Wie auch im letzten Dezember, möchte ich zum Ende diesen Jahres hin meinen kleinen, persönlichen Jahresrückblick verfassen. Ich unterteile ihn nach verschiedenen Gesichtspunkten, in der Hoffnung, dass damit für jeden etwas dabei ist.
Dirk, der Leser
Ich habe in diesem Jahr damit begonnen, eine rein deutschsprachige Romanlektüre zu absolvieren, ein Plan, den ich nach wenigen Monaten aufgegeben habe. Ich kann es nicht ändern: Aber die von mir gelesenen zumeist US-amerikanischen Romane sind schlicht besser als das, was ich von deutschsprachigen Autoren goutieren durfte. Einige angefangene Romane - deren Namen ich hier nicht alle genannt habe, da ich nicht dazu neige, nochmal unnötig nachzutreten - habe ich ungelesen in die Ecke geworfen, weil ich schlicht keinen Zugang gefunden habe. Es erscheinen ohnehin nicht viele serienunabhängige deutschsprachige SF-Romane - das gilt leider auch für die Kleinverlage. Die Welle der Kurzgeschichten schwappt an mir völlig vorbei (mir ist dieser Hype auch weitgehend unverständlich) und viele Romane, die unter dem Label SF erscheinen, enthalten nur langweiliges, oft pseudo-intellektuelles Gewäsch mit Themen, die dermaßen gewollt erscheinen, dass man sich schon fragen muss, ob die Verlage diese Bücher eigentlich überhaupt verkaufen wollen oder nur einen auf schick machen. Fazit: 2009 habe ich auf meiner Leseliste exakt einen klassischen deutschsprachigen SF-Roman, nämlich Armin Rößlers “Argona”, zu dem ich noch nicht vorgedrungen bin.
Das beste Leseerlebnis 2008 war die Eisenhorn-Trilogie von Dan Abnett. Die positivste Entdeckung war “Majestrum” von Matt Hughes, den ich sehr faszinierend fand. Eher enttäuscht war ich vom letzten Band der “Seven Suns”-Serie von Kevin J. Anderson, das war eher so etwas wie ein Anti-Höhepunkt.
Für 2009 liegen sehr viele Bücher auf meinem SUB. Ich habe in diesem Jahr mächtig eingekauft und muss jetzt vieles abarbeiten. Ich werde daher meine Neukäufe im ersten Halbjahr auf das Notwendigste begrenzen, womit vornehmlich Bücher von laufenden Zyklen gemeint sind, die ich weiter sammeln werde, ohne etwas Neues anzufangen. Immerhin, und das ist das quantitative Fazit: Ich habe 2008 42 Romane gelesen, das ist eine Steigerung um drei Bücher gegenüber den 39 des Jahres 2007. Ich hatte aber auch schon mal bessere Zahlen vorzuweisen und hoffe daher, nächstes Jahr noch eins drauflegen zu können.
Dirk, der Autor
Das ist doch eine wunderschöne Überleitung zu diesem Thema. Ob die von mir verfassten Werke auch unter o. g. Kriterien fallen, vermag ich selbst nur begrenzt zu bewerten, daher will ich das auch gar nicht versuchen. 2008 war ein karges Jahr für mich, wie auch schon 2007. Es erschien mit “Tentakeltraum” der zweite Teil meiner MilSF-Trilogie, Band 3 wird in wenigen Monaten publiziert, dann bin ich damit fertig. Ein Ikarus-Roman von mir erschien 2008 nicht, erst Anfang 2009 ist wieder einer an der Reihe. Sonst: Ein paar Beiträge für “phantastisch!” sind noch zu erwähnen, das war es dann auch schon. Ich habe einen recht umfangreichen Roman - Arbeitstitel “Kaiserkrieger” - fertiggestellt, für den ich aber noch keinen Verlag gefunden habe. Ich habe zwei Übersetzungen angefertigt und mit einer dritten begonnen, aber so richtig zählt das nicht, der kreative Anteil daran war doch eher begrenzt. Trotzdem bin ich alles in allem mit mir zufrieden und sehe hoffnungsvoll in das Jahr 2009. Neben einem “Rex Corda”-Romanteil für die Fortsetzung der Serie bei Mohlberg werde ich mit dem zweiten Teil von “Kaiserkrieger” beginnen, und es ist mir völlig egal, ob ich dafür schon einen Verlag habe oder nicht. Das Buch will geschrieben werden.
Dirk, der Filmgucker
Ich habe in diesem Jahr ein paar Filme durchaus bewusster gesehen, allen voran einige aus der US-amerikanischen Schmiede “The Asylum”. Diese zu besprechen, hat mir fast noch mehr Spaß gemacht, als sie auch zu sehen. Der beste Film des Jahres 2008 ist für mich “The Mutant Chronicles”, ansonsten fand ich die vierte Staffel von “SG: Atlantis” recht amüsant, die ich mir peu-a-peu reingezogen habe. Mal schauen, was ich 2009 so goutieren werde. “Avatar” und der neue ST-Film werden mich möglicherweise sogar von meinem Sofa reißen und ins Kino bewegen.
Dirk, der Fan
Meine beruflichen Aktivitäten haben auch in diesem Jahr meine Präsenz auf Cons deutlich eingeschränkt. Letztlich habe ich nur den BuchmesseCon besuchen können, was mich selbst etwas wurmt, aber leider nicht zu vermeiden gewesen ist. Wenn die Pflicht ruft und das Konto gefüllt werden muss, bleibt einem halt nichts anderes übrig. Das wird sich auch 2009 nicht ändern: Bereits jetzt steht meine Teilnahme am DortCon aufgrund beruflicher Verpflichtungen auf der Kippe. Da ich keine Absicht habe, mich von Rezessionsgerede aus der Ruhe bringen zu lassen und auch 2009 gut verdienen möchte, muss ich auch hier künftig leider Opfer bringen. Aber soo schön bin ich ja auch nicht, dass Ihr auf meinen Anblick nicht würdet verzichten können… Ansonsten war ich auch 2008 vornehmlich in diversen Foren unterwegs, vor allem dem sf-netzwerk, aber auch im Forum von sf-fan.de, wo es einen Lesezirkel zu “Tentakeltraum” gegeben hat. Daran wird sich auch im kommenden Jahr nichts ändern, zumindest online werde ich die meiste Zeit ja sein
Jahresendgrüße
Ich grüße an dieser Stelle - und verbinde dies natürlich mit den besten Wünschen für das neue Jahr - einige Menschen, die grüßenswert sind.
Guido Latz, einen der erfolgreichste Phantastik-Kleinverleger der Bundesrepublik Deutschland. Obgleich er manchmal auch Grütze veröffentlicht, hat er doch meist den richtigen Riecher für interessante Romane, meine eigenen natürlich eingeschlossen. Ich wünsche ihm für 2009 steigende Profite und damit auch Prozente für mich
Oliver Naujoks, den bekannten Film- und Buchrezensenten, der nicht nur eines der faszinierendsten Blogs der deutschen Szene pflegt, sondern im kommenden Jahr nun endgültig sein lange erwartetes Fantasy-Roman-Manuskript abschließen möchte (oder was glaubt Ihr, warum er plötzlich in der Linkliste im Blog des Atlantis-Verlages auftaucht?).
Gerd Rottenecker, von dem man in einem fünfminütigen Gespräch mehr lernt als von anderen in fünf Jahren.
Martin Kay, einer der fleißigsten und konstantesten deutschen Phantastik-Autoren, der derzeit an einem Thriller-Projekt arbeitet, das seine Karriere auf nie geahnte Höhen führen wird. Ihr werdet schon sehen. Read my lips.
Armin Rößler, den ich auch 2008 für einen der besten deutschsprachigen SF-Autoren halte - einer der wenigen, die nicht entweder wahnsinnig witzig und sprachlich avantgardistisch sein möchten oder auch nicht der Ansicht ist, dass immer alles einen tieferen Sinn haben muss - sondern der einfach nur gute Sachen schreibt, die man gerne lesen möchte, ohne dabei auf alberne Tentakel zurückgreifen zu müssen. Davon gibt es in Deutschland leider viel zu wenige. Leider schreibt er zuviele Kurzgeschichten, die lese ich nicht. Bis auf eine. Hoffentlich.
Meine Schwester Britta aka Sylke Brandt, die dermaßen viele Talente hat, dass es ihr schon zu den Ohren herausquillt, aber wirklich noch ein paar Tritte in den Hintern benötigt. Achtung, hier kommt einer: Schreib endlich den verdammten Steampunk-Roman zuende, Pennsuse!!!
Das Team von “Rettungskreuzer Ikarus”, namentlich Irene Salzmann, Achim Hiltrop, Thomas Folgmann, Sylke Brandt, sowie die Gastautoren Nicole Rensmann und Erik Schreiber, für die gute Zusammenarbeit im letztren Jahr, und notabene Ernst Wurdack und Mario Moritz für geile Cover. Ich liebe Euch alle!
Das Moderationsteam von sf-netzwerk.de sowie dem Forum von sf-fan.de für Eure unermüdliche Arbeit.
Mir selbst dafür, dass dieser Eintrag jetzt ein Ende findet.
Schönes neues Jahr und alles Gute!!!