Apr 30

Wie nunmehr bekannt geworden ist, hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die Buchserie “Stahlfront” aus dem Unitall-Verlag, verfasst von einem angeblichen amerikanischen Professor, indiziert. Die drei ersten Bände wurden mit der Kategorie A “jugendgefährdend” auf den Index gestellt (Bundesanzeiger Nr. 65 vom 30.4.09). Ich habe an dieser und anderen Stellen mehrmals offen mein Missfallen über den Inhalt dieser Romane zum Ausdruck gebracht, das ist kein Geheimnis. Es ist und bleibt brauner Dreck, jetzt sozusagen auch offiziell bestätigt.

Dennoch glaube ich nicht, dass die Indizierung eine gute Sache ist. Das hat weniger etwas damit zu tun, dass ich nicht zu Schadenfreude fähig wäre, sondern eher damit, dass ich generell von Indizierungen eher wenig halte. Die deutsche SF-Szene (und das politische System der Bundesrepublik) kann und sollte so etwas wie “Stahlfront” ohne Probleme und Verbiegungen schlicht aushalten können. Das sage ich ausdrücklich als jemand, dessen eigenes Lieblings-Subgenre - die Military SF - durch die ähnlich betitelte Reihe bei vielen in Misskredit geraten sein dürfte. Ich hätte, wäre ich an verantwortlicher Stelle Entscheidungsträger gewesen, einer Indizierung nicht zugestimmt.

Was jetzt folgt, ist nämlich so vorhersehbar wie das Amen in der Kirche: Die Betroffenen ziehen die Märtyrernummer ab. Und das Schlimme ist: Wenn sie damit argumentieren, dass das Gut der Meinungsfreiheit hier höher zu bewerten sei, als der Schutz der potentiellen Leser vor einer letztlich schlicht mies geschriebenen und weitgehend irrelevanten Romanreihe, dann würde ich ihnen tendenziell zustimmen. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die “Freigabe” der bisher erschienenen Romane als eBooks für alle wohl nicht zuletzt dazu geführt haben dürfte, dass die Indizierung zumindest der Verbreitung dieser Werke keinen Riegel vorschieben dürfte.

Nein, die Indizierung von “Stahlfront” ist überflüssig, sie ist letztlich sogar kontraproduktiv. Ich befürworte diese Maßnahme ausdrücklich nicht.

Apr 30

Leider lebe ich in einer Zeit, ich habe das schon mal erwähnt, in der ich nicht mal eben zum Raumhafen Saarbrücken gehen und ein Ticket zum, sagen wir, Asteroidengürtel lösen kann, weil ich schon immer mal nach Vesta wollte. Doch ganz ohne Möglichkeiten ist auch dieses Zeitalter nicht, wenngleich die Reise eher symbolischer Natur ist. Regelmäßig gucke ich auf die Website der Dawn-Mission, einer Sonde, die den Asteroidengürtel erforschen soll. Sie ist schon eine Weile unterwegs und wird Vesta im August 2011 erreichen. Und ich bin an Bord - naja, zumindest mein Name, denn er steht, wenn man der NASA glauben darf, auf einem Datenträger, den die Sonde mit sich führt. Hier, ich zeig Euch mal die Urkunde:

dawn.jpg

Die Sonde ist gut unterwegs und befindet sich mit mir an Bord derzeit offenbar hier:

dawn2.jpg

Gar nicht so weit vom Mars entfernt. Ich würde Euch jetzt gerne mehr über die Reise berichten, aber leider habe ich kein Fenster zum rausgucken und bin auch, da nur aus wenigen Buchstaben bestehend, zu weitergehender Reflektion nicht in der Lage. Aber unterwegs bin ich trotzdem, irgendwie (und morgen berichte ich Euch über eine weitere Reise, auf der ich derzeit bin…). Ich weiß, das ist entweder sentimental oder nur albern oder beides - aber in diesem Falle möchte ich mich zu beidem ohne weitere Umschweife bekennen.

Apr 29

Um eventuellen Fragen vorzubeugen, hier ein kleiner Bericht zum Stand der Dinge. Mittlerweile liegen fast alle redigierten Storys der beteiligten Autor/innen vor, so dass die Arbeit durchaus planmäßig vorangeht. Etwas zieht sich die Vertragsgestaltung bei einer der ausländischen Storys hin, aber ich bin zuversichtlich, dass Herr Latz da auch mal aus dem Quark kommt. Ich werde irgendwann im kommenden Monat mal probeweise mit der Gestaltung der Vorlagen beginnen, um abzusehen, von welchem Gesamtumfang wir jetzt hier reden, damit auch der Verlag entsprechend kalkulieren kann. Als geplantes Erscheinungsdatum gilt weiterhin Ende Sommer, Anfang Herbst, eher wird das sicher nichts werden. Auf jeden Fall noch in diesem Jahr. Mitherausgeber Oliver Naujoks überlegt sich gerade noch einen schmissigen Titel für die Sammlung, bisher ist uns nämlich nichts Gescheites eingefallen. Aliens, wollt Ihr ewig leben? war in der engeren Auswahl, wurde dann aber doch verworfen :) Falls jemand von Euch einen ausreichend markigen Vorschlag hat, sind wir natürlich sehr daran interessiert :)

Apr 28

Wie viele von Euch bestimmt wissen, werden vom Projekt Gutenberg in elektronischer Form Bücher und Periodika online gestellt, deren (US-amerikanische) Urheberrechte abgelaufen sind und die sich daher jeder gefahrlos runterladen kann. Es gibt auch eine schöne, mittlerweile recht große Rubrik mit Science Fiction. Was aber jetzt erwähnenswert ist, dass vor wenigen Tagen die erste Ausgabe des legendären SF-Magazins “Astounding Stories” online gegangen ist, aus dem Februar 1930. Das heißt, wir dürfen jetzt so langsam aber sicher die Geschichte der “modernen” SF dort abgebildet sehen, denn es dürfte noch einiges an Material dieser Natur nachfolgen. Hier ist der Link.

In totally different news: Nein, Rettungskreuzer Ikarus # 38 ist noch nicht erschienen, und ja, der April ist fast alle. Der Roman ist in der Druckerei und ich denke, die erste Maiwoche wird es werden. Habt noch etwas Geduld :)

Apr 27

Das erste Jahresdrittel ist so gut wie vorüber und ich frage mich, wo die Zeit eigentlich hingerannt ist - war nicht gerade erst Neujahr? Das letzte Wochenende jedenfalls verlief recht hektisch, da ich meinen Sohn zu zwei Hockeyturnieren fahren durfte. Wie gut, dass ich mein Netbook dabei hatte, es hat das Manuskript zu “Eobal” immerhin über die 300.000-Zeichen-Marke gebracht, was de facto heißt, dass wir uns jetzt der Zielgeraden nähern - viel mehr als 400.000 sollten es nämlich eigentlich nicht werden.

Oliver hat in seinem Blog auf das Blog von LOCUS hingewiesen, des einzigen SF-Magazins, an dem ich nix zu meckern habe (es enthält glücklicherweise auch keine Storys). Ich habe das Blog sogleich in meiner Blogroll verewigt, denn da sollte jeder mal einen Blick reinwerfen. Es lohnt sich wirklich. Gott, viermal das Wort “Blog” in einem Absatz. Ups. Das war jetzt das fünfte Mal. Und noch eines: Ich habe auch gleich das Dingens von Steve Miller, dem männlichen Teil des Autorenduos Sharon Lee & Steve Miller mit eingebaut, darin blättere ich auch ganz gerne.

Apr 23

Das, was ich übersetze, hat Dirk Schulz grafisch umgesetzt. Hier das Cover des Liaden-Romans “Flucht nach Lytaxin”, im Design an die drei Heyne-Taschenbücher angelehnt:

Liaden 4 Front ohne Rahmen Schrift schärfer.jpg

Apr 22

Martin Kay, der in seinem wirklichen Leben ganz anders heißt und als Containerschubser arbeitet, hat in seinem Blog auf sein neuestes Projekt hingewiesen: Er schreibt einen Action-Thriller, und ich wollte gerade sagen “in der Tradition von…”, um eingängige Namen wie Reilly oder Preston anzufügen, aber das ist natürlich Blödsinn. Wer Martin kennt, weiß, dass er seine eigene Stimme als Autor hat. Das gehört sich auch so. Hin und wieder sendet er mir kleine Ausschnitte aus dem, was er gerade schreibt, per Email. Und obgleich es mir immer wieder eine Freude ist, diese Ausschnitte durch unzüchtige Ergänzungen aufzuwerten, muss ich feststellen: Jeder Verlag sollte sich um dieses Manuskript reißen! Wenn jemals jemand behauptet hat, ein deutschsprachiger Autor könnte halt nicht “in der Tradition von…” schreiben, so ist dem nur zuzustimmen: Denn Martin kann es besser.

Hin und wieder - aber wirklich nur selten, so viele Leser habe ich noch nicht - kommt die Frage, wann denn der dritte Tentakelband “endlich” erscheine. Nun, die Antwort ist: Geplant ist immer noch Mai/Juni. Das Lektorat ist halt noch nicht fertig, und dann muss ich die gewünschten Änderungen noch einbauen und dann kommt die ganze Produktionsphase. Das kann man also nicht so übers Knie brechen, wir wollen ja, dass der Abschluss und Höhepunkt der Trilogie ordentlich aussieht. Ich halte Euch auf dem Laufenden. Lest zwischendurch was anderes.

Termine habe ich ja eigentlich keine, was sozusagen der positive Nebeneffekt der Tatsache ist, dass ich für alles, was ich derzeit schreibe, noch keinen Verlag habe. Nein, das bereitet mir keine schlaflosen Nächte :) Dennoch habe ich mir Ziele gesetzt, an denen ich mich messen lassen möchte: Gor # 5 soll bis zum Juni fertig übersetzt sein, “Flucht nach Lytaxin” soll bis zum August fertig übersetzt sein, den zweiten “Kaiserkrieger”-Roman will ich bis Dezember fertig haben, den SF-Krimi “Eobal” schon vorher, am liebsten bis zum Herbst. Und ich muss zwischendurch noch einen Ikarus-Roman schreiben. Der soll auch pünktlich bis zum Ende des Jahres vorliegen. Ah, dafür habe ich schon einen Verlag, also stimmt meine Aussage von eben nicht so ganz. Und vielleicht noch einen Rex Corda, mal sehen, wie es zeitlich reinpasst. Man muss ja beschäftigt bleiben :)

Apr 21

Heute habe ich die lektorierte Fassung von Robert Asprins “Tambu” bekommen, mit ein paar rot angemalten Anmerkungen, denen ich mich zu widmen habe. Der Lektor, André Piotrowski, hat saubere Arbeit geleistet und sehr viel Mühe investiert. Wäre ich ein allzu sehr von meiner Unfehlbarkeit überzeugter Übersetzer, würde ich bei einigen seiner Anmerkungen böse Worte vor mich hin murmeln, aber, recht betrachtet, hat er doch im Regelfalle die Defizite meines Textes gut erkannt und dort, wo es ging, auch gleich ausgebessert. Ich werde jetzt durch den Rest noch durchgehen und hoffe, dass der Roman dann irgendwann, wenn es draußen richtig heiß ist, erscheinen kann - damit Ihr ihn am Strand oder auf Balkonien lesen könnt :)

Apr 20

… mit mir. Denn am gestrigen Sonntag habe ich gut 20.000 Zeichen geschrieben, was für mich ein gutes Ergebnis ist. Ich weiß, es gibt Leute, die schreiben mehr in kürzerer Zeit, und mein Standard ist 5000 Zeichen am Tag. Aber gestern hatte ich immer mal wieder Gelegenheit, die ich dann auch genutzt habe. Neben den beiden Romanen, an denen ich ja nun schon ein wenig länger sitze, ist auch der spontane Anfang eines dritten Werkes hinzugekommen, das schon länger in meinem Hinterkopf rumort. Wann ich es weiter schreiben werde, weiß ich nicht, aber es ist jetzt auf der Welt (bzw. auf der Festplatte) und wird sich hoffentlich hin und wieder mit einer gewissen Beharrlichkeit bemerkbar machen. Zum guten Glück für mich habe ich keinerlei Abgabetermine für irgendwas einzuhalten, so dass ich völlig entspannt an die Sache herangehen kann.

Ansonsten gibt es nichts Neues zu berichten. Das zunehmend warme und sonnige Wetter belebt meine Lebensgeister jedenfalls sehr, ich hatte von der trüben Kälte der vergangenen Monate aber auch so richtig die Schnauze voll. Jetzt bitte kein verregneter Sommer, sonst bekomme ich die Krise.

Apr 19

Es hat diesmal etwas länger gedauert, denn diese Ergänzung des bekannten Warhammer 40k-Computerspiels hatte im Kampagnenmodus schon einiges an Arbeit anzubieten. Doch nicht von gelegentlichen Rückschlägen im Kampfe für den Gott-Imperator entmutigt, habe ich die Adeptas Sororitas - und hier nicht die Ordensmitglieder, die Kranke heilen und für Seelen sorgen, wohlgemerkt - durch das Kauvara-System getrieben und mit ihnen insgesamt vier Planeten erobert - gegen vom Chaos verseuchte Marines, Tyraniden, Orks, Dark Eldar, die Tau und was da noch so kreucht und fleucht. Die schwierigsten Missionen waren zumeist jene, in denen man eine Mehrzahl an Zielpunkten für einen gewissen Zeitraum halten musste, was im Regelfalle dazu führte, dass der böse Gegner so 60 Sekunden vor Ablauf der Frist alles, was er hat, gegen einen der okkupierten Zielpunkte geworfen hat. Das war vor allem zu Anfang des Spiels nicht einfach, da man aber mit jedem Sieg bessere Starttruppen und zusätzliche Ressourcen erhalten hat, entwickelte sich manche Gebietseroberung im letzten Drittel der Kampagne mehr und mehr zum Durchmarsch. Wie immer sehr schön gemacht waren die Sprüche der Imperatortreuen, so salbungsvoll Läuterung und Reinigung gegen die Häretiker bringen, das kann keiner. Fazit: Hat mir großen Spaß gemacht. Weniger Spaß machen mir die Besprechungen zu “Dawn of War 2″, die ich gelesen habe. Allein die Installation soll schon eine unnötige Quälerei sein. Also vielleicht doch lieber wieder Command & Conquer spielen…

soulstorm.jpg

Eine meiner Veteranenpriores im Kampf gegen Xenos, Malleus und Hereticus.

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