süße nur am Anfang und am Ende auftritt.

Grundsätzlich hält sich auch Latt an den Ablauf der Geschichte von Wells: Es kommt der Soldat vor, dann folgt ein Pastor, es gibt eine Bootsfahrt und zum Schluss erreicht der Held Washington, wo die Marsianer gerade alle am Abnippeln sind, weil sie an einem Virus sterben. Der spezielle Schlenker von Latt ist, dass der Soldat von einem ausgetickten Offizier erschossen wird und der Virus deswegen die Aliens tötet, weil unser Held, verschüttet in einer Tierarztklinik, einem der Aliens eine Injektion gibt. Ja, das ist albern, aber wir müssen es so hinnehmen.

wotwattack.jpg

Auch WOTW leidet, wie alle Asylum-Filme, am knappen Budget. Die CGI wirkt streckenweise arg gewollt, andererseits möchte ich zugestehen, dass dem Film vor allem in der ersten Hälfte ein paar recht knackige Szenen gelingen.

Ich möchte hier nicht zu sehr auf die zu erwartenden Schwächen hinweisen. Dass die militärische Gegenwehr der USA nur daraus besteht, dass ein paar Typen in Uniform hektisch durch die Landschaft rennen, ist natürlich der Tatsache geschuldet, dass Asylum kein Geld für Panzer, Kampfflugzeuge und derlei hat und offenbar hier, zu Recht, auch ihrer SFX-Abteilung nicht recht trauen wollte (in der Fortsetzung soll das wohl etwas anders sein, ich hab im Trailer Flugzeuge gesehen). Der Spaß an Invasionsfilmen ist aber das große Krachbumm, wie ID4 gut gezeigt hat, und daher vermisst der Genrefan dies schon durchaus schmerzlich. Dennoch: Völlig unbegabt sind die Asylum-Leute wirklich nicht, ihnen fehlt nur das Geld. Sobald sich die Tricktechnik nicht mehr bewegen muss, gelingen den Jungs einige ganz nette Einstellungen, die von mir Daumen hoch! bekommen.

wotwschiff.jpg
Das ist zum Beispiel gelungen und kann so bleiben.

Während der Film also in der ersten Hälfte - gefühlt dem ersten Drittel - durchaus den einen oder anderen Schauwert bietet und die Handlung auch recht gradlinig voran kommt, bricht die Qualität in der zweiten Hälfte - gefühlt den beiden letzten Dritteln - dann leider massiv ein. Schuld ist der Pastor.

wotwpastorquatsch.jpg
“Laber, sülz, brabbel”: Dieser Mann - er kann nix dafür, steht so im Drehbuch - ist der Sargnagel dieses Films.

Also, am Anfang ist er ja noch ganz nett, der Pastor. Leider muss er für etwas herhalten, was sich in Asylum-Filmen immer mal wieder zeigt und das filmische Äquivalent zum Zeilenschinden ist: Es ist kein Geld da - das gesamte SFX-Budget hatte Latt offenbar in der ersten Filmhälfte verfeuert - und man muss auf anderthalb Stunden kommen. Was macht man? Man martert Zuschauer und Hauptdarsteller mit einem an sich selbst und seinem Glauben mal zweifelnden, mal festhaltenden Pastor, der in endlosen, sich quälend dahinziehenden Dialogen (eher Monologen) mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt ist und einen dermaßen klebrig-zähen Wortschwall absondert, dass man als aufmerksamer Zuschauer fast dem Wahnsinn erliegt. Als sich zum Ende hin ein Marsianer erbarmt und dem Laberkopp einen Haufen Säure ins Gesicht spritzt, woraufhin sich dessen Schädel in exakt die Grütze verwandelt, die er über gefühlte zwölf Stunden abgesondert hat, erhebt sich das Publikum und klatscht laut Beifall. Auch Howell sah recht erleichtert aus, bilde ich mir ein. Meine Fresse, sowas habe ich in dieser ausufernd-brutalen Form noch nicht erlebt. Ich kriege die Zahnabdrücke nicht mehr aus meinem Sofa raus, das kann ich Euch sagen.

wofwwash.jpg

Das sieht auch ganz ordentlich aus: Nachdem dem Pastor endlich das Maul gestopft wurde, erreicht unser Held Washington (bzw. was davon übrig ist).

Also, was sagt uns dieser Film? Er sagt uns, dass a) Asylum wahrscheinlich in der Lage wäre, richtig ordentliche B-Movies zu drehen, wenn sie nur ein paar 100.000 Dollar mehr investieren würden (und wenn sie die hübschen Schneckis etwas länger in die Kamera halten würden). Er sagt uns b) dass man den Film irgendwann zur Halbzeit besser abstellt und sich den Rest nachliest, als sich dieser entsetzlichen Folter weiter auszusetzen. Und er sagt uns c) dass es bis heute, ich bleibe dabei, keine wirklich passende WOTW-Verfilmung gibt. Ich warte also noch.

Der Film bekommt trotzdem von mir 5 von 10 Boompunkten. 2 für Tinarie, die echt zum Drücken ist, und 3 für die erste Filmhälfte sowie die eine oder andere passable Einstellung, die man sich ansehen kann.

Dez 17

Das Manuskript zu “Tentakelsturm” habe ich abgeschlossen, jetzt geht es in eine erste interne Überarbeitungsrunde, ehe es dann an den Atlantis-Verlag geht, der es einem Lektorat zum Fraße vorwerfen wird. Während ich damit beschäftigt bin, beginne ich heute mit meinem Beitrag zu Rex Corda # 22, der den klangvollen Titel “Ein Toter soll nicht sterben” trägt und den ich zusammen mit Mara Laue verfassen werde. Ich will damit flugs fertig werden, damit ich mich an die Fortsetzung meiner “Kaiserkrieger” machen kann, und irgendwann demnächst steht ja auch wieder ein Ikarus-Band an, der verfasst werden möchte :) Es ist ja nun nicht so, als hätte ich nix zu tun…

Immerhin habe ich alle Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke zusammen (mein Sohn hat es geschafft, exakt einen Tag vor mir Geburtstag zu haben) und habe sie auch schon alle in Geschenkpapier verpackt (was eigentlich eine völlig sinnlose Tätigkeit, vor allem bei Kindern, ist, da diese es schaffen, daraus binnen fünf Minuten einen Berg bunten Altpapiers zu machen). Gewisse Dinge werden halt erwartet, da machste nix dran.

Dez 16

Kürzlich fragte mich Erfolgsautor Martin Kay nach einem Wunsch zu meinem nahenden Geburtstag. Ich murmelte irgendwas von Amazon-Gutschein, da ich echt nicht wusste, was ich anderes sagen sollte. Gestern aber war ich beim Media-Markt und jetzt heißt es: Kommando zurück! Hier ist mein Wunsch:

tv1.jpg

Ich meine den Fernseher, nicht die süße Kleine daneben, die gehört mir schon. Oder ich ihr, je nach Standpunkt. Ihr werdet aber schon ein wenig zusammenlegen müssen, denn GANZ billig ist der schöne Fernseher nicht…

tv2.jpg

Peanuts. Dann kaufe ich mir auch eine XBox und dieses Spiel hier. Weil ich es mir wert bin :)

Dez 15

Nachdem wir gestern den Weihnachtsbaum aufgebaut haben, ist jetzt offenbar endgültig das Jahresendfest angebrochen. Naja, als ob ich das nicht bereits an den Bergen an Lebkuchen und Schokoweihnachtsmännern oder an der 82347ten Wiederholung dieser komischen Weihnachtsmann-Zeichentrickserie auf Super RTL gemerkt hätte, die sich meine Kinder trotzdem jedes Jahr wieder ansehen müssen. Ich bereite bereits meinen großen Jahresrückblick für dieses Blog vor, den ich nach dem Fest online stellen werde (nein, besonders revolutionäre Aussagen wird er nicht enthalten). Ansonsten wird die Postingfrequenz dieses Blogs sicher in den kommenden Wochen eher gering ausfallen, da jetzt allenthalben die Welt darauf konzentriert ist, diese Festlichkeit zu überstehen und daher nichts besonderes zu passieren scheint (das mit der Rezession lasse ich jetzt mal weg, das geht mich nix an, ich habe keine Rezession).

Dez 12

Neulich wurde ich darauf hingewiesen, dass es einen neuen Kleinverlag gibt, der die alten “Einsamer Wolf”-Bücher von Joe Dever wieder herausbringen möchte. Das waren Rollenspiel-Bücher, in deren Verlauf man am Ende eines Abschnittes entscheiden konnte, was der Held nun zu tun habe. Das konnte dann entweder ins Verderben führen oder zu einem erfolgreichen Abschluss des Abenteuers. Wie für viele waren auch für mich diese Bücher einer der Einstiege ins Rollenspielen, das mich dann durch mehrere Systeme geführt hat. Leider komme ich heute gar nicht mehr dazu, da ich seit meiner Ankunft in Saarbrücken keine geeignete Gruppe mehr gefunden habe. Da ich nicht zu den Spielern gehöre, die der Ansicht sind, man müsse jeden Pups auch bezüglich seines Müffelquotienten auswürfeln und man dürfe bei Regeln nicht auch mal Fünfe gerade sein lassen, ist es möglicherweise auch nicht immer ganz leicht, da ich oft den Eindruck habe, dass die Regelfetischisten in der Mehrzahl sind. Aber trotzdem: Ich fand mich durch diese Neuigkeit angenehm an einen sehr spannenden und spaßigen Abschnitt meiner phantastischen Genese erinnert. Vielleicht nehme ich das zum Anlass, mir den ersten Band der Neuauflage auch zu kaufen…

« Previous Entries