Wie nunmehr bekannt geworden ist, hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die Buchserie “Stahlfront” aus dem Unitall-Verlag, verfasst von einem angeblichen amerikanischen Professor, indiziert. Die drei ersten Bände wurden mit der Kategorie A “jugendgefährdend” auf den Index gestellt (Bundesanzeiger Nr. 65 vom 30.4.09). Ich habe an dieser und anderen Stellen mehrmals offen mein Missfallen über den Inhalt dieser Romane zum Ausdruck gebracht, das ist kein Geheimnis. Es ist und bleibt brauner Dreck, jetzt sozusagen auch offiziell bestätigt.
Dennoch glaube ich nicht, dass die Indizierung eine gute Sache ist. Das hat weniger etwas damit zu tun, dass ich nicht zu Schadenfreude fähig wäre, sondern eher damit, dass ich generell von Indizierungen eher wenig halte. Die deutsche SF-Szene (und das politische System der Bundesrepublik) kann und sollte so etwas wie “Stahlfront” ohne Probleme und Verbiegungen schlicht aushalten können. Das sage ich ausdrücklich als jemand, dessen eigenes Lieblings-Subgenre - die Military SF - durch die ähnlich betitelte Reihe bei vielen in Misskredit geraten sein dürfte. Ich hätte, wäre ich an verantwortlicher Stelle Entscheidungsträger gewesen, einer Indizierung nicht zugestimmt.
Was jetzt folgt, ist nämlich so vorhersehbar wie das Amen in der Kirche: Die Betroffenen ziehen die Märtyrernummer ab. Und das Schlimme ist: Wenn sie damit argumentieren, dass das Gut der Meinungsfreiheit hier höher zu bewerten sei, als der Schutz der potentiellen Leser vor einer letztlich schlicht mies geschriebenen und weitgehend irrelevanten Romanreihe, dann würde ich ihnen tendenziell zustimmen. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die “Freigabe” der bisher erschienenen Romane als eBooks für alle wohl nicht zuletzt dazu geführt haben dürfte, dass die Indizierung zumindest der Verbreitung dieser Werke keinen Riegel vorschieben dürfte.
Nein, die Indizierung von “Stahlfront” ist überflüssig, sie ist letztlich sogar kontraproduktiv. Ich befürworte diese Maßnahme ausdrücklich nicht.


