Feb 27

Heute mal was aus der heimischen Produktion: Thomas Knip präsentiert das Cover der eBook-Ausgabe von Ikarus # 33.

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Feb 26

Nein, ich hab schon, danke.

Es geht vielmehr darum, dass ich eine Heiratsszene im zweiten Band der “Kaiserkrieger”-Trilogie schreiben muss. Normalerweise frage ich bei sowas immer Kirchenschnösel Naujoks, doch der musste diesmal die Waffen strecken. Also selbst an die Recherche gemacht. Wir erinnern uns: Es ist das Jahr 378, und obgleich die Christenheit kurz davor ist, die Staatskirche zu etablieren, gibt es noch haufenweise böse Heiden, und vor allem: Die sog “Amtskirche” hat sich noch nicht so etabliert, wie wir es heute kennen. Tatsächlich scheint es zu jener Zeit für Christen, die das alte römische Vermählungsritual nicht mehr vollziehen wollten, keine echte Alternative gegeben zu haben, denn kirchliche Hochzeiten i. e. S. waren wohl unbekannt.

Ich habe mich jetzt damit beholfen, dass ich zwar eine private (naja, es ist ein dickes Familienfest, aber halt “privat” organisiert) Vermählungszeremonie schildere, bei der ein Priester zwar einen Segen spendet, aber ansonsten schlicht Elemente des alten römischen Rituals verwendet werden. Manche dieser Elemente - wie etwa die Tradition des Eheringes - haben sich ja ohnehin über die Jahrhunderte erhalten, also kann das nicht soo abwegig sein. Wem etwas Besseres einfällt, der möge sich bei mir melden.

Feb 24

Torn Chaines wurde 1939 geboren, promovierte viele Jahre als Professor für Geschichte und deutsche Literatur an einer der renommierten Universitäten der amerikanischen “Ivy League”.

(aus einer ansonsten irrelevanten Pressemitteilung des HJB-Verlages)

Feb 23

Ich weiß, dass einige Leute schon ganz furchtbar auf eine Rückmeldung warten, aber es ist vor allem meine Schuld, dass die Dinge nur langsam voran kommen. Da sich diese Rezession noch nicht bis zu mir herumgesprochen hat, ist mein Zeitbudget für nicht unmittelbar dem Gelderwerb zuzuordnende Aktivitäten leider begrenzt (und im Gegensatz zu den Autoren bekomme ich für die Anthologie kein Honorar…). Immerhin: Mehr als die Hälfte der eingereichten Storys ist gelesen, eine wurde bereits ausgesondert, und ich erwarte jetzt noch eine verspätete Einsendung, die aber rechtzeitig angekündigt wurde. Ich bin mit der bisherigen Sichtung sehr zufrieden, es ist schon erstaunlich, in welcher Bandbreite man Military SF schreiben kann. Die Anthologie wird ein Plädoyer für ein Subgenre werden, das andere nur mit “Fascho-SF” gleichzusetzen belieben, ein Vorwurf, den die versammelte Autorenschar sicher rasch ad absurdum führen wird. Ich habe mit der Übersetzung einer Kurzgeschichte aus dem Amerikanischen bereits begonnen und hoffe, bis Ende März endgültig die Liste der Einsendungen abgearbeitet zu haben. Dann bekommen die Autoren fix eine Nachricht, eine lektorierte Fassung ihrer Story zur gnädigen Bearbeitung und natürlich Vertrag & Kohle. Ich plane immer noch, die Anthologie spätestens im Frühherbst erscheinen zu lassen. Bis dahin: Bear with me, please!

Feb 21

Die aktuelle Ausgabe des unverzichtbaren US-Magazins LOCUS enthält Zahlen zur SF-Szene des vergangenen Jahres. 2008 wird wohl angesichts der ökonomischen Probleme als das letzte der “Goldenen Jahre” in die Geschichte eingehen, denn für 2009 haben ja schon viele Verlage Umstrukturierungen und Kürzungen vorhergesagt. Nach den Zahlen von LOCUS erschienen 2008 920 SF/F/H-Titel im Hardcover (2007: 845), davon 670 neue Titel (2007: 693). Im Bereich der Trade Paperbacks zählte LOCUS für 2008 950 Veröffentlichungen (2007: 954), davon 493 neue Titel (2007: 534). Der wichtige Bereich des Mass Market Taschenbuchs verzeichnete 2008 973 neue Bücher (2007: 924), davon 508 neue Titel (2007: 483). Insgesamt zählte LOCUS für 2008 also 2842 Bücher, was eine sehr beeindruckende Zahl ist (2007: 2723). Größter Verlagskonzern im Genre ist demnach weiterhin Penguin, gefolgt von HarperCollins und Tor. LOCUS zählte insgesamt 213 Verlage im Genre.

Zum Schluss vielleicht noch ein Blick auf das Verhältnis der wichtigsten Genres zueinander. 2008 wurden 249 SF-Romane veröffentlicht, gegenüber 439 Fantasy-Schmökern. Das entspricht in etwa dem Verhältnis von 2007 (250 zu 460). Horror liegt auf dem dritten Platz mit 175 (2007: 198) und befindet sich erkennbar weiter auf dem absteigenden Ast. Neu aufgenommen in die Kategorisierung von LOCUS wurde die “paranormal romance”, d.h. alles, was mit poppenden Vampiren zu tun hat. Hier zählte man 328 Romane in 2008, 270 in 2007 (davor gab es die Kategorie nicht). Da könnte also noch einiges auf uns zukommen…

Feb 20

… ist übrigens das Buch, das ich vor kurzem für den Atlantis-Verlag übersetzt habe; ich bin im Dezember damit fertig geworden. Der erstmals 1980 erschienene Roman des kürzlich leider verstorbenen Autors ist eine klassische Story mit einigen eher ungewöhnlichen Blickwinkeln, vom Aufbau her recht originell und ohne Effekthascherei. Hier schon mal der voraussichtliche Klappentext des Romans:

Der mysteriöse Tambu gilt als Schrecken der besiedelten Galaxis, als größter Feind der Verteidigungsallianz und als das Sinnbild des eroberungswütigen und rücksichtslosen Kriegsherrn. Als Erickson, ein junger Reporter, entgegen seiner eigenen Erwartung die erste Audienz eines Journalisten bei Tambu erhält, um ein Interview mit ihm zu führen, ist er voller Furcht und Misstrauen. Doch er stellt rasch fest, dass es einen Unterschied zwischen der Meinung der Mehrheit und der Wahrheit geben kann, so schwer diese Erkenntnis auch fällt…

Die Korrektur macht ganz gute Fortschritte, so dass der Roman irgendwann in den kommenden Monaten erscheinen dürfte. Das Cover stammt vom unvergleichlichen Timo Kümmel.

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Feb 19

Es wird mal wieder Zeit für einen Blick auf eine Asylum-Produktion. Ich entschuldige mich ausdrücklich für die lange Pause, aber ich hatte eine Zeitlang das Bedürfnis, einen gewissen Abstand zu gewinnen und habe mir stattdessen bergeweise Maigret-Filme reingepfiffen. Jetzt aber kann ich keine pfeiferauchenden Franzosen mehr sehen und daher habe ich kürzlich Lorenzo Lamas in dieser sehr freien Jules-Verne-Adaption genossen. Oder auch nicht.

Bleiben wir einen Moment beim Titel, der, wie bei allen Asylum-Filmen, lieber klotzt als kleckert. 30000 Leagues sind umgerechnet etwa 167000 Kilometer. Nehmen wir a) an, dass es hier um eine Tauchtiefe geht, so wird ein U-Boot, das 167000 Kilometer tief taucht, irgendwo auf halbem Weg zum Mond rauskommen, was auch für die “Nautilus” eine bemerkenswerte Leistung wäre. Vermuten wir aber b), dass es um die unter Wasser zurückgelegte Strecke geht, dann reden wir hier von fast zehn Erdumkreisungen. Die passieren in dem Film aber nicht, denn das U-Boot von Kapitän Nemo kreuzt nur albern an einer Stelle hin- und her. Aber ich bin ja auch doof: Warum versuche ich, in einem Asylum-Titel einen Sinn zu entdecken? Bleiben wir bei der alten Weisheit: Ich muss ja auch nicht alles wissen.

Worum geht es nun in diesem Meisterwerk? Lieutenant Cool, gespielt vom alten Soap- und Actionrecken Lorenzo Lamas, der offenbar nach seinen drei oder vier Scheidungen dringend Geld braucht, ist der Scheff eines kleinen Tiefseerettungs-Uboots namens “Aquanaut” und ist Erfinder des “Oxygenators”, der aus Wasser atembare Luft machen kann, die sich in einer stabilen Blase unterhalb des Wasserspiegel ausbreitet. Wir haben schon albernere Erfindungen in SF-Filmen gesehen, deswegen bekomme ich darüber keine Kopfschmerzen.

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Da isser: Der Renegade unter Wasser. Blondinchen, die den ganzen Film damit beschäftigt ist, ihn furchtbar begeistert anzuhimmeln, findet gegen Ende der Handlung ein genauso bitteres wie absolut absurdes Ende. Stay tuned.

Ein Atom-U-Boot der US-Marine geht verloren und die “Aquanaut” soll danach suchen. Das wäre alles kein Problem, wenn der zuständige Obersoldat nicht auf die geniale Idee käme, Lieutenants Ex-Weib mitzuschicken, die mittlerweile nicht nur an ihm vorbei befördert worden ist, sondern auch eine veritable Zicke darstellt, von der ich mich auch hätte scheiden lassen. Jedenfalls werden, Asylum-üblich, mehrere sinnlose Minuten damit verschwendet, wie Commander Zicke ihren Ex eher unprofessionelle Befehle erteilt, die dieser mit stoischer Mimik - so viel zahlt Asylum halt doch nicht - über sich ergehen lässt.

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Commander Zicke bei dem, was sie am besten kann: Mit gut lackiertem Mund allen auf den Sack gehen. Ich darf an dieser Stelle verraten, dass sie ihren Irrweg am Ende des Films einsieht und sich wieder an Lorenzo ihm seine Brust wirft. Frauen wissen halt nicht, was sie wollen.

Während der Vorbesprechung auf einem Marinekreuzer gibt es übrigens die beste Szene des ganzen Films: Die Protagonisten stehen rum und verbringen Zeit mit minutenfüllender Konversation, da schleicht seitlich für einige Sekunden Whittley Jordan durch’s Bild! BRING HER BACK!!!

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Guckstu links.

Nun denn: Man taucht nach dem U-Boot und findet es, doch ehe man andockt, wird man von der “Nautilus” unter dem Kommando von Kapitän Nemo aufgegriffen. Der von Sean Lawlor gespielte Nemo zeichnet sich durch massives Overacting aus, das vor allem am Anfang beim Zuschauer nur ungläubiges Staunen auslöst. Jedenfalls spielt er anfangs den guten Onkel, doch schnell wird klar, was für ein sinistrer Bursche er ist: Er will nämlich den Oxygenator klauen, um das unter Wasser wiedergefundene Atlantis neu zu besiedeln, und vorher will er die ganze Welt vernichten, um auf ihren Trümmern dann das Utopia mit dem “neuen Menschen” zu errichten. Da sich Nemo zumindest in Bezug auf seine letztere Vision wie ein Parteifunktionär der Linken anhörte, wird es auch dem Lieutenant zuviel und er ist dagegen. Nachvollziehbar, denn Nemo, irre lachend, hat bereits damit begonnen, mit perfiden Leuchtbändern, die offenbar direkt die Lustzentren des Gehirns stimulieren, seine Mannschaft umzudrehen, damit sie den wahnsinnigen Plänen zur Verwirklichung hilft.

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Kapitän Nemo am Anfang, ganz der joviale Unterwasseronkel

Jedenfalls entkommt man und kann, bevor Nemo die Atomraketen des von ihm mittels ferngesteuerter Riesenkraken (!) angegriffenen Atom-U-Boots einsetzen kann, die “Aquanaut” die “Nautilus” rammen lassen, was unangenehme Folgen hat.

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Nemo ist traurig: War nix mit Utopia, Mindestlohn für alle und Atombrand.

Bevor das aber stattfindet, stirbt Blondie auf eine, wie bereits angedeutet, höchst absurde Art und Weise. Ich darf die Sequenz des Ablaufs einmal darstellen: Die Ex von Lieutenant Lamas ist außerhalb des U-Boots und alle denken, sie ist tot, dann aber klopft es an der Schleuse. Man öffnet diese und zieht die Vermisste glücklich lächelnd an Bord.

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Blondie zieht Ex an Bord. Seht Ihr irgendwo Wasser, das alle nass macht? Nein, also dürfen wir annehmen, dass das äußere Schott zu ist, sonst wäre diese Szene kaum nachvollziehbar.

Dann aber, während Ex und Lamas sich abknutschen (ich sagte ja, die Zicke erkennt irgendwann ihre wahre Bestimmung) und Blondie sie beide anhimmelt (ich bin nicht traurig über die nun folgende Wendung der Handlung)…

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… greift plötzlich einer der Nemokraken an und zieht Blondie durch die Schleuse ins Wasser, woraufhin sie ihre Existenz als schlechte CGI-Animation beendet. Die im Trockenen stehenden Überlebenden gucken fassungslos zu. Warum und wie es dem Kraken gelang, durch festes Metall, und ohne dass es zu irgendeinem Wassereinbruch kam, Blondie ins Wasser zu ziehen, ist mir ein völliges Rätsel und wird im Film auch nicht thematisiert. Wer immer sich diese Szene ausgedacht hat, muss entweder sein Publikum für völlig bescheuert halten oder selbst nicht ganz dicht sein. Ich musste mehrmals mit der Stirn gegen die Tischplatte hämmern. Unfassbar.

Was bleibt? Trotz meiner harschen Worte ist dieser Asylum-Kracher nicht der schlechteste, den ich bisher aus dieser Schmiede gesehen habe. Lorenzo Lamas bietet eine solide Vorstellung, auch die anderen Schauspieler sind zumindest größtenteils erträglich. Die billigen Asylum-CGI sehen bei Unterwasseraufnahmen, die ja sowieso immer etwas verschwimmen, durchaus nicht schlecht aus und können größtenteils so akzeptiert werden. Die Handlung hat zwar ihre Längen, doch bei weitem nicht die anderer Asylum-Filme; ich habe auch den Eindruck, dass dieser Film etwas teurer gewesen sein muss als die übliche Wald-und-Wiesen-Produktion.

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Die “Nautilus”. An Bord rauchen übrigens alle. Wusste nicht, dass das auf einem U-Boot üblich ist.

Ich gebe daher 5 von 10 Punkten für das bessere Produktionsdesign, erträgliche Handlungsgeschwindigkeit und die zwei Sekunden Whittley Jordan.

Feb 17

… aber Ihr habt sicher auch von der Frau gehört, die in den USA Achtlinge zur Welt gebracht hat. Und jetzt wird sie in den amerikanischen Medien auf eine Art und Weise bezeichnet, die eher an einen Asylum-Film erinnert: “Octomom!”

Octomom! Tzes.

Feb 15

Zum einen möchte ich hiermit ausdrücklich zu Protokoll geben, dass ich gestern, als ich wieder in Deutschland einflog, das tiefe Bedürfnis hatte, sofort in den nächsten Flieger zu steigen und wieder zurück nach Accra zu düsen. Wer auch immer dafür verantwortlich ist, dass die gesamte Landschaft weiß angemalt ist, soll bitte hervortreten und seiner sofortigen Exekution entgegen sehen. ARGH!!!

Zum anderen: Mittlerweile bin ich in Münster eingetroffen, wo ich bis Donnerstag bleiben werde. Das einzig Erwähnenswerte bleibt, dass ich morgen Abend den guten Thorsten Pankau besuchen werde, mit dem ich einstmals eines der ersten, extrem coolen SF-Webzines betreut habe. Hieß @ltair. Alles, was es heute gibt, sind nur doofe Nachahmer. So.

Ein schönes Foto habe ich gefunden, nämlich von den für den Heyne-Romanwettbewerb eingesandten Manuskripten. Ja, meines liegt da auch irgendwo. Nein, ich sitze hier nicht und kaue auf den Fingernägeln. Für sowas bin ich zu alt. Aber in der Jury möchte ich nicht sitzen, denn es sollen über 1000 Einsendungen geworden sein. Meine Herren. Jedenfalls ist der Einsendeschluss ja jetzt abgelaufen und wenn die die Finalisten rechtzeitig vor der Leipziger Buchmesse einladen wollen - dort sollen diese ja vorsingen, so ein bißchen DSDS für Literaten -, dann müssen die Juroren jetzt sehr fix sein. Nein, ich werde ab jetzt nicht jeden Tag dem Briefträger auflauern. Auch dafür bin ich zu alt.

Feb 9

Wie ich bereits erwartet habe, bin ich nach acht Stunden Fortbildung und dem Wechsel von 30 Grad plus zu Kühlschrank-Klimaanlagen-Temperatur so müde, dass es mir nicht mehr gelingt, allzu Kohärentes von mir zu geben oder zu tun. Und so bleibt mir nur die visuelle Aufnahme von Bildmaterial, ein gutes Star (das beste westafrikanische Bier) und langsam Absacken. Da gucke ich dann entweder nigerianische Filmproduktionen im Fernsehen - die übrigens oft phantastische Themen abhandeln, so kommt häufig auch Magie darin vor, das ist mittlerweile gar nicht einmal schlecht gemacht - oder schaue mir ein Mitbringsel an. Nach Ghana habe ich mir ein paar Episoden der ersten Staffel von Dr. Who mitgenommen und gestern eine Folge gesehen, die mir richtig Spaß gemacht hat: “Dalek” heißt sie und es geht dabei um einen einzelnen Dalek, den der Doktor in einer unterirdischen Basis auf der Erde findet. Mir machen die Daleks richtig Spaß, die sind mal einfach nur böse, und obgleich in die Charakterisierung dieses speziellen Daleks zum Schluss Differenzierung eingebaut wurde, freue ich mich doch immer wieder über ein knackiges EXTERMINATE!

Danach bin ich aber auch schnell eingeschlafen. Mal schauen, was ich mir als Nächstes anschaue.

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