Okt 28

Heute habe ich die Rohfassung der Übersetzung von “Plan B” von Sharon Lee & Steve Miller abgeschlossen. Der Roman soll noch im Dezember unter dem Titel “Flucht nach Lytaxin” beim Atlantis-Verlag erscheinen. Ich werde selbst noch einmal durchgehen, dann geht das Teil ins Lektorat. Doch ich habe keine Verschnaufpause, das nächste Manuskript liegt mir bereits vor: Der sechste Band der Gor-Neuherausgabe bei Basilisk muss ran, welch Freude. Und im Dezember wollte ich auch mit “Zookland” von Bill Swears beginnen. Beide Manuskripte werde ich aber nicht allzu schnell bearbeiten können, denn ich habe auch in meinem wirklichen Leben - glücklicherweise - mehr als genug zu tun.

Okt 27

Ende August 2010 findet in einem tschechisch-polnischen Grenzort der nächste EuroCon statt, unter dem Titel “Tricon”, da er gleichzeitig auch nationaler Con Polens und Tschechiens sein wird. Ich würde gerne hinfahren, weiß aber zur Zeit noch ganz und gar nicht, wie das zeitlich bei mir aussieht, daher bleibt das jetzt erstmal nur ein vager Wunschtraum. Trotzdem finde ich, dass so viele deutsche Fans wie nur möglich da sein sollten, denn 2009 war das offenbar eher mager. Infos auch in englischer Sprache gibt es auf der Website zum Con.

Okt 26

Ich darf stolz verkünden, dass ich heute das erste Mal in meinem Leben einem PC eine neue Festplatte eingesetzt habe. Wer mich kennt, weiß, dass ich zwar ein Freund von Gadgets und Technikkram aller Art bin, jedoch in völliger Unfähigkeit erstarre, sobald ich die Verkleidung öffne und in das Durcheinander dahinter blicke. Trotzdem habe ich mir ein Herz genommen, die alte 40 GB-Festplatte ausgebaut und eine bei Conrad erworbene 160 GB HD eingesetzt. Selbst geschraubt und Kabel gesteckt. Ja, das ist ein revolutionärer Durchbruch für mich gewesen. Angetrieben hat mich flammende Vaterliebe für meinen Sohn, dem ich schon seit langem einen einigermaßen guten Standrechner fertigmachen wollte (der Chip hat immerhin 1,6 Ghz, sollte also genug sein) sowie allgemeine Knauserigkeit, die in der Erkenntnis mündete, dass dieser gute drei Jahre alte Rechner doch noch zu was gut sein sollte, wenn man ihm etwas mehr Speicherplatz verschafft. Jetzt arbeitet sich Windows XP langsam auf der Festplatte vor, ich bin also guter Hoffnung.

Versüßt wird mir diese Arbeit mit einer CD (ja, CD!), die ich mir gekauft habe. Nein, ich bin kein itunes etc.-Verweigerer (im Gegenteil), aber bei den diversen (legalen) Downloadanbietern findet sich so gut wie nichts der alten japanischen Elektropop-Truppe “Yellow Magic Orchestra”. Die gehörten neben “Kraftwerk” zu den Pionieren der elektronischen Musik, wenngleich auch mit unterschiedlichen Stilrichtungen, und ich finde die alten Originalscheiben nur ganz schwer auf CD (und zum Download irgendwie gar nicht - ich bin für sachdienliche Hinweise jederzeit dankbar. Noch einmal: legale Downloads only!). Aber es gibt eine schöne japanische Remix-Scheibe, zwar nicht der Originalsound, aber trotzdem hörbar, wenn man auf japanische Technomusik steht. Tut nicht jeder, ich weiß :)

Okt 25

Meine liebreizende Tochter hat mich mit einer Erkältung angesteckt. Trotz Kopfweh sitze ich vor dem Rechner, um noch ein paar Seiten Übersetzung rauszukitzeln. Ich bin in der letzten Woche ganz gut vorangekommen, ein Ende ist in Sicht. Das muss auch, denn es steht einiges an “richtiger” Arbeit auf dem Plan, das wird bis kurz vor Weihnachten anhalten. Und im Januar, so habe ich erfahren, darf ich wieder für zwei Wochen in die Mongolei (bei 30 Grad minus, bäh). Muss warme Schuhe kaufen.

Seit einiger Zeit bin ich übrigens auch bei Skype angemeldet, nachdem ich mich lange davor gesträubt habe - aber manche berufliche Kommunikation ist gerade aus dem Ausland schlicht preiswerter. Meine Skype-Kennung ist schlicht “dirk.van.den.boom”, wer also mal durchklingeln will, ich habe auch eine schöne Webcam, bin also leibhaftig kommunikationsfähig :)

Heute habe ich mein Kaiserkrieger-Blog aktualisiert, diesmal wieder mit einem Lesetipp. Außerdem neigt sich das Lektorat der MilSF-Anthologie seinem Ende zu. Alles wird gut.

In diesem Sinne noch einen angenehmen Sonntag, ich hole mir mal frische Taschentücher…

Okt 23

Worum geht es?

Im dritten Teil der Ravenor-Trilogie müssen Ravenor und Erzfeind Molotch erkennen, dass sie nur Instrumente in einem viel größeren Stratagem sind und wohl oder übel zusammenarbeiten müssen - auch, wenn das für Ravenor bedeutet, ein Abtrünniger zu werden…

Wie sieht das Buch aus?

Düster.

Wie ist der Stil?

Dan Abnett ist bei mir mittlerweile über jeden Zweifel erhaben.

Was gefiel nicht so?

Das erste Drittel des Romans zog sich für mich etwas.

Was gefiel?

Das Finale.

Zu empfehlen?

Die gesamte Ravenor-Trilogie ist sehr empfehlenswert. Welchen Abnett nehme ich mir jetzt vor?

Okt 22

Ausgehend von einer aktuellen Diskussion auf rasfw, habe ich mir die Frage gestellt, in welchem SF-Universum ich gerne, wenn mir jemand einen Parallelwelt-Transmitter in die Hand drücken würde, leben würde. Das ist gar keine so einfache Entscheidung, denn es macht ja doch einen Unterschied, ob man Imperator oder Raumschiffcaptain ist - oder ein kleiner Büroangestellter oder Landwirt. Das “Interessante” an manchen SF-Universen ist ja eher das, was wir in unserem normalen Leben eigentlich nicht so gerne haben wollen: Alien-Invasionen, Singularitäten, galaktische Bedrohungen usw. Ausgeschlossen habe ich weitgehend Alastair Reynolds Universum, das zwar interessant und faszinierend ist, aber nicht notwendigerweise mein persönliches Utopia. Schon weitaus sympathischer wurde mir da Hamiltons Commonwealth oder Banks Kultur-Universum, das könnte ich mir schon eher vorstellen. Weniger Spaß machen würden mir, glaube ich, das terranische Imperium zur Zeit von Dominic Flandry oder gar das Imperium der Menschheit des W40k-Universums - da laufen mir zu viele Dämonen, Orks und andere unangenehme Zeitgenossen herum. Wie sieht es bei Euch aus? Any favorites?

Okt 20

Es sind Herbstferien im Saarland und ich sitze zuhause anstatt in meinem Büro, da ich die Kinder betüddeln darf, Frau ist unterwegs. Während mein Sohn seine Fertigkeiten im Sportwagenzeichnen übt und meine Tochter Prinzessinen im Herbst malt, habe ich einen Blick in Martin Kays Blog geworfen, in dem er von seiner jüngsten Algerienreise erzählt. Wie man dem Ende des Blogbeitrages entnehmen kann, habe ich viel heftigere Abenteuer erwartet, stattdessen durfte er in einem fremden Wohnzimmer auf einer Liege schlafen anstatt im Hilton. Wenn ich anfangen würde, einige meiner Geschichten hier zu erzählen, würde schnell klar werden, dass beleibte Speditionskaufleute aus Dortmund erkennbar zu lange im weichen Bürosessel gehockt haben: er muss mehr raus, da stehen doch sicher noch ein paar andere Länder auf der Liste, die es abzuklappern gilt. Vielleicht passiert dann ja auch mal wirklich was!

Bis jetzt hält sich die Diskussion um die DPP-Ergebnisse in eng bemessenen Grenzen, was durchaus wohltuend ist. Ich denke, dass es uns gelungen ist, durch das aktuelle Verfahren die Legitimität des Preises deutlich zu erhöhen. Dass es an der einen oder anderen Stelle noch etwas zu drehen geben könnte, ist klar, aber soll auch so sein. Wir wollen hoffen, dass wir im kommenden Jahr den Erfolg von 2009 wiederholen können. Mit etwas Glück kann ich dann ja auch wieder bei der Verleihungszeremonie mitmachen.

Oliver Schnöselnoks hat mittlerweile übrigens auch ein Vorwort für die MilSF-Anthologie abgeliefert. Während er bereits darüber philosophiert, weitere Anthologien herausgeben zu wollen, habe ich beim Barte meiner Großmutter geschworen, höchstens noch die eine oder andere Ikarus-Sammlung zu veröffentlichen und ansonsten künftig die Finger von sowas zu lassen (nein, Oliver habe ich weiterhin lieb, nur Kurzgeschichten mag ich immer noch nicht). Apropos Ikarus-Anthologie: Ich sehe entsprechenden Einsendungen immer noch mit großem Interesse entgegen. Kommet zuhauf!

Während ich bei meinen Romanmanuskripten etwas weiter geschrieben habe (aber nicht in einem Ausmaße, das hier sonderlich berichtenswert wäre), konzentriere ich mich jetzt vornehmlich auf die Liaden-Übersetzung, bei der ich weit jenseits meines Zeitplans angekommen bin. Zuhause zu sitzen und Kinder zu hüten hilft mir dabei auch nicht wirklich weiter, aber es bleibt ja noch Resttag übrig. Ich will das Manuskript auf jeden Fall in diesem Monat fertig haben, damit der Band noch ins Weihnachtsgeschäft kommt. Guido guckt schon ganz böse. Glaubt mir, Ihr wollt nicht, dass Euch Guido jemals böse anguckt. Das mit dem kalten Schauer den Rücken herunter ist da ein Euphemismus, es ist eher der metallisch-kupferne Geschmack von Blut im Mund, der einem da in den Sinn kommt…

Okt 19

Natürlich vor allem deswegen, weil ich nicht dabei sein konnte. Wie man hört, war die Besucherzahl nochmal größer als letztes Jahr und von den zehn DPP-Preisträgern waren neun für die Entgegennahme des Preises angetreten, das ist bisher einsamer Rekord. Beruhigend aber ist, dass Hermann Ritter und der letzte lebende Star Trek-Fan die Zeremonie offenbar zur allseitigen Zufriedenheit durchgeführt haben, das war aber auch gar nicht anders zu erwarten. Guido Latz wiederum berichtete von sehr zufriedenstellenden Verkäufen am Atlantis-Stand, was sich durchaus auch auf meine Tentakelromane erstreckt hat. Auch hier bin ich natürlich sehr erfreut. Sehr bedaure ich, dass diesmal die Gelegenheit zu den vielen Gesprächen, die ich sonst auf dem BuCon führe, an mir vorbei gegangen ist. Ich hoffe sehr, dies im kommenden Jahr nachholen zu können. Auf meiner Liste stehen MarburgCon (wobei da das Gerücht zu mir vorgedrungen ist, dass der 2010 gar nicht stattfindet), ColoniaCon und BuCon. Das alles hängt natürlich wie immer von meinen beruflichen Verpflichtungen ab. Andererseits könnte ich ja mal gucken, ob es nicht auch einen Con in Indien oder sonstwo gibt…

Okt 17

Auf dem BuchmesseCon 2009 wurde am Abend des 17. Oktober der diesjährige Deutsche Phantastik Preis verliehen. Er wurde auf der Grundlage der Abstimmung von 1800 Fans ermittelt.

Die Gewinner sind:

Bester deutschsprachiger Roman
1. Markus Heitz: Das Schicksal der Zwerge (Piper)
2. Markus Heitz: Blutportale (Knaur)
3. Lynn Raven: Der Kuss des Dämons (Ueberreuter)
4. Claudia Kern: Sturm - Der verwaiste Thron 1 (Blanvalet)
5. Kai Meyer: Dschinnland - Die Sturmkönige 1 (Bastei-Lübbe)
6. Nina Blazon: Faunblut (cbj)

Bestes deutschprachiges Romandebüt
1. Ju Honisch: Das Obsidianherz (Feder und Schwert)
2. Stephan Russbült: Die Oger (Bastei-Lübbe)
3. Bernd Perplies: Tarean - Sohn des Fluchbringers (Egmont Lyx)
4. Eveline Mattle: Die Saga von Andalaya - Das letzte Zeitalter (Persimplex)
5. Siegfried Langer: Alles bleibt anders (Atlantis)

Bester internationaler Roman
1. Patrick Rothfuss: Der Name des Windes (Klett-Cotta)
2. Cassandra Clare: Chroniken der Unterwelt - City of Bones (Arena)
3. John Scalzi: Die letzte Kolonie (Heyne)
4. Brian Keene: Der lange Weg nach Hause (Otherworld Verlag)
5. Neal Stephenson: Principia (Manhattan)

Beste deutschsprachige Kurzgeschichte
1. Christian Endres: “Feuerteufel” (aus: Disturbania - Atlantis)
2. Thomas Vaucher: “Tyrions Wacht” (aus: Der Treue geopfert - Arcanum)
3. Heidrun Jänchen: “Ein Geschäft wie jedes andere” (aus: Der Lotus-Effekt - Wurdack)
4. Frank Hebben: “Côte Noir” (aus: c’t 26/2008+1/2009 - Heise)
5. Linda Budinger: “Planet der Riesenfrösche” (aus: Der Himmelspfeifer - Lerato)

Beste Original-Anthologie/Kurzgeschichten-Sammlung
1. Christoph Marzi: Nimmermehr (Heyne)
2. Die Geschichtenweber und Christoph Hardebusch (Hrsg.): Die Unterirdischen (Wurdack)
3. Die Drachenkinder (Hrsg.): Geschichten eines Krieges (Peter Hopf)
4. Torsten Low: Lichtbringer (Torsten Low)
5. Geisterspiegel.de: Dark Future (Romantruhe)

Beste Serie
1. Perry Rhodan (VPM)
2. Vampir Gothic (Romantruhe)
3. Das Geheimnis von Askir (Piper)
4. Mark Brandis (Wurdack)
5. Maddrax (Bastei)

Bester Grafiker
1. Dirk Schulz
2. Ernst Wurdack
3. Arndt Drechsler
4. Mark Freier
4. Swen Papenbrock

Bestes Sekundärwerk
1. Star Trek in Deutschland: Wie Captain Kirk nach Deutschland kam, Mike Hillenbrand & Thomas Höhl (Heel)
2. Magira - Jahrbuch zur Fantasy, Hermann Ritter & Michael Scheuch (Fantasy Club e.V.)
3. Nautilus - Abenteuer und Phantastik (Abenteuer Medien)
4. Mephisto (Martin Ellermeier)
5. phantastisch! (Achim Havemann)

Bestes Hörbuch/Hörspiel
1. H. P. Lovecraft: Necronomicon (LPL/Lübbe)
2. Mark Brandis (Steinbach Sprechende Bücher)
3.Gruselkabinett 30: Der Vampir (Titania Medien)
4. James M. Barrie: Peter Pan (Titania Medien)
5. Die schwarze Sonne 7: Goldene Morgenröte (Lausch)

Beste Internet-Seite
1. www.fantasyguide.de
2. www.bibliotheka-phantastika.de
3. www.phantastik-couch.de
4. www.zauberspiegel-online.de
5. www.geisterspiegel.de

Zwei Hinweise: Der Roman von Lynn Raven wurde von Debut zu bester deutschsprachiger Roman verschoben, da sich herausstellte, dass es sich nicht um einen Debutroman handelt.
Beim besten Grafiker hatten die Plätze 4 und 5 Punktgleichheit, daher gibt es zweimal den Platz 4 und keinen Platz 5

Okt 16

Morgen geht es los, der BuCon in der Nähe von Frankfurt, mit vielen Fans und der DPP-Preisverleihung. Leider dieses Jahr einmal mehr ohne mich, da mich berufliche Verpflichtungen in andere Richtungen schicken. Ich bin mir sicher, dass alles gut ablaufen wird und hoffe, dass Guido viele meiner Bücher verkauft. Herzliche Grüße an alle, die hinfahren, und erzählt mir bitte nachher, wie es gewesen ist. Mein nächster Con wird demnach erst wieder 2010 sein, zumindest der ColoniaCon steht auf meinem Programm, wenn mich die Arbeit lässt…

« Previous Entries