Nov 30

Gut, ich könnte das Blog auch gar nicht aktualisieren, aber irgendwann guckt dann keiner mehr rein, und das will ich als grundsätzlich eher extrovertierter Mensch nicht riskieren :)

Ich würde auch gerne über zahlreiche Genrefilme berichten, die ich am Wochenende gesehen habe, kann aber leider nur darauf hinweisen, dass ich den zweiten “Hellboy” gesehen habe (ganz lustig), dafür aber dann vier Maigret-Filme mit Bruno Cremer, die ziemlich genial sind. Ansonsten habe ich eine Menge “Fallout Tactics” gespielt, was meiner Nackenmuskulatur nicht gut tat, aber einer Reihe von Supermutanten auch nicht, wenn man sich die Leichenberge so ansieht, die meine Jungs da angehäuft haben.

Große Freude lösten bei mir diverse Filmankündigungen von Asylum, meiner Lieblings-Filmschmiede aus. Natürlich lässt man es sich nicht nehmen, Emmerichs “2012″ zu mockbustern, und das gleich zweimal, nämlich hier und hier. Und Carters Marsromane kommen zu Ehren, mit, Tataaa!, Traci Lords in der Hauptrolle. Ein absolutes Muss für den Fan, da bleibt sicher kein Auge trocken!

Das Lektorat von “Flucht nach Lytaxin” ist beendet und der Roman geht bald in die Druggerei. Ikarus # 40 soll diese Woche endlich erscheinen. “Weltraumkrieger” soll auch noch vor Weihnachten auf dem Gabentisch liegen, wenn ich Herrn Latz richtig verstanden habe, aber es wird wohl noch zwei Wochen dauern, bis die Drucke da sind.

War das alles? Gut, dann wieder an die Arbeit, Leute.

Nov 26

Die beiden letzten Tage war ich in der Fortbildungsakademie des nordrhein-westfälischen Innenministeriums tätig, in Herne. Das klingt relativ trocken & profan, aber als ich erstmals vor dem Gebäude stand, war ich doch baff erstaunt - und als ich drin war, noch viel mehr. Die recht neue Anlage hatte was von einer Biosphäre, mit Gebäuden in Gebäuden, was ganz sicher im Sommer noch viel besser wirken würde. Jedenfalls war ich rechtschaffen beeindruckt von dieser durchaus futuristischen Architektur, das hatte was. Ein paar Fotos habe ich auch gemacht, aber nur mit dem Handy, daher die übersichtliche Qualität.
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Die Akademie von außen…

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Und von innen. “Mediterranes Ambiente” nennt die Website der Akademie das :)

Nov 22

Ich schaue aus meinem Bürofenster und sehe Wolken und Regen und Wind und weiß schon, warum von allen Jahreszeiten der Herbst mir die unangenehmste ist. Aber da ich generell nicht zu Depressionen neige, äußere ich mein Missfallen meist nur mit einem kleinen Fluch und setze die Arbeit fort. “Kaiserkrieger - der Aufbruch” ist von mir durchgesehen und geht nunmehr als Korrekturlektüre an meine Betaleser. Von denen erhoffe ich mir vor allem Hinweise auf logische Brüche oder Szenen, die mir stimmungsmäßig oder stilistisch nicht so sonderlich gut gelungen sind. Eigentlich sollte ich jetzt weiter an Ikarus # 43 schreiben, aber wie es immer so ist, wenn ich ein Manuskript abgeschlossen habe: Es setzt bei mir eine oft mehrwöchige “kreative Rekonvaleszenz” ein, die dazu führt, dass ich keinen gescheiten Satz zu Papier bringe. Ich verschiebe die Fortsetzung des Romans da mal auf den Dezember, bis dahin müsste ich mich wieder abgekühlt haben. Sozusagen im wahrsten Sinne des Wortes.

Anfang Dezember werde ich das Vergnügen haben, zu einer Konferenz nach Berlin reisen zu dürfen, und da ich am darauffolgenden Nachmittag noch einen weiteren Termin habe, ist ein Vormittag in Berlin für mich frei. Ich werde mal sehen, ob ich diese Gelegenheit nutzen werde, einen gewissen SF/F-Buchladen zu besuchen und das dortige Personal mit nervigen Nachfragen nach Pandora # 4 zu ärgern. Möglicherweise werde ich sogar ein Buch kaufen :)

Am gestrigen Samstag habe ich mit der Übersetzung von “Zookland” gute Fortschritte gemacht, während mein Sohn mit seinem Hockeyteam auf einem Turnier Triumphe gefeiert hat. Da ich in der kommenden Woche zwei Tage wegen einer anderen Konferenz schon wieder übersetzungstechnisch ausfalle, ist das eine gute Idee gewesen. Es war allerdings etwas seltsam, mit dem Netbook auf den Knien einen Zombieroman zu übersetzen, was mich dann vom restlichen Publikum doch etwas abgehoben hat. Aber wie heißt es so schön: Carpe diem!

In “Fallout Tactics” versuche ich gerade, einen alten Hummer durch eine verwüstete amerikanische Kleinstadt zu geleiten, vorbei an interessierten Straßenräubern mit Kalaschnikows und steinewerfenden Passanten. Es gibt Tage, da will man einfach nichts mit anderen Menschen zu tun haben :)

Nov 20

In den letzten Tagen keine neuen Postings in diesem Blog - das wird sich auch in den kommenden Tagen leider fortsetzen, denn ich bin beruflich stark eingebunden und habe nur wenig Muße, mir über allzu viele andere Dinge Gedanken zu machen. Die größte Freizeitaktivität, die ich mir mal eine halbe Stunde gönne, ist das Spielen von “Fallout Tactics”. Ja, ich weiß, ich führe ein erbärmliches Leben. Ich bin außerdem mit der ersten Durchsicht von “Kaiserkrieger 3 - Der Aufbruch” soweit fertig und bin damit befasst, die Korrekturen in das Manuskript einzuarbeiten, was ebenfalls nur langsam voran kommt, da ich mich erst einmal der Erwerbstätigkeit widmen muss. Sobald ich damit fertig bin, bekommen meine Betaleser was zu tun, und ich mache eine schöne Lulu-Hardcover-Ausgabe für meine Mami, weil die gerne wissen möchte, wie es weitergeht. Es ist ja bald Weihnachten.

Macht es wie ich, seid fleißig :)

Nov 16

Worum geht es?

Takeshi Kovacs, Ex-Envoy-Elitesoldat, findet sich auf Sanctum IV in einem schönen kleinen Krieg wieder, als er mit der Entdeckung des Jahrtausends konfrontiert wird: ein offenbar noch funktionsfähiges Raumschiff einer längst ausgestorbenen Alien-Zivilisation. Klar, dass in der bösen und finsteren Zukunft des Protektorats alle möglichen Kräfte ein gesteigertes Interesse an diesem Artefakt haben…

Wie sieht das Buch aus?

Nicht mal eine schöne Covergrafik hat man dem Morgan gegönnt.

Wie ist der Stil?

Manche sagen, die folgenden Kovacs-Romane seien schlechter als “Altered carbon”. Möööp. Stimmt nicht. Spannend erzählt, grimmig, düster, ironisch, sarkastisch - und ziemlich blutig.

Was gefiel nicht so?

Eigentlich nichts. Eine runde Sache.

Was gefiel?

Ich mag Geschichten um geheimnisvolle Reste alter Zivilisationen.

Zu empfehlen?

Den dritten Band habe ich bereits vorliegen.

Nov 15

Dies ist kein politisches Blog, aber ich muss jetzt mal über meinen Schatten springen und öffentlich Partei ergreifen für das friedliche und harmlose Volk der Seleniten, das vor kurzem durch das imperalistische und expansionistische, militaristische und durchweg rücksichtslose Verhalten der USA ein weiteres Opfer unserer ungehemmten Kriegslust geworden ist. Wie ich mittlerweile hier erfahren durfte, hat man den fabrizierten Vorwand für den unprovozierten Akt der Aggression nun durch eine weitere, nachgeschobene “Entdeckung” erweitert, um im Nachhinein Legitimität für dieses unentschuldbare Verhalten zu erzeugen. Ich bin empört, ja entsetzt über den Angriff auf die völlig friedfertigen und als sehr passiv bekannten Seleniten, der, was ich besonders widerlich finde, auch im deutschen Fernsehen mit mordlüsterner Begeisterung live übertragen wurde.

Ich rufe alle Leser dieses Blogs auf, mit mir solidarisch für den Frieden einzutreten und dieses militaristische, brutale Verhalten der USA unzweideutig zu kritisieren und abzulehnen!

Hoch die interplanetare Solidarität mit dem geknechteten Volk der Seleniten!

Nieder mit der nackten Aggression unter dem Deckmantel der Wissenschaft!

Keine unprovozierten Bombardements des Mondes mehr!!

Nov 14

Ein wichtiges Argument gegen den Ebook-Kauf ist das der Datenspeicherung. Damit meine ich nicht den ganzen DRM-Krempel, sondern die Tatsache, dass man ein einmal gekauftes Buch auch nach 20 Jahren noch hervor holen und lesen kann, dass eine Datei jedoch abhängig von der Qualität des Datenträgers ist und dieser, wie wir alle sicher aus schmerzlicher Erfahrung wissen, keinesfalls “für die Ewigkeit” ausgelegt ist. Für den Sammler ist das in der Tat ein wichtiges Gegenargument.

Ich selbst bin zwar auch ein Sammler dahingehend, dass ich einmal erworbene Bücher weder wegwerfe noch verkaufe, sondern schön ins Regal stelle, aber mein Leseverhalten widerspricht dem eigentlich: Ich lese einen Roman meistens nur einmal, dann sehe ich das Buch mit dem Arsch nicht wieder an. Es gibt kaum eine Handvoll Romane, die ich je zweimal gelesen habe. Für mich ist SF also - nicht im negativen Sinne - “Wegwerfliteratur”. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich ein Buch exakt einmal in meinem Leben lese und danach lieber zum reichhaltig vorhandenen frischen Stoff greife, anstatt Altes noch einmal durchzukauen, liegt bei 99 %.

Und dann ist es eigentlich auch egal, ob ich die Datei bis zu meinem Lebensende besitze oder sie irgendwann der Datenkorruption zum Opfer fällt. Im Zweifelsfalle, wenn ich das Buch wirklich unbedingt nochmal lesen möchte, kaufe ich es dann eben neu. No sweat. So gesehen, sind Ebooks für jemanden mit meinem Leseverhalten keine schlechte Idee.

Nov 13

Die Woche neigt sich schon wieder dem Ende zu, und ich bin ein sehr beschäftigter Mensch. Neben meinem wirklichen Leben betrifft dies auch meine (mehr oder weniger) kreative Arbeit. So habe ich jetzt einen ersten Rohentwurf des dritten Kaiserkrieger-Romans fertiggestellt. Derzeit bin ich damit beschäftigt, ihn selbst einmal gründlich durchzugehen und das bestehende Manuskript noch zu erweitern. Einige Kapitel am Anfang sind deutlich geschwätziger als die am Ende (natürlich ausschließlich in einem positiven Sinne), da werde ich wohl hier und dort noch etwas Text ergänzen müssen. Immerhin bedeutet das, dass ich den Roman wohl noch dieses Jahr an meine Betaleser Oliver & Schwesterherz geben kann, ehe das Manuskript an den Verlag geht - wo es erstmal Patina ansetzt, denn schließlich muss zuerst Band 1 lektoriert werden. Ich werde mich dann auf Ikarus # 43 konzentrieren und irgendwann kommendes Jahr mit Band 4 des Sechsteilers beginnen.

Ebenfalls Fortschritte machen meine aktuellen Übersetzungsprojekte: Der sechste Gor-Band von John Norman (”Raiders of Gor”) sowie natürlich “Zookland” von Bill Swears. Beide Romane werde ich aber sicher nicht vor dem Frühjahr 2010 fertig haben, wie es zur Zeit aussieht.

Begleitet wird meine Arbeit seit einigen Tagen durch die Musik der amerikanischen Alternative-Sängerin Janelle Monáe, deren ganzes Self-Marketing für den SF-Fan sehr gefällig ist und die ein schönes Musikvideo für ihren mit einem Grammy ausgezeichneten Song “Many moons” gemacht hat. Außerdem hatte sie wohl schon einen Gastauftritt in der neuen Star Gate-Serie “Universe”. Abgesehen davon, dass sie toll singen kann, ist sie ein lecker Mädsche :)

Nov 12

Die neuen Vampire sind Zombies - und der Atlantis-Verlag macht es vor. Wie ich ja bereits angekündigt habe, erscheint im kommenden Jahr der spannende Debutroman des amerikanischen Schriftstellers William Swears als Welterstveröffentlichung in Deutschland. Ich habe vor kurzem mit der Übersetzung angefangen und kann einfach nicht an mich halten, Euch mit den ersten Absätzen zu konfrontieren - natürlich alles noch unlektoriert und jungfräulich:


Ich trage eine halbautomatische CZ-75. Ich habe sie gekauft, als ich damals in den 80ern in Westdeutschland stationiert gewesen war. Es sollte diese großartige, einmalige Investition werden, die perfekte Pistole, im Waffenhandel in den USA nicht erhältlich. Die Importgesetze sagten, ich müsse sie für ein halbes Jahr nach meiner Rückkehr behalten, aber dann hätte ich sie für das Zehnfache dessen, was ich bezahlt hatte, verkaufen können.

Ich kniete vor der brennenden Zook. In ihrem Brustknochen steckte eine 9mm Hohlmantelpatrone mit Silberüberzug, der Katalysator für die Entzündung. Sie trug immer noch die Reste eines kleinen, roten Kleides. Gary passte auf und ließ die Mündung seines schicken Colby Slammers wandern, als würde er damit irgendwas gegen Zooks ausrichten können. Eine Gruppe Douglasfichten mit dichtem Unterholz stand etwa dreißig Meter hinter mir, unter ihnen wuchsen Beerenbüsche. Das Gras war immer noch feucht vom Nebel, der sich vor wenigen Stunden gelichtet hatte.

Ich war einige Jahre nicht dazu gekommen, die CZ zu verkaufen. Dann fiel der Eiserne Vorhang und meine großartige Investition war einfach nur eine weitere Pistole, die man in jedem anständigen Waffenladen kaufen konnte. Nun, einfach nur eine Waffe, die fast nie verklemmte, fünfzehn Schuss in ihrem Magazin trug und in einem Kampf ein drei Zentimeter hohes Ziel auf fünfundzwanzig Meter treffen konnte. Irgendwann in den letzten fünf Jahren habe ich eingesehen: selbst, wenn ich sie zum zehnfachen Preis verkauft hätte, wäre ich betrogen worden.

Ich ließ mein Magazin in die Hand fallen. Drei Patronen blieben mir. Ich schob ein neues Magazin herein, holte eine Schachtel mit Silberpatronen aus meiner Jacke und begann, das angebrochene wieder aufzufüllen.

Nov 11

Ja, es wurde und wird immer wieder versucht - David Drake hat es da mit seinem Leary-Zyklus besonders weit getrieben -, nämlich Seefahrerromantik aus der Zeit der großen Windjammer in die SF zu übertragen. Das kann man machen, indem man Hornblower-in-space schreibt - das ist der Königsweg -, oder eben wie Drake versucht, auch noch das technische Gebabbel auf Segelraumschiff zu trimmen, was dann, in meiner persönlichen Ansicht, immer etwas gewollt wirkt (ich fand’s jedenfalls nicht so gelungen).

Dennoch ist das Thema natürlich faszinierend und will man diesem Artikel glauben, dauert es auch nicht mehr lange, bis wir das Ganze mal praktisch vorgeführt bekommen. Arthur C. Clarke gehörte ja zu jenen SF-Autoren, die die Sache mit dem Sonnensegel recht früh propagiert haben. Ich bin auf die konkrete technische Umsetzung durchaus gespannt.

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