Nov 26

Ich habe leider in den letzten Wochen nicht viel Zeit zum Lesen gehabt, aber ich habe es mir trotzdem nicht nehmen lassen, die zweite Ausgabe des SF-Magazins “Pandora” näher in Augenschein zu nehmen. Ich weiß, dass ich bei einigen Leuten, die mich kennen, manchmal den Ruf weg habe, Verfechter des SF-Prekariats zu sein, und in der Tat regt mich so manche affektierte Attitüde in Bezug auf mein Lieblingsgenre durchaus auf. Nichtsdestotrotz weiß ich ein gepflegtes SF-Magazin durchaus zu schätzen, und ich halte z. B. den “Solaris-Almanach” für das beste deutschsprachige Magazin, das je erschienen ist.

Erinnert sich jetzt keiner dran.

“Pandora” kommt diesem Ideal bemerkenswert nahe, deswegen erwähne ich es nur. Ein nicht nur solides, sondern letztlich inhaltlich auch sehr vielfältiges Magazin, dessen inhaltliche Qualität schwankt, aber meist nicht so sehr in den Keller geht, dass man die Nase rümpfen müsste. Es ist sehr sorgfältig gemacht, das sieht man ihm an, von hohem gestalterischen Niveau, wenngleich ich mit der Grafikauswahl oft nicht zurecht komme (da bricht hin und wieder die o. g. Attitüde durch, es muss ja schließlich alles irgendwie “Kunscht” sein). Jedenfalls ist es die Vielfalt an Beiträgen, die letztlich den Lesegenuss ausmacht, und das schöne Gefühl in der Hand, das man beim Blättern hat. “Pandora” ist eine Herzensangelegenheit der Herausgeber, das wird schnell deutlich, und das lässt einen auch über kleinere Kritikpunkte hinweg sehen. Ich lasse mein Abonnement jedenfalls automatisch erneuern, es lohnt sich für mich, auch dann, wenn die Nase inhaltlich hin und wieder etwas zu hoch über den Wolken gehalten wird.

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